Eintracht Frankfurt

Adi Hütter: „Ich wünsche mir noch einen Dribbler für vorne“

Eintracht-Coach Adi Hütter bastelt schon am Kader für die neue Saison.
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Eintracht-Coach Adi Hütter bastelt schon am Kader für die neue Saison.

Am Samstagnachmittag geht eine ganz besondere Bundesliga-Saison zu Ende. Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt, blickt im Interview schon auf die kommende Saison.

  • Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt, blickt auf die Saison zurück und wagt einen Ausblick auf die nächste Saison
  • Planung für die kommende Saison
  • Adi Hütter wünscht sich noch einen Spieler mit Wucht, Speed und Laufvermögen

Frankfurt - In einem persönlichen Gespräch mit unserem Mitarbeiter Peppi Schmitt hat Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter auf die letzte Saison zurückgeblickt und einen Ausblick auf die neue Saison gewagt. Am Freitag (26.06.2020) wird der 50 Jahre alte österreichische Fußball-Lehrer, dessen Vertrag noch eine weitere Saison läuft, mit Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner die weitere Personalpolitik besprechen. „Wir diskutieren, was ist da, was brauchen wir, was müssen wir verändern“, sagte Hütter, „und wie es auf dem Markt ausschaut.“ Seine Meinungen zur Torwartposition, zur Abwehr, zum Mittelfeld und zum Sturm und zu einem „Wunschneuzugang“ erklärt er im Interview.

Am Samstag geht die Saison mit dem Heimspiel gegen den SC Paderborn zu Ende. Wie fällt ihr persönliches Fazit aus?

Adi Hütter: „Ich habe dieses Jahr sehr viel lernen dürfen, das war eine richtige Herausforderung und es war nicht immer einfach. Da wächst man als Trainer und als Mensch. Im letzten Sommer habe ich geglaubt, dass zumindest einer der drei Stürmer bleibt. Dann waren auf einmal alle drei weg und ich habe zwei neue Stürmer bekommen. Wir hatten die Vorbereitung unterbrechen müssen wegen der EL-Qualifikation. In der Summe, wenn wir am Samstag gewinnen, haben wir 45 Punkte geholt, letzte Saison waren es 54. Das sind in zwei Jahren fast hundert Punkte, ein 50er Schnitt, dazu zweimal Halbfinale international und national. Das sind Fakten. Das war schon richtig gut. Aber die sieben Spiele vor Weihnachten ohne Sieg, das ging halt gar nicht. Da lief zu viel schief. Wir hatten zwei dumme rote Karten in Freiburg und Mainz, wir hatten die lange Sperre von David Abraham, das waren alles unsere eigenen Fehler.“

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter würde sich Verbleib von Frederik Rönnow wünschen

Gehen wir die Mannschaftsteile durch. Wie sehen ihre Planungen für das Tor hinter Kevin Trapp aus?

Adi Hütter: „Zuerst muss die Situation mit Felix Wiedwald besprochen werden. Bei Frederik Rönnow würde ich mir wünschen, dass er hierbleibt. Er ist ein Supertyp und ein richtig guter Torwart. Seine Trainingsleistungen sind echt Wahnsinn. Wenn er geht, brauchen wir eine erfahrene Nummer 2 und als Nummer 3 einen Jungen. Aber das werden die Gespräche ergeben.“

Mit Makoto Hasebe und David Abraham gehen zwei Spieler in ihre letzte Saison. Muss die Abwehr nicht verjüngt werden?

Adi Hütter: „Martin Hinteregger ist 27, mit Evan Ndicka haben wir einen blutjungen Abwehrmann. Und Rückkehrer Tuta wird ganz spannend. Denken sie nur an Kamada, wie der aus Belgien retour gekommen ist. Das habe ich schon an den ersten Trainingstagen gesehen, das war ein ganz anderer Kamada. Es war eine goldrichtige Entscheidung, ihn zu behalten. Bei Tuta werde ich jetzt auch genau hinschauen. Wie übrigens auch bei Aymen Barkok, der aus Düsseldorf zurückkehrt. Also nein, ich glaube nicht, dass wir hinten unbedingt etwas machen müssen.“

Braucht die Eintracht nicht einen gelernten linken Verteidiger? Und was passiert eigentlich mit Rückkehrer Jetro Willems?

Adi Hütter: „Es wäre für Ndicka sicher nicht gut, wenn er einen solchen Spieler vor sich hätte. Man muss die Jungen unterstützen. Wenn er so spielt, wie zuletzt, habe ich eine Riesenfreude an ihm. Jetro ist auf einem guten Weg, er wird uns nach der Verletzung (Kreuzbandriss, die Red.) aber nicht so bald helfen können.“

Adi Hütter: „Was wir in Kruse gesucht haben, haben wir in Kamada gefunden“

Wäre ein weiterer guter Techniker im Mittelfeld nicht gewinnbringend? Max Kruse, den die Eintracht letzte Saison wollte, wäre wieder frei?

Adi Hütter: „Was wir mit Kruse damals gesucht haben, haben wir in Kamada gefunden. Der macht Freude, ist anders als die anderen. Es wäre für seine Entwicklung sicher nicht gut, jetzt Kruse zu holen. Und wir haben noch ein paar gute Fußballer im Mittelfeld. Dominik Kohr wird von vielen falsch beurteilt, der kann gut kicken. Auch Seppl Rode ist ein guter Fußballer.“

Was ist im Sturm?

Adi Hütter: „Vorne haben wir gleichgeartete Spieler, eher Strafraumspieler. Mit Ragnar Ache kommt jetzt ein anderer Typ dazu. Und Bas Dost wird sicher besser, wenn er fitter ist. Er kann sehr gut den Ball direkt weiterleiten und das Spiel schnell machen. Er hat eine sehr gesunde Technik. Bei Dejan Joveljic müssen wir uns fragen, ob es vielleicht Sinn macht, ihn nochmal auszuleihen. Grundsätzlich gilt: Wir haben auch in dieser Saison schon 56 Tore geschossen. Hinteregger und Abraham haben als Abwehrspieler Tore gemacht, jetzt fehlen noch ein paar mehr aus dem Mittelfeld.“

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter wünscht sich einen Spieler mit Wucht, Speed und Laufvermögen

Wo würden sie sich noch Verstärkungen wünschen?

Adi Hütter: „Ein Außenspieler, der ein anderes Element in unser Spiel bringt. Einen der links und rechts spielen kann, einen, der ein gutes Dribbling hat, einen mit viel Spielverständnis. Einfach einen anderen Typen als Kostic, Da Costa oder Chandler, die Wucht, Speed und Laufvermögen einbringen. Wir haben uns umgeschaut, es gibt hochinteressante Spieler.“

Ab Sonntag ist vier Wochen Urlaub. Wird da die Vorbereitung auf das Spiel gegen Basel am 5.August nicht zu knapp?

Adi Hütter: „Ich traue mich, den Jungs nach 104 Spielen in zwei Jahren vier Wochen freizugeben, weil unsere jüngsten Testergebnisse wahnsinnig gut ausgefallen sind. Und wir haben die Mannschaft ja beieinander und müssen gegen Basel nicht fünf, sechs Neue einbauen. Dann wäre das Risiko zu groß gewesen.“

Und was machen sie ab Sonntag?

Adi Hütter: „Ich fahre nach Hause nach Österreich und werde vielleicht mal wieder den Golfschläger in die Hand nehmen. Ich werde aber auch die zwei Saisons Revue passieren lassen. Das Gefühl hier Trainer zu sein, macht mich sehr, sehr stolz. Ich bin gerne hier.“

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