Chance verspielt

Unentschieden gegen Berlin: Totaleinbruch nach der Pause

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Darida (rechts) trifft zum 1:1.

Frankfurt - Am vergangenen Mittwoch hätte die Frankfurter Eintracht mit einem Sieg auf Schalke auf Platz drei vorspringen können. Es setzte eine 0:2-Niederlage. Am Sonntag hätten die Frankfurter mit einem Sieg gegen Hertha BSC Berlin auf Platz sechs vorrücken können. Doch wieder haben sie diese Chance verspielt. Von Peppi Schmitt

46.000 Zuschauer sahen ein 1:1 (1:0)-Unentschieden und eine Frankfurter Mannschaft, die nach der Pause einen Totaleinbruch erlitten hatte. „Immer wenn wir oben reinstoßen können, klappt es nicht“, sagte Verteidiger Bastian Oczipka, „ich bin total sauer.“ Ziemlich frustriert war auch der Trainer. „Wir hätten zwar gewinnen können, aber das wäre nicht verdient gewesen“, gab Armin Veh zu, „Hertha war in der zweiten Halbzeit klar besser, es viel zu wenig, was wir gezeigt haben.“ Da waren sich alle einig. „Das Spiel hat keinen Sieg für uns hergeben“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Nach dem Spiel begann das große Rätseln, was da in der Pause wohl passiert sein mag. „Eine Erklärung dafür habe ich nicht“, gab der Trainer zu, „aber ich hatte schon den Eindruck, dass wir müde waren.“ In der ersten Hälfte hatten die Gastgeber eine solide Partie geliefert, lagen zwar glücklich in Führung, aber nicht unverdient. Alexander Meier hatte seine Mannschaft in der 22.Minute in Führung gebracht. Nach einer Ecke von Marc Stendera hatte Marco Russ den Ball mit dem Kopf verlängert und der Torjäger in seiner unnachahmlichen Art mit links aus kurzer Distanz vollendet. Die Partie wogte hin und her, auch die Berliner hatten Chancen. Doch deren Torjäger, Vedad Ibisevic, vergab gleich dreimal in bester Position, scheiterte unter anderem zweimal an Lukas Hradecky. Der Torwart war wieder einmal der beste Spieler seine Mannschaft. „Das Beste war heute, dass wir einen guten Torwart haben“, sagte Vorstand Axel Hellmann nach dem Spiel.

Ein Lattenschuss von Stendera kurz vor der Halbzeit war für lange Zeit die letzte halbwegs gefährliche Aktion der Gastgeber. Es dauerte bis zur 77.Minute bis zur nächsten Gelegenheit. Das war freilich eine Hundertprozentige. Der eingewechselte Luc Castaignos schoss aus kurzer Distanz haushoch drüber, das war bezeichnend für die Leistung der Frankfurter im zweiten Durchgang. Sie zogen sich unverständlicherweise immer weiter zurück, „stellten das Fußballspielen ein“, wie Stefan Reinartz feststellte, spielten nicht mehr nach vorne, sondern versuchten irgendwie über die Runde zu kommen. Die Eintracht überließ den Berlinern das gesamte Mittelfeld, die Stürmer hingen völlig in der Luft. Und wenn der Ball aus dem Mittelfeld dann wirklich mal nach vorne kam, konnten sie den Ball nicht halten. Da machte sich das Fehlen des verletzten Haris Seferovic stark bemerkbar.„Es ist unerklärlich, was da passiert ist“, schimpfte Verteidiger Bastian Oczipka, „das war eine der schlechtesten Halbzeiten, die ich hier je erlebt habe.“

Eintracht mit Punkteteilung gegen Hertha BSC Berlin: Fotos

Und die mit dem Erwarteten endete. Den Berlinern, die zwar überlegen spielten, aber kaum Chancen kreierten, kamen dann doch noch zum hochverdienten Ausgleich. Am Frankfurter Strafraum sprang der Ball hin und her (Veh: „Ein Flippertor“) und Vladimir Darida vor die Füße. Es war die 83.Minute und diesmal konnte auch Hradecky nicht mehr helfen. „Wenn es noch zehn Minuten länger gedauert hätte, hätten wir wohl noch gewonnen“, sagte Berlins Trainer Pal Dardia. Das spürte auch seine Frankfurter Kollege und war nun völlig zu recht auf Schadensbegrenzung aus. Luca Waldschmidt, der in der 55.Minute für den schwachen Vaclav Kadlec gekommen war, musste in der 86.Minute wieder gehen. Ein nachvollziehbarer Wechsel, denn „Nesthäkchen“ Waldschmidt war rein gar nichts gelungen, jeder Ball war weg. Veh wollte auf die Jugend keine Rücksicht nehmen. „Ich bin kein Jugend- oder Amateurtrainer, sondern Profitrainer“, sagte er, „ich musste reagieren, dafür bin ich da.“ Es kam der defensive Slobodan Medojevic und die Eintracht hielt wenigstens den einen Punkt und rettet damit auch ihre Serie. Vierzehn Heimspiele in Folge sind sie nun ungeschlagen, gegen Berlin wäre es fast passiert.

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