Überraschender Blum-Abgang

Streit um geplatzten Fabián-Transfer, Sorgen um Rönnow

+
Marco Fabian bleibt wohl bei der Eintracht

Frankfurt - Am Freitagabend schließt das Transferfenster in Deutschland. „So einen schweren Transfermarkt haben wir die letzten zehn Jahre nicht gehabt", sagt Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. Viele Manager der Bundesliga seien „irritiert, weil der Markt sich sehr langsam bewegt". Von Peppi Schmitt

Viele Spieler würden „sehr gute Angebote ablehnen“. Das betrifft gerade die Eintracht und ihre „Trainingsgruppe 2“. Das eingesetzte Mittel, die Spieler mit dem Ausschluss vom normalen Trainingsbetrieb unter Druck zu setzen und damit einen Vereinswechsel zu forcieren, scheint nicht zu greifen. Für Erstaunen sorgt der Abgang von Danny Blum zu UD Las Palmes, der den Frankfurtern so gut wie keinen wirtschaftlichen Gewinn bringt.

Besonders gereizt reagierte Bobic auf den geplatzten Wechsel von Marco Fabián. Er bezeichnete das Verhalten von Fenerbahce Istanbul als „absolute Sauerei“. In türkischen Medien wurde gestreut, Fabián habe den Medizincheck nicht bestanden. „Für uns ist Fabián ein gesunder Spieler“, sagt Bobic. Der wahre Hintergrund liegt offenbar in den negativen Reaktionen der türkischen Öffentlichkeit auf den bevorstehenden Transfer. Unter dem Druck von Fans und Medien hatte Fenerbahce offenbar kalte Füße bekommen. „Es war alles schon ausgehandelt und jetzt stellen die Marco so hin, als ob er keinen Fußball mehr spielen könne“, schimpfte Bobic in einem FFH-Interview. Der Spieler hat sich inzwischen auch gewehrt. Er habe den Medizincheck sehr wohl bestanden, die Gespräche dann aber selbst abgebrochen, weil fest Vereinbarungen nicht eingehalten werden sollten. Fabián hatte im letzten Sommer eine Operation an der Bandscheibe über sich ergehen lassen müssen, war aber seit Januar wieder fit.

Der Eintracht ist damit eine Ablösesumme in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro durch die Lappen gegangen und der Spieler ist nun noch schwerer vermittelbar. Einiges deutet nun darauf hin, dass Fabián bei der Eintracht bleiben wird, sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2019. Das könnte sportlich durchaus passen, denn Trainer Adi Hütter soll bis zuletzt versucht haben, Fabián zum Bleiben zu überreden.

Eintracht fehlen deutsche Spieler im Kader

Aus der „Trainingsgruppe 2“ (TG2) hat bislang keiner den Verein verlassen. Auch am Dienstag haben wieder fünf Spieler warten müssen bis die Kollegen vom Platz gegangen waren, um dann ins persönliche Kleingruppentraining einzusteigen. Neben Fabián hat auch Simon Falette wegen einer Verletzung gefehlt. Dafür ist völlig überraschend Danny Blum gegangen. Überraschend deshalb, weil Blum nicht zur TG2, sondern zum engeren Kreis gehört hatte. Trainer Hütter hatte ihn in allen drei Pflichtspielen der Saison eingewechselt. Ein größerer wirtschaftlicher Vorteil für die Eintracht ist auch nicht zu erkennen, der spanische Zweitligist aus Pals Palmas wird zunächst nur eine geringe Leihgebühr bezahlen. Und schließlich fehlt der Eintracht nun ein weiterer deutscher Spieler im Kader.

Eintracht-Zeugnis gegen SC Freiburg

Die Statuten der DFL sind eindeutig. „Der Bewerber ist verpflichtet, zu jedem Pflicht-Bundesspiel mindestens zwölf Lizenzspieler deutscher Staatsangehörigkeit unter Vertrag zu halten“, heißt es in der Lizensierungsordnung. Die Eintracht hat derzeit elf, darunter mit dem vierten Torwart Tobias Stirl und Patrice Kabuya zwei Jugendspieler, die nur wegen der Quote mit Verträgen ausgestattet wurden. Auch Lizenzspieler wie Deji Beyreuter und Noel Knothe haben so gut wie keine Chance, zu spielen. Sollte Marc Stendera noch gehen, müsste die Eintracht bis zum Spiel am Samstag gegen Bremen noch zwei weiteren deutschen Spielern Verträge geben. Wieder aus der A-Jugend? Oder doch noch Neue? Manager Bruno Hübner hatte noch am Montag davon gesprochen, „dass wir in dieser Woche keinen neuen Spieler mehr holen, wenn nichts etwas ganz Verrücktes passiert.“

Rönnow und Jovic brechen Training ab

Neue Sorgenfalten gibt es seit dem Dienstagtraining. Frederik Rönnow und Stürmer Luka Jovic mussten das Training vorzeitig abbrechen. Der Torwart verspürte wieder leichte Schmerzen im Knie, der Stürmer plagt sich mit muskulären Problemen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare