Pokal: Eintracht im elitären Kreis

Viel Lob von Kovac für Mascarell und da Costa

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Freude bei der Mannschaft von Eintracht Frankfurt über den Einzug ins Pokalhalbfinale.

Frankfurt - Niko Kovac hat im Halbfinale des DFB-Pokals einen "elitären Kreis" ausgemacht. Dass seine Mannschaft in die Phalanx der Branchengrößen Bayern München, Bayer Leverkusen und Schalke 04 eingedrungen ist, erfüllt den Trainer der Frankfurter Eintracht mit Stolz. Von Peppi Schmitt

Der souveräne 3:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 im Viertelfinale war die richtige Antwort auf eine erste kleinere Schwächephase, die am letzten Sonntag in Augsburg in eine 0:3-Niederlage gemündet war. Viel Ausgelassenheit und Freude hat sich Kovac freilich nicht gegönnt. "Ich bin schon ganz auf Köln fokussiert", sagte er wenige Minuten nach dem Abpfiff. Am Samstag (15.30 Uhr) empfängt die Eintracht den Tabellenletzten aus Köln. Mit einem deutlich besseren Gefühl als noch zu Wochenanfang.

Die für Frankfurter Verhältnisse ziemlich große Rotation, vier Veränderungen in der Anfangself, hatte nicht nur ein paar Kräfte gespart, sondern auch die Qualität der zweiten Reihe unterstrichen. Bestes Beispiel: Danny da Costa. Zum ersten Mal hat der ehemalige Leverkusener von Beginn an gespielt. "Es war nicht so einfach wie es ausgesehen hat", sagte der 24 Jahre alte Rechtsverteidiger, "wir haben die Mainzer mit unserem Druck ja erst zu den Fehlern gezwungen." Da Costa lebt nun wie viele andere den Traum von der erneuten Qualifikation fürs Finale. Er würde am liebsten im Halbfinale gegen seinen Ex-Klub Leverkusen spielen. "Ich habe schon mit Bernd Leno geschrieben", sagte er, "das wäre für uns ein echter Knaller." Viele andere wünschen sich ein Heimspiel gegen Schalke. "Nur nicht die Bayern", sagte Ante Rebic. Die würde sich die Eintracht am liebsten fürs Endspiel "aufheben". Der Trainer hat noch eine ganz andere Idee. "Ich hätte am liebsten ein Freilos", sagte er lachend. Die Auslosung findet am Sonntag im Rahmen der ARD-Sportschau (ab 18 Uhr) statt.

Bis zum Halbfinale, das am 17. und 18. April ausgespielt wird, hat die Eintracht noch genügend Zeit, sich über die Liga für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Das Heimspiel gegen den 1.FC Köln bietet die Gelegenheit sich im oberen Tabellendrittel festzusetzen. Der Trainer wird wieder zurück rotieren und frische Spieler bringen. Simon Falette bietet sich an, auch Mijat Gacinovic könnte nach leichter Verletzung und "Verbannung" auf die Tribüne wieder eine Rolle spielen. Genau wie Aymen Barkok. Zurückkehren ins Team wird Timothy Chandler. Jetro Willems war in einer guten Mannschaft sicher der schwächste Spieler, auch wenn der Trainer dies überhaupt nicht so gesehen haben wollte. "Alle, die reingekommen sind, haben ihre Sache gut gemacht", sagte Kovac, "Danny da Costa besonders, aber auch Jetro." Der Holländer würde lediglich zu häufig seine Vorstöße abbrechen, das sei aber kein Grund für Vorwürfe, "er ist halt ein lässiger Kerl, der den Fußball auch als Kunstwerk versteht."

Eintracht-Zeugnis gegen Mainz

Die Akzente gesetzt aber haben andere. Wieder einmal Omar Mascarell, der auch sein allererstes Pflichtspieltor geschossen hat, lässt man Treffer im Elfmeterschießen mal weg. Der spanische Mittelfeldspieler wird immer besser und es wird sich lohnen für die Eintracht, das Vertragswerk noch einmal genau zu studieren. Mascarell gehört den Frankfurtern, hat einen Vertrag bis 2019. Aber Real Madrid hat angeblich ein Rückkaufrecht für vier Millionen Euro. Das wäre in der aktuellen Verfassung des 25 Jahre alten Mascarell ein Schnäppchen für jeden Interessenten. Real könnte die geringe Summe dazu verführen, Mascarell entweder selbst zurückzuholen oder als "Zwischenhändler" aufzutreten. "Omar ist körperlich noch eine Klasse besser drauf als vor seiner Verletzung", lobt Kovac überschwänglich, "wie er spielt, ist ein Gedicht." Das hat gegen die Mainzer noch nicht für alle gegolten. Die Leistung der Mannschaft sei gut gewesen, aber nicht "sehr gut", sagte Kovac, "wir haben noch Steigerungspotenzial."

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