Mini-Krise bei der Eintracht?

Hütter sauer: „So ein Spiel darf man nicht verlieren“

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Adi Hütter (links) ärgert sich über die unnötige Niederlage gegen Hertha BSC Berlin.

Berlin - Die Bild-Zeitung schreibt der Frankfurter Eintracht nach der 0:1-Niederlage bei Hertha BSC, der zweiten Pleite in Folge, schon eine „Mini-Krise“ zu. So weit wollte Trainer Adi Hütter dann doch (noch) nicht gehen.

„Wir stehen mit 23 Punkten auf Platz fünf“, sagte der österreichische Fußball-Lehrer, „aber die Erwartungshaltung und die Grenzen haben sich verschoben durch unsere unglaubliche Serie.“ Vor den zwei Niederlagen waren die Frankfurter in elf Spielen wettbewerbsübergreifend ungeschlagen geblieben. Hütter wollte also nicht bei der noch immer guten Gesamtsituation ansetzen, sondern nahm lieber die Leistung in Berlin kritisch unter die Lupe. „Es gibt sicher ein paar Sachen, die wir verändern müssen“, sagte er. Ansatzpunkte gibt es in allen Mannschafsteilen, auch in der Gesamtstrategie. Der Versuch, der Hertha etwas „tiefer“, also etwas weniger forsch zu begegnen, ist nicht wirklich gelungen. „Phasenweise haben wir nicht genau gewusst, was wir machen sollten“, räumte der Trainer ein, „wir sind nicht gut genug nachgerückt, waren vielleicht ein bisschen abwartend.“

Das Gegentor ärgerte den Trainer sichtlich. „Da hätten wir besser verteidigen müssen“, sagte Hütter. Abwehrchef Makoto Hasebe, der Marko Grujic auch wegen deutlicher Größennachteilen am letztlich entscheidenden Kopfball nicht hindern konnte, gab er keine Schuld. „Hase kann da nicht viel machen“, sagte Hütter, der Gesamtverbund habe nicht gestimmt.

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Sorgen bereitet dem Frankfurter Coach auch das Angriffsspiel. Die Eintracht hat in Berlin nur zwei, drei Gelegenheiten herausgespielt, ein Pfostenschuss von Haller, ein abgewehrter Schuss von Jovic und die Elfmeterszene – das war weniger als sonst gewohnt. „Wenn man in zwei Spielen nur ein Tor schießt, vorher aber drei pro Spiel, ist klar, wo wir den Hebel ansetzen müssen“, sagte Hütter. Über die Seiten, also über Danny da Costa und Filip Kostic, sei diesmal nicht so viel Druck ausgegangen.

Zum ersten Mal in dieser Saison hat die Eintracht kein Tor erzielt. „Dann muss man halt 0:0 spielen“, sagte Hütter, „so ein Spiel darf man einfach nicht verlieren.“ Grundsätzliche Probleme sieht der Frankfurter Coach (noch) nicht. Es gehe nicht immer nur um Resultate, sondern in erster Linie um die Leistungen. Und die seien nicht so schlecht gewesen. „Natürlich waren wir schon besser, aber weder Wolfsburg noch Berlin haben uns an die Wand gespielt“, argumentiert er. Doch schon im Heimspiel am nächsten Sonntag gegen Leverkusen steht der Platz in den Europacuprängen auf dem Spiel. (sp)

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