1. Startseite
  2. Sport
  3. Eintracht Frankfurt

Gereizte Stimmung bei der Eintracht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peppi Schmitt

Kommentare

null
© Archiv: Hübner/Hujer

Abu Dhabi - Das zunehmend intensivere Training der Frankfurter Eintracht in Abu Dhabi sorgt bei einigen Spielern für gereizte Stimmung. Andere stecken die höheren Belastungen locker weg. Für einen Schreck sorgte gestern Abwehrchef Carlos Zambrano. Von Peppi Schmitt

Wenn sich seine Mannschaft am „Hügel der Leiden“ auf dem von Palmen umsäumten Gelände des „Emirates-Palace-Hotel“ quält, hält sich Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh unauffällig im Hintergrund. Genauso wie bei den nachmittäglichen Intervallläufen. Und dies wahrscheinlich ganz bewusst. Denn die Frankfurter Profis sind nicht nur geschlaucht von den im Vergleich zu den vergangenen Jahren eher ungewohnten Anstrengungen, sie sind auch genervt, manchmal auch aggressiv.

Ihren Ärger projizieren sie nicht auf Veh, sondern auf Günter Kern, jenen neuen Trainer, der für die Übungen am Berg hauptverantwortlich zeichnet und mit seinen Trainingsmethoden Schnelligkeit und Kraft verbessern soll. Veh nennt das kurz „neue Reize setzen“. Das ist schon mal gelungen, die Spieler sind durchaus gereizt, hatten sie doch mit einer solchen Veränderung der Trainingsarbeit sicher nicht gerechnet. „Wir merken natürlich, dass seit drei, vier Tagen die Intensität erhöht worden ist“, sagt Stefan Aigner.

Kern hat wenig Freunde

In den wenigen Tagen seiner Anwesenheit hat sich der 55 Jahre alte Fitnesstrainer Kern jedenfalls wenig Freunde gemacht. Was nichts mit ihm persönlich zu tun hat, sondern mit seinen knallharten Trainingsmethoden. „Gestern waren wir völlig am Ende“, so Aigner. Am Dienstag sei er aufgestanden und habe sich gefragt, „wie soll ich das heute schaffen?“ Zur Beruhigung: Aigner und all die anderen haben es auch heute geschafft. Und sie werden es ziemlich sicher auch heute schaffen. So lange soll die Höchstbelastung andauern.

Besonders heftig sind die Reaktionen, wenn den Bergaufläufen vom Vormittag am Nachmittag Intervallläufe auf dem Platz folgen. Nicht wenige Spieler haben danach über „dicke Beine“ geklagt. Um die schnelle Regeneration zu fördern, müssen übrigens alle nach den Anstrengungen in eine Eiswanne steigen. Die Kühlung soll helfen, die Muskeln zu entspannen. Sind die Emotionen nach der Quälerei abgeklungen, setzt sich eigentlich bei allen die Einsicht durch. „Es gehört halt dazu, auch mal über die Grenzen zu gehen“, sagt Aigner, „am Ende werden wir davon profitieren“.

Bilder aus dem Trainingslager (Teil 1)

Es gibt Spieler, denen die extremen Belastungen wenig auszumachen scheinen, allen voran Constant Djakpa und Joselu. Gerade der Spanier stellt sich in bestechender Verfassung vor, nicht nur läuferisch, sondern auch bei den fußballerischen Übungen. Zur Zeit trifft und läuft keiner wie Joselu. Es gibt andere, denen das alles aufs Gemüt schlägt. So konnte und wollte Bamba Anderson seine außerordentlich schlechte Laune nicht verbergen, trat den fragenden Journalisten bei einem offiziellen Termin unhöflich und miesepetrig gegenüber, benahm sich wie ein trotziges Kleinkind, verweigerte jede Antwort. So reagiert halt jeder unterschiedlich. Am Ende wird wichtig sein, was hängen bleibt.

Für einen Schreck sorgte gestern Carlos Zambrano, der am Vormittag das Training vorzeitig wegen Kniebeschwerden beendet hatte. „Ich habe gestern einen Schlag draufbekommen, aber es ist nicht so schlimm“, gab der Abwehrchef allerdings schnell Entwarnung.

Bilder aus Abu Dhabi (Teil 2)

Auch interessant

Kommentare