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Eintracht Frankfurt sucht zwei neue Torhüter

Bruno Hübner von Eintracht Frankfurt.
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Bruno Hübner von Eintracht Frankfurt.

Der Kader soll verkleinert werden. Manager Hübner setzt große Hoffnungen in Rückkehrer Tuta und Barkok.

Frankfurt - Am Sonntag gehen die Spieler der Frankfurter Eintracht nach einer kräftezehrenden Saison mit dann 54 Pflichtspielen in Urlaub. Am 20.Juli soll die Vorbereitung auf die neue Saison mit dem Europa-League-Spiel gegen den FC Basel (5./6.August) wieder beginnen. Trainer Adi Hütter wird zum Start einen Mammut-Kader begrüßen können. Insgesamt 33 Spieler stehen, Stand jetzt, unter Vertrag, darunter Neuzugang Ragnar Ache, der von Sparta Rotterdam kommt. 

„Wir brauchen ohne Europa diese Breite nicht“, räumt Manager Bruno Hübner ein. Es wird also seine Aufgabe und die von Sportvorstand Fredi Bobic sein, den Kader wieder auszudünnen. Schon jetzt ist klar: Es wird wieder viele Ausleihgeschäfte geben. Zeit dafür ist genügend, das Transferfenster bleibt wegen der besonderen Umstände der Corona-Krise bis zum 5.Oktober offen. „Erst wenn alle Länder ihre Saison zu Ende gespielt haben, wird wohl Bewegung in den Transfermarkt kommen“, glaubt Hübner. Die Bundesliga endet zwar am Samstag, aber viele Länder, darunter England, Spanien, Italien, die Schweiz und Portugal spielen noch bis weit in den Juli hinein.

Einige Personalien sind bei Eintracht Frankfurt bereits geklärt

Ein paar Personalien aber sind bei Eintracht Frankfurt bereits geklärt. Jonathan de Guzman, Gelson Fernandes und Marco Russ werden ausscheiden. Bei Russ (34), seit 2004 mit kurzer Unterbrechung im Klub, ist es möglich, dass er in anderer Funktion eingebunden wird. Zu einem Abschiedseinsatz am Samstag gegen Paderborn wird es allerdings nicht kommen. Die Leihspieler Tuta (Kortrijk), Aymen Barkok (Fortuna Düsseldorf), Dejan Joveljic (RSC Anderlecht), Jetro Willems (Newcastle United), Simon Falette (Fenerbahce Istanbul) und Rodrigo Zalazar (Kielce) kehren zur Vorbereitung auf jeden Fall zurück. Trainer Hütter wird ein Auge darauf werfen, wer aus diesem Sextett vielleicht eine ähnliche Entwicklung nehmen kann wie Daichi Kamada, der nach einer Ausleihe nach Belgien im letzten Sommer gestärkt zurückgekommen ist und sich zum Stammspieler entwickelt hat.

Große Hoffnungen hat Hübner beim Brasilianer Tuta, der in der belgischen Liga eine gute Figur abgegeben hat. „Er hat eine gute Entwicklung genommen“, sagt Hübner, „ich könnte mir vorstellen, dass er auf Sicht die Nachfolge von David Abraham antreten kann“. Kapitän Abraham, der sich mit der Rückkehr in seine argentinische Heimat beschäftigt hat, wird mindestens noch bis in den Winter für die Eintracht spielen. Wie für Tuta sieht der Manager auch für Barkok eine gute Perspektive. Zwar konnte sich der Mittelfeldspieler bei Fortuna Düsseldorf nicht wirklich durchsetzen (21 Einsätze in zwei Spielzeiten). „Aber das hat auch an zwei schweren Verletzungen gelegen“, betont Hübner, „bei ihm lassen wir uns überraschen, wie er hier auftritt.“

Torhüterfrage bei Eintracht Frankfurt nicht geklärt – kommen zwei neue Keeper?

Offene Fragen gibt es bei der Besetzung der beiden Torhüterpositionen hinter Kevin Trapp. Die „Nummer 2“ Frederik Rönnow ist eigentlich zu gut, um weiter auf der Bank zu sitzen. „Er kann jederzeit in der Bundesliga spielen“, sagt Hübner, „wenn ein Angebot kommt, würden wir ihm sicher keine Steine in den Weg legen.“ Freilich: Ablösefrei dürfte Rönnow nicht gehen, immerhin hat die Eintracht vor zwei Jahren knapp drei Millionen Euro an Bröndby für den Nationalspieler überwiesen. Noch Vertrag, aber wenig Perspektive hat die „Nummer 3“, Felix Wiedwald. Es wäre nachvollziehbar, wenn er sich ein neues Betätigungsfeld in der zweiten oder dritten Liga sucht. Dann müsste die Eintracht zwei neue Torhüter verpflichten. „Wir haben Ideen“, sagt Hübner.

Klar ist, dass auch in der nächsten Saison der Trainer Adi Hütter heißen wird. Der 50 Jahre alte Österreicher hat noch ein Jahr Vertrag und es gibt keinerlei Tendenzen, sich vorzeitig zu trennen. Im Gegenteil, es werden nach dem dreiwöchigen Urlaub Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung geführt werden. Zunächst einmal muss sich Hütter neben dem letzten Spiel gegen Paderborn auch mit den Planungen für die Vorbereitung beschäftigen. Ein Trainingslager im Ausland wird es wahrscheinlich nicht geben. Grund dafür sind die strengen Hygiene-Vorschriften, die die DFL auch weiter vorschreibt. „Wir werden weiter alle paar Tage getestet, das wäre im Ausland schwierig, weil da ja auch kein von der DFL zugelassenes Labor in der Nähe ist“, sagt Hübner. Ein Trainingslager in der näheren Umgebung sei dagegen „gut möglich“. Die letzten Entscheidungen darüber sind noch nicht gefallen.

Eintracht Frankfurt berät über weitere Schritte gegen Kostic-Sperre im Pokal

Auch nicht darüber, wie Eintracht Frankfurt mit dem durchaus irritierenden Urteil des DFB-Sportgerichts im „Fall Kostic“ umgehen soll. Der Frankfurter Profi war beim Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen am 04.03.2020 wegen eines Fouls in letzter Minute wegen „rohen Spiels“ zu einer Sperre von vier Spielen verurteilt worden. Genauso viel übrigens wie dem Schalker Torwart Alexander Nübel nach seinem Kung-Fu-Tritt gegen Mijat Gacinovic aufgebrummt worden war. Das erste Urteil wurde nun nach einem Einspruch vom selben Sportrichter, Hans E. Lorenz, bestätigt. Kostic wäre also die nächsten drei Runden im Pokal, ein Spiel ist bereits abgesessen, bis weit ins nächste Jahr gesperrt. Bei der Eintracht wird nun beraten, ob man die nächste Instanz, das DFB-Bundesgericht, anruft. PEPPI SCHMITT

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