Rätsel um Rebic

Die Sorgen werden größer: Salcedo muss operiert werden

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Mit dem unnötigen Platzverweis verstärkte Jetro Wilems die Personalsorgen seines Trainers.

Frankfurt - Am Samstagabend hatten sie bei der Frankfurter Eintracht schon so eine Ahnung, wie schwer es sie beim Spiel gegen Werder Bremen getroffen haben könnte. Am Montag dann die Gewissheit: Mit Carlos Salcedo (24) und Jetro Willems (24) fallen zwei weitere Spieler aus. Von Peppi Schmitt

Gegen Willems hat der DFB-Kontrollausschuss nach der roten Karte im Bremen-Spiel eine Sperre von drei Spielen beantragt. Die Eintracht hat dem zunächst nicht zugestimmt, möchte eine Verkürzung auf zwei Spiele. Möglicherweise muss das DFB-Sportgericht entscheide. Stand jetzt, wird Willems in den Begegnungen gegen Dortmund, Leipzig und Mönchengladbach fehlen. Wenigstens in der Europa-League darf der Verteidiger spielen.

Noch schlimmer hat es Salcedo erwischt. Die Verletzung am linken Sprunggelenk hat sich nach einer MRT-Aufnahme als Riss des vorderen Syndesmosebandes herausgestellt. Der mexikanische Nationalspieler muss operiert werden und droht fast die gesamte Vorrunde auszufallen. Mit Timothy Chandler, Operation nach Knorpelschaden, kann ja ein weiterer Verteidiger in diesem Jahr nicht mehr eingesetzt werden. Und bei Stürmerstar Ante Rebic wird inzwischen sogar eine Schambeinentzündung als Ursache der Schmerzen nicht mehr ausgeschlossen. Die Ausfallzeit ist bei dieser Art Verletzung schwer vorherzusagen.

Die Eintracht hat also trotz eines Riesenkaders - inklusive vier A-Jugendlicher stehen 37 Profis unter Vertrag - echte personelle Probleme. Was auch an dem nicht besonders glücklich zusammen gestellten Kader liegt. Im Mittelfeld gibt es noch genügend Alternativen, aber die Außenverteidiger gehen Trainer Adi Hütter langsam aus. Und das wird bei den nach der Länderspielpause folgenden „englischen Wochen“ zu einer echten Herausforderung. Auf rechts steht nur noch Danny da Costa zur Verfügung, die Alternativen Chandler und Salcedo sind ja verletzt. Links muss bis zur Rückkehr von Willems Taleb Tawatha seinen Mann stehen.

Der Eintracht war der Engpass wohl bewusst, doch die geplante Verpflichtung des Verteidigers Kevin Mbabu von Young Boys Bern war in der Kürze nicht zu realisieren. Nun gibt es nur noch die Möglichkeit, einen vertragslosen Spieler zu holen. Der ehemalige Hamburger Dennis Diekmeier (28), 203 Bundesligaspiele, wäre so ein Kandidat. „Das ist im Moment nicht geplant“, sagt Manager Bruno Hübner. Ob die Betonung auf „im Moment“ liegt? Trainer Hütter wird versuchen, die Sorgen mit dem einen oder anderen taktischen Kniff zu lindern. Zwei Lösungsansätze sind naheliegend: Zum einen eine erneute Systemänderung, zum anderen Personalgewinn aus der zuletzt ins Abseits geratenen „Trainingsgruppe zwei“ zu ziehen. Beides keine Ideallösungen, aber beide ohne größeren Aufwand umzusetzen.

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Zuletzt hatten die Frankfurter in der Bundesliga mit einer Viererabwehrkette im gespielt. Das könnte bei nun nur noch zwei Außenverteidigern schwierig werden. Eine Rückkehr zur Dreierkette ist dagegen einfach möglich. Mit Makoto Hasebe wäre dann auch wieder Platz für einen Spieler, der zuletzt zweimal überraschend außen vor geblieben war. Mit David Abraham, Evan Ndicka und Marco Russ gibt es auch noch genügend Innenverteidiger. Eine Riege, die durch Simon Falette leicht ergänzt werden könnte.

Was zur Gruppe der eigentlich aussortierten Spieler führt, die im Grunde schon aufgelöst worden ist. Beim sogenannten „Spielersatztraining“ für jene, die am Samstag gegen Bremen nicht im Einsatz waren, wurden die Aussortierten am Sonntag schon wieder eingegliedert. Mit Marijan Cavar (Osijek/Kroatien) und Daichi Kamada (St.Truiden/Belgien) haben nur zwei aus der Siebener-Gruppe neue Vereine gefunden. Neben Falette hoffen nun auch Marc Stendera, Marco Fabián, Branimir Hrgota und Nelson Mandela auf neue Chancen. Fabián und Hrgota hatten zwischenzeitlich sogar „ihre“ Rückennummern verloren, die „10“ und die „31“ sind an die Neuzugänge Filip Kostic und Kevin Trapp gegangen. Fabián kriegt jetzt die „38“, Hrgota die „34“.

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Der Trainer wird versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen. Gerade Stendera und Fabián könnten mit ihren spielerischen Fähigkeiten Bereicherungen für das bislang doch ziemlich ideenarme Mittelfeldspiel werden. Die größte Schwierigkeit für den Trainer: Er muss im Grunde zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt nach dem Trainingsauftakt im Juli, dem Auftakt in die Pflichtspiele mit Supercup und DFB-Pokal, dem Auftakt in die Liga, nun einen taktischen wie personellen Neuanfang starten.

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