Routiniers drängen zurück ins Team

Eintracht-Torwart Rönnow wieder im Training dabei

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Frederik Rönnow

Frankfurt - Frederik Rönnow hat am Mittwoch auf dem Trainingsplatz gestanden und alle Übungen mit Torwarttrainer Moppes Petz und im Kreis der Mannschaft mitgemacht. Eine Meldung, die bei der Frankfurter Eintracht für Erleichterung sorgt, die sportliche Leitung und den Trainerstab durchatmen lassen.

Gerade bei Rönnow, dem Nachfolger von Lukas Hradecky, zucken sie bei der Eintracht immer zusammen, wenn der Däne mal ein Zipperlein hat. Wie am Dienstag, als er wegen „leichter Knieprobleme“, so die offizielle Verlautbarung, das Training früher beenden musste. Es könnte ja etwas Schlimmeres sein und damit die Planungen der Eintracht komplett über den Haufen werfen. Der 26 Jahre alte Rönnow hat immer mal wieder Probleme mit dem rechten Knie. Das war der Eintracht bekannt und das sorgt schon mal für Unruhe. Im zweiten Halbjahr 2014, damals hatte er noch bei Horsens AC in Dänemark unter Vertrag gestanden, musste der Torwart 22 Spiele pausieren wegen einer Entzündung im Knie. Und auch der Start bei der Eintracht hat sich um fast drei Wochen verzögert. Diagnose: Entzündung im Knie. Da sind die Bedenken verständlich, zumal am Freitag mit der Transferperiode auch die Möglichkeit enden wird, noch personell nachzulegen. Darum war Rönnows Rückkehr am Mittwoch so beruhigend. Denn eine weitere Baustelle kann Trainer Adi Hütter nun wirklich nicht gebrauchen. Z

wischen den Pfosten wird es also aller Voraussicht nach bei der aktuellen Besetzung bleiben. Jan Zimmermann war zuletzt in Freiburg die Nummer „2“, Neuzugang Felix Wiedwald nur noch die Nummer „3“. Was für den ehemaligen Bremer vor dem Heimspiel gegen seinen Ex-Klub Werder am Samstag eine ganz bittere Pille ist. Trainer Hütter klang in Freiburg auch nicht so, als würde er auf der Bank bei den Torhütern auf Rotation setzen. Aber ausgeschlossen ist das nicht.

Bei den Feldspielern sieht das anders aus. Die Siegermannschaft von Freiburg wird gegen Bremen ziemlich sicher auf einigen Positionen verändert werden. Drei Routiniers drängen zurück ins Team. Aber wohin mit ihnen? Abwehrchef David Abraham wird sicher spielen, er trainiert nach überstandener Prellung in dieser Woche wieder mit. Genau wie Makoto Hasebe nach einer Sommergrippe. Beim Japaner, eigentlich unverzichtbar und gesetzt, könnte es aber schon eng werden. Es sei denn Hütter wird auch das System wechseln und wieder mit Dreierkette agieren. Auch Johnny de Guzman, der nach seiner Einwechslung in Freiburg eine starke Leistung abgeliefert hat, könnte in der Anfangsformation stehen. Genauso übrigens Filip Kostic.

Ante Rebic (Fußverletzung) hat dagegen noch immer nicht mit der Mannschaft trainiert. Wahrscheinlich wird Hütter seinem Star noch die Länderspielpause der Liga als zusätzliche Zeit zur Regeneration einräumen. Wer aber muss raus? Vielleicht Lucas Torró im Mittelfeld oder Taleb Tawatha auf Außen. Oder auch Evan Ndicka in der Abwehr.

Dabei hat das Nesthäkchen Ndicka, gerade 19 geworden, ein gutes Spiel gemacht. „Das war cool in Freiburg“, sagt er locker, „jetzt freue ich mich aufs Heimspiel.“ Der selbstbewusste Ndicka wird um seinen Platz kämpfen und dann die Entscheidung des Trainers abwarten. „Abwarten und Tee trinken“, ließ er im Interview übersetzen. Mit den Zweikämpfen klappt es schon ganz gut, mit der deutschen Sprache noch nicht. Ein paar Kollegen können zwar Französisch, „aber in der Kabine sprechen alle Englisch.“ Keine Verständigungsprobleme also. Schon gar nicht auf dem Platz. „Die Intensität ist viel höher als in der zweiten französischen Liga“, sagt der Neue aus Auxerre, „hier ist Einschlafen verboten.“ Soll heißen: Die Konzentration darf nie nachlassen. Das war das Erste, was er lernen musste.

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Für die ersten 15, 16 Positionen gibt es bei der Eintracht also genügend Alternativen. Dahinter wird es freilich übersichtlich. Mindestens ein halbes Dutzend Profis aus dem Kader kommt für Ligaeinsätze nicht in Frage. Durchaus ein Risiko, denn ab September beginnt für die Eintracht ja die Doppelbelastung mit Liga und Europa-League. Zumindest ein weiterer Neuzugang ist deshalb nicht ausgeschlossen.

Genau wie die Rückkehr von Spielern aus der „Trainingsgruppe 2“ ins normale Teamtraining. Marco Fabián, dessen Wechsel zu Fenerbahce Istanbul unter dubiosen Umständen geplatzt ist, ist noch bis Freitag freigestellt, um Verhandlungen mit anderen Klubs zu führen. Ende offen.

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