Vor dem Spiel gegen Hannover 96

Hoffen auf Haller, Bangen um Hasebe

+
Makoto Hasebe

Frankfurt - Dick eingepackt mit einer Art "Mützenschal" hat sich Sébastien Haller am Donnerstag schon mal wieder auf dem Platz gewagt. Der 23 Jahre alte Mittelstürmer der Frankfurter Eintracht kämpft wie einige andere auch mit einer Erkältung und hatte deshalb am Mittwoch eine Trainingspause zugunsten eines Arzt-Besuches eingelegt. Von Peppi Schmitt

Intensive Untersuchungen beim Internisten haben nun ergeben, dass es sich wohl "nur" um eine Erkältung handelt und keine Grippe im Anflug ist. Sollte Haller an diesem Freitag am Abschlusstraining teilnehmen können, wird er danach auf jeden Fall auch die Reise zum Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr - wir berichten im Liveticker) bei Hannover 96 mitmachen. Und ziemlich sicher dann auch von Beginn an auf dem Platz stehen. Trainer Niko Kovac hätte dann eine Sorge weniger.

Gut für die Eintracht ist auch, dass Makoto Hasebe auch am Donnerstag das volle Programm der Mannschaft mitgemacht hat. Der japanische Nationalspieler klagt immer mal wieder über Knieprobleme, die bei hoher Belastung auftreten. Sie sind Folge einer Operation im letzten Frühjahr, als er nach einem Unfall beim Spiel in München am 11. März - Hasebe war mit dem Knie gegen den Pfosten gekracht - operiert werden musste. Bei diesem Eingriff in seiner Heimat wurde ein freier Gelenkkörper im rechten Knie entfernt und der Knorpel geglättet. Bis zum Saisonende hatte die Eintracht den japanischen Routinier in zehn Bundesliga und zwei Pokalspielen schmerzlich vermisst. Nach intensiver Reha in seiner Heimat hatte er dann im Sommer den Sprung zurück auf den Platz schneller als erwartet geschafft. Seit Saisonbeginn steht er der Mannschaft zur Verfügung, freilich nicht uneingeschränkt. Er hat fünf der sieben Spiele über die volle Distanz bestritten, aber auch zweimal wegen der Knieprobleme passen müssen. In Mönchengladbach und gegen Stuttgart konnte er nicht spielen. Völlig schmerzfrei ist der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft selten, was deutlich wird, wenn er nach Trainingseinheiten oder nach Spielen gleich einen kühlenden Eisbeutel ums Knie trägt.

Ein Einsatz des 33 Jahre alten Hasebe in Hannover wäre besonders wichtig, weil der Mannschaft mit dem gesperrten Abwehrspieler Simon Falette und den verletzten bzw. erkrankten Mittelfeldspielern Gelson Fernandes, Marc Stendera und Slobodan Medojevic weiter wichtige Defensivspieler fehlen. Von Andersson Ordonez, im letzten Winter für mehr als eine Million Euro Ablöse aus Ecuador geholt, spricht sowieso keiner mehr. Ihm trauen die wenigsten zu, doch noch in der Bundesliga Fuß zu fassen. Und so muss der Trainer abwägen, ob ein Spiel für Hasebe ohne größere Risiken möglich ist. Hasebe ist nicht nur für die Eintracht ein enorm wichtiger Spieler, auch in seiner Heimat wird sein Gesundheitszustand genau verfolgt, soll er doch die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland im nächsten Sommer anführen.

DFB-Pokal: Eintracht gewinnt in Hannover

Von Hasebes Fitness wird die Aufstellung deutlich abhängen. Ein Ausfall würde eine Kettenreaktion nach sich ziehen, und dies im Sinne des Wortes. Kann er nicht spielen, wird der Trainer nämlich eher nicht auf eine Dreier- bzw. Fünferkette setzen. Denn die hat meist nur mit Hasebe funktioniert. Bei einem Ausfall ist zudem die gesamte Abwehr äußerst ausgedünnt und Kovac müsste die Defensive mit eher offensiv denkenden Spielern besetzen. Mijat Gacinovic, der das in der letzten Saison nach der schweren Verletzung von Omar Mascarell (Achillessehne) sehr gut gemacht hat, wäre dann ein Kandidat, Kevin-Prince Boateng, dessen Kernkompetenz zweifellos im Spiel nach vorne liegt, ein anderer. Es ist ausgesprochenes Pech, sowohl für die Spieler als auch für den Trainer, dass mit Medojevic und Stendera zwei weitere Kandidaten fürs Mittelfeld ausfallen. Die Alternativen sind dünn gesät.

Im Angriff dagegen gibt es einige Möglichkeiten. Würde Haller doch noch ausfallen oder wegen der Schwächung durch die Erkältung nicht die kompletten 90 Minuten durchhalten, würden mit Branimir Hrgota und Luka Jovic zwei ehrgeizige Vertreter bereitstehen. Mit großem Kampfgeist hat sich unter der Woche auch der ehemalige Hannoveraner Marius Wolf in Erinnerung gebracht. Wolf ist ja eigentlich "gelernter" Außenstürmer, auch wenn er zuletzt häufig auf anderen Positionen eingesetzt wurde. (ps)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare