Vor der Partie gegen den BVB

Kovac: "Wir glauben, dass wir gewinnen können"

Niko Kovac
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Niko Kovac

Frankfurt - Links neben der Pressekonferenz-Bühne hängt bei der Eintracht jeweils die aktuelle Tabelle. Die weist nach wie vor Borussia Dortmund als Tabellenführer der Bundesliga auf. Von Peppi Schmitt

Wer die Fragen an den Frankfurter Trainer Niko Kovac am heutigen Freitag gehört hat, kann das kaum glauben. Immer wieder wurde Kovac auf die vermeintlich Krise der Dortmunder angesprochen und ob dies die Chancen der Eintracht auf einen Heimsieg an diesem Samstag (15.30 Uhr) erhöhen würde. Die sogenannte Krise des BVB dauert nun gerade zwei Spiele, einer Heimniederlage gegen RB Leipzig in der Liga ist unter der Woche ein Unentschieden in der Champions-League in Nikosia gefolgt . "Vor zwei Wochen war völlig klar, dass Dortmund Meister wird, es ging nur um den Vorsprung in der Tabelle", reagierte Kovac einigermaßen süffisant, "jetzt soll urplötzlich alles schlecht sein. Das mache ich nicht mit."

Manchmal hörte es sich sogar so an, als sei nun die Eintracht der Favorit. Der Frankfurter Trainer erinnerte daran, dass auch die Beurteilungen seiner Mannschaft von einem Extrem ins andere schwanken. "Vor zwei Wochen hieß es noch, wir könnten überhaupt nicht Fußball spielen", sagt er, "nach zwei Siegen können wir jetzt wieder kicken." So einfach sei es aber nun mal nicht in der Bundesliga. "Höchstens an der Playstation", sagt Kovac. Er gehöre auch nicht zu jenen Menschen, die sich nun freuen würden, Kritiker widerlegt zu haben. "Ich freue mich nicht, dass andere vielleicht falsch gelegen haben", versichert der 46 Jahre alte Kroate. Freilich müsse man überlegen, ob man Experten, die auch bei Saisonprognosen immer danebenliegen, "dann noch als Experten bezeichnen kann."

Kovac weiß, dass bei zwei Niederlagen wieder alles ganz anders gesehen werden kann. Und so mahnt er "Realismus" an, verweist alle aktuellen Hoffnungen, die Eintracht könnte vielleicht doch eine gute Rolle in der Liga spielen, ins Reich der Träumereien. "Wir müssen schön bescheiden bleiben und so schnell wie möglich so viele Punkte wie möglich zwischen uns und die Abstiegszone legen", sagt er. Alles andere sei schlicht "unwichtig". Kovac kann es kaum glauben, dass seine Mannschaft durch die jüngsten Schwächen der Dortmunder auf einmal in eine Rolle gerückt wird, die vor noch nicht allzu langer Zeit ausgeschlossen schien. "Der BVB kommt mit voller Kapelle und will gewinnen", sagt er, "aber das wollen wir auch."

Dortmund besiegt die Eintracht im DFB-Pokalfinale: Bilder

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Das mit der vollen BVB-Kapelle ist auch so eine Sache, denn der Borussia werden mit den verletzten Abwehrspielern Lukasz Piczszek und Ömer Toprak sowie dem gesperrten Sokratis einige wichtige Spieler fehlen. Nach vorne freilich hat der BVB immer noch eine "riesengroße Qualität". Der müssten seine Spieler mit "Emotionen, Passion, Einstellung und dem Publikum im Rücken" begegnen. Dann hält auch der Eintracht-Coach einen positiven Spielausgang für möglich. Kovac wurde übrigens auch gefragt, ob er einen Plan habe, wie die Dortmunder zu besiegen sein könnten. Auch darüber hat er sich amüsiert. "Ich habe natürlich eine Idee, aber ob sie zu realisieren sein wird, liegt zum einen an meinen Spielern, zum anderen aber auch an der Borussia", sagt er.

Im Gegensatz zu den Dortmundern kann der Frankfurter Trainer diesmal wirklich "aus dem Vollen" schöpfen: Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Alex Meier, Omar Mascarell, Marco Fabián und Danny da Costa haben alle anderen am Abschlusstraining teilgenommen. 24 gesunde Feldspieler hatten auf dem Platz gestanden. Es sei nun seine Aufgabe, die richtigen achtzehn Spieler für diese Partie auszuwählen. Timothy Chandler, der unter der Woche wegen Achillessehnenproblemen pausiert hatte, wird dabei sein, auch Jonathan de Guzman wird ins Aufgebot zurückkehren. Schon die Auswahl der 18 wird diesmal eine Herausforderung sein. "Ich muss die richtige Balance finden, auch auf der Bank", sagt Kovac.

Eintracht verliert gegen emotionale Dortmunder: Bilder

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Vor allem aber muss er das richtige System finden. Vertraut er gegen die offensivstarken Dortmunder einen Fünfer-Abwehrkette, obwohl er auf den gesperrten Simon Falette verzichten muss? Oder setzt er gegen die defensiv gebeutelten Borussen mehr auf Offensive? Das sind Schlüsselfragen, die er beantworten muss. "Wir haben zuletzt gute Erfahrungen mit der Borussia gemacht, auch im Pokalendspiel", sagt er, "wir glauben, dass wir gewinnen können."

Eintracht: Hradecky- Chandler, Abraham, Hasebe, Salcedo, Tawatha - de Guzman, Boateng, Gacinovic - Rebic, Haller

Bank: Zimmermann, Russ , Wolf, Besuschkow, Barkok, Willems, Jovic

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