Bekommt Kadlec eine neue Chance?

Auch Aigner krank: Personaldecke immer dünner

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Eventuell wieder eine Option für die Anfangself: Stürmer Vaclav Kadlec (rechts).

Frankfurt - Ob er denn Sorgen habe in diesen Tagen, wurde Armin Veh gefragt. „Natürlich haben wir Sorgen und auch Probleme“, hat der Trainer der Frankfurter Eintracht geantwortet, „aber das haben andere auch.“ Veh will nicht jammern ob der personellen Probleme, die ihn dieser Woche vor dem Spiel beim FSV Mainz 05 plagen. Dabei werden die nicht geringer. Von Peppi Schmitt

Nachdem sich Anfang der Woche mit Makoto Hasebe ein Spieler wegen einer Verletzung am Schambein abgemeldet hatte, war die Trainingsgruppe am Mittwoch noch weiter geschrumpft. Jetzt nämlich müssen die Frankfurter auch noch um Stefan Aigner bangen. „Er hatte Schüttelfrost und Fieber“, berichtet Veh. Aigner lag also zu Hause im Bett, anstatt auf dem Rasen zu üben. Die Hoffnung freilich bleibt, dass er bis zum Samstag wieder auf die Beine kommt. Alles andere wäre für die Eintracht auch eine mittlere Katastrophe, denn mit Luc Castaignos fällt ja ein weiterer Angreifer langfristig aus. Der Holländer wurde gestern in der Frankfurter BG-Unfallklinik von Dr. Oliver Neun erfolgreich am verletzten Syndesmoseband des linken Fußes operiert. „Da wird keine Schraube mehr eingesetzt, sondern es wird vernäht“, berichtete der Trainer von einer neuen Operationsmethode. Bis zu drei Monaten wird Castaignos dennoch ausfallen.

Ein klein wenig Hoffnung besteht, dass er zur Hälfte der Zeit, also Anfang Januar mit ins Trainingslager nach Abu Dhabi reisen kann, um sich in der Wärme vielleicht etwas schneller wieder heran kämpfen zu können. Castaignos‘ Ausfall und die Ungewissheit bei Aigner bringt einen anderen Spieler noch einmal in den Fokus, der eigentlich schon abgeschrieben ist. Vaclav Kadlec, dessen Wechsel zum 1. Januar zum dänischen Spitzenclub FC Midtjylland bereits offiziell verkündet wurde, stürmte beim Training in der vermeintlichen A-Mannschaft. Dem sei nicht allzu viel Bedeutung beizumessen, beeilte sich der Trainer zwar zu sagen, doch gänzlich ausschließen will er eine überraschende Renaissance für den Tschechen nicht.

Der Eintracht-Tag im Ticker

„Vaclav steht noch bis Januar bei uns unter Vertrag und solange er da ist, ist er weiter einer meiner Jungs“, sagte Veh. Es sei durchaus denkbar, dass er den Stürmer wieder in den Kader nimmt „und er auch zum Einsatz kommt.“ Der Eintracht-Coach betonte, Kadlec sei grundsätzlich ja „nichts vorzuwerfen“. Es komme schon mal vor, „dass es einfach nicht passt“ zwischen Club und Spieler. Dies sei zwischen Eintracht und Kadlec so passiert und deshalb werde man im neuen Jahr getrennte Wege gehen. Es wäre eine dieser Geschichten, die nur der Fußball schreibt, sollte Kadlec auf seine letzten Tage in Frankfurter tatsächlich noch mal die Chance bekommen, sein von allen attestiertes Potential unter Beweis zu stellen. Und womöglich zu treffen.

Eintracht-Zeugnis gegen Leverkusen

Veh hätte nichts dagegen, „denn es wäre schon wichtig, wenn wir aus Mainz was mitbringen.“ Das hält der Coach trotz der dünnen Personaldecke für möglich. Noch habe er einige Möglichkeiten, um zu reagieren. „Richtig eng wird’s erst, wenn Carlos Zambrano ausfällt“, sagt Veh. Sein Abwehrchef hat in dieser Saison bislang viermal „Gelb“ gesehen und wäre nach der nächsten Verwarnung für eine Partie gesperrt. Die Alternativen in der Abwehrmitte sind dünn gesät, nachdem Marco Russ wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel noch länger ausfällt. Auch deshalb will Veh bei der Rückkehr von Stefan Reinartz in den Kader kein Risiko eingehen und den Mittelfeldspieler nicht wieder zu früh belasten. Denn Reinartz müsste in der Abwehr einspringen, wenn dort noch ein weiterer Spieler ausfällt. Reinartz ist wegen einer Patellasehnenentzündung auch am Mittwoch nur am Rand gelaufen. „Es wird besser“, sagt der Trainer, die Einsatzchancen für Samstag beurteilt er dennoch als „eher gering“.

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