„Wir dürfen nicht kapitulieren“

Eintracht trotzt dem Terror: Heimspiel soll stattfinden

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Heribert Bruchhagen

Frankfurt - Auch Eintracht Frankfurt will dem Terror nicht weichen und das Heimspiel am Samstag (15. 30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen durchführen. „Unser Ziel ist, dass wir unbedingt spielen“, sagte Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen.

„Aber wir können nicht sagen: Das Spiel findet ohne Wenn und Aber statt. Das steht uns als Verein nicht zu.“ Noch auf der Rückfahrt von Hannover hatte er aus dem Zug den Sicherheitsbeauftragten des Clubs, Oliver Lerch, und dem Organisationsleiter und Vereinsjustitiar, Philipp Reschke, den Auftrag erteilt, „sich mit der Polizei und den politisch Verantwortlichen in Wiesbaden in Verbindung zu setzen.“ Es sei wichtig, sich „Rat von außen“ zu holen, sagte Bruchhagen.

„Wir werden uns überlegen, was wir an zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen treffen und was wir ganz grundsätzlich tun können, um unser Ziel auch durchzusetzen.“ Mehr Polizei und Ordnungskräfte im Stadion, intensivere Einlasskontrollen vor dem Spiel: Darauf wird es nach Lage der Dinge hinauslaufen. Grundsätzlich sei er einer Meinung mit DFL-Präsident Reinhard Rauball, der gleich nach dem abgesagten Länderspiel von Hannover geäußert hatte, dass die Bundesliga spielen solle. „Ich sehe keine andere Faktenlage“, sagte nun Bruchhagen.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen ja, eine vorzeitige Absage nein - diese Haltung ist auch im Sinne vieler Eintracht-Fans. „Wir müssen gerade jetzt ein Zeichen setzen. Wir können doch nicht einfach kapitulieren. Das ist auch die Meinung aller bei uns. Die Bevölkerung darf sich jetzt nicht einschüchtern lassen, denn genau das wollen die Terroristen ja erreichen“, sagte der Vorsitzende des Fanclubs „Mainhattan“, Dietmar Kottler.

Länderspiel wegen Terroralarms in Hannover abgesagt

In der Kabine waren die Terroranschläge von Paris und das abgesagte Länderspiel zwar Thema in den Gesprächen der Spieler, eine gemeinsame Aussprache aber fand nicht statt. „Es ist schlimm genug, was da passiert ist“, sagte Stefan Aigner, „aber es bringt nichts, dauernd darüber zu reden.“

Das sieht auch Trainer Armin Veh so, der eine mögliche Bedrohung nicht noch besonders thematisieren will, „weil sowieso überall davon geredet wird.“ Er habe keinen Gedanken daran verschwendet, dass die Bundesligaspiele abgesagt werden könnten. Dies würde keinen Sinn machen. „Dann können wir uns ja gleich selbst einsperren“, sagte der Frankfurter Trainer, der die Vorbereitung auf das Spiel am Samstag so normal wie möglich durchführen will. Diese Einstellung haben auch die Spieler verinnerlicht. „Wir bereiten uns vor wie immer“, sagte Stefan Aigner, „das verändert bei mir gar nichts.“

Mit Marco Russ können die Frankfurter so bald nicht mehr rechnen. Die Verletzung, die er sich gegen die Bayern zugezogen hat, wurde als Muskelbündelriss diagnostiziert. (sp)

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