Taktische Herausforderungen vor Leipzig-Spiel

Hinten dicht oder doch die Flucht nach vorne?

+

Frankfurt - Offensiv oder defensiv? Mutig nach vorne oder kompakt nach hinten? Für Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac stellen sich vor dem Auswärtsspiel an diesem Samstag bei RB Leipzig ganz grundsätzliche Fragen. Von Peppi Schmitt

Im ersten Halbjahr der Saison waren die Frankfurter keine Mannschaft, die sich verkrochen hat. Und doch waren sie eine der defensiv besten Mannschaften der Liga, mit einer ausgetüftelten Abwehrstrategie. Trainer Niko Kovac und sein Team hatten immer den Mittelweg gefunden zwischen Abwehrbereitschaft und Angriffslust. Gegen den bislang so starken Aufsteiger aus Leipzig ist die taktische Ausrichtung diesmal eine besondere Herausforderung. Nicht nur, weil die Leipziger als eine Mannschaft mit besonders flinken Spielern gelten, die sich selbst bedingungslose Offensive auf ihre Fahnen geschrieben haben, sondern weil dem Frankfurter Trainer auch der eine oder andere wichtige Baustein fehlen wird.

Zwar hat Szabolcs Huszti am Donnerstag zum ersten Mal seit zehn Tagen wieder begonnen mit der Mannschaft zu trainieren, doch eine echte Alternative wird er nicht sein. Und Marco Fabián hat einmal mehr bei der Übungseinheit gefehlt, wird also auch nicht spielen. Und wenn im Kader der Frankfurter Positionen eher dünn besetzt sind, dann jene im defensiven Mittelfeld. Makoto Hasebe, Huszti und Omar Mascarell haben diese Position „gelernt“ und gespielt. Inzwischen wurde Hasebe zu einer Art „Libero“ in einer Dreierkette umfunktioniert. Bleibt für Leipzig alleine Mascarell als „Abräumer“ vor der Abwehr.

Lesen Sie heute auch:

Abraham: „Wir wollen noch besser spielen“

Kovac muss sich also anders behelfen, taktisch wie personell. Vermutlich wird er einen Mittelweg wählen. Er wird die zuletzt so erfolgreiche und eingespielte Dreierkette beibehalten, denn gerade die beiden schnellsten Frankfurter Spieler, David Abraham und Jesus Vallejo, passen zumindest in der Theorie geradezu perfekt auf die flinken Leipziger Stürmer Yussuf Poulsen und Timo Werner. Hasebe als ruhender Pol dazwischen erscheint ebenfalls als eine gute Lösung. Eine Überraschung wäre es, wenn der Eintracht-Coach den genesenen Guillermo Varela als Verteidiger aufbieten würde und Timothy Chandler damit frei würde für eine Position im Mittelfeld.

Eintracht mit Remis im Härtetest gegen Zenit St. Petersburg: Bilder

Eintracht Frankfurt gegen Zenit St. Petersburg
Eintracht Frankfurt gegen Zenit St. Petersburg
Eintracht Frankfurt gegen Zenit St. Petersburg
Eintracht Frankfurt gegen Zenit St. Petersburg
Eintracht mit Remis im Härtetest gegen Zenit St. Petersburg: Bilder

Der Frankfurter Trainer wird aber nicht nur „defensiv denken“, sondern mit seiner Mannschaft auch die Flucht nach vorne antreten. Denn wenn die Leipziger im bisherigen Saisonverlauf Schwächen gezeigt haben, dann war es in der eigenen Defensive. Und die Möglichkeiten der Eintracht im Angriffsspiel sind ausgesprochen groß. Die Stürmer drängeln sich geradezu, in Leipzig dabei zu sein. Im offensiven Mittelfeld und den Außen konkurrieren Mijat Gacinovic, Ante Rebic, Aymen Barkok und Shani Tarashaj, in der Spitze Alexander Meier, Branimir Hrgota und Haris Seferovic. Da ist vieles möglich.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare