Kovac selbstbewusst: „Gegner muss sich nach uns richten“

Eintracht mit Kurzurlaub vor Derby

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Frankfurt - Zweieinhalb Tage haben die Spieler der Frankfurter Eintracht nach dem Coup auf Schalke frei. Mit dem „Kurzurlaub“ reagierte Kovac auf die Erschöpfung seiner Spieler nach dem Spiel gegen Schalke. Von Peppi Schmitt

Trainer Niko Kovac hat damit ein feines Gespür bewiesen, denn die Zeitspanne von Samstagnachmittag bis zum Dienstagmorgen hat es seinen Profis aus alle Herren Länder ermöglicht, nach Hause zu fliegen, nach Spanien, nach Serbien oder auch nach England. Nur Flüge nach Übersee, nach Süd- oder Mittelamerika, waren untersagt, das wäre dann doch zu viel Reisestress gewesen. „Erschöpft“ seien die Spieler nach der Begegnung auf Schalke gewesen, hatte Kovac eingeräumt und darauf mit dem „Kurzurlaub“ reagiert. So ganz loslassen aber wollte der Trainer die Leine dann doch nicht. Schon für den Montag hatten die Spieler „Hausaufgaben“ bekommen, mussten einen Lauf absolvieren. „Wenn man komplett Pause macht, rostet man ein und wird träge“, sagt Kovac.

 Zudem möchte er am Dienstag ja auch gleich voll in die Vorbereitung auf das Derby gegen Darmstadt 98 am nächsten Sonntag einsteigen. Da ist es sicher besser, nicht ganz aus dem Rhythmus zu kommen. Das Spiel gegen den in der Tabelle abgeschlagenen und vom 1:6 gegen Köln gebeutelten Nachbarn ist wieder eine ganz neue Herausforderung für die Frankfurter. Denn zum ersten Mal seit dem Darmstädter Wiederaufstieg 2015 geht die Eintracht als klarer Favorit ins Spiel. Das war nicht so bei der 0:1-Niederlage unter Trainer Armin Veh, nicht beim 2:1-Sieg letzte Saison in höchster Abstiegsnot und auch nicht bei der 0:1-Niederlage am zweiten Spieltag dieser Saison im letzten September.

Trotz der klaren Aussage der Tabelle, die die Eintracht sensationell auf Platz drei führt, ist der Trainer weit davon entfernt, den Gegner zu unterschätzen. Die Veränderungen bei den Darmstädtern unter dem neuen Trainer Torsten Frings wurden genau analysiert und sollen im Laufe der nächsten Tage der eigenen Mannschaft näher gebracht werden. Doch Kovac hat in den letzten Monaten genau wie seine Spieler auch ein großes Selbstvertrauen aufgebaut, basierend auf der Konstanz der Mannschaft. „Der Gegner muss sich nach uns richten“, sagt er an die Adresse der Darmstädter.

Eine Unterschätzung der „Lilien“ wird es sicher nicht geben, dazu sitzt der Stachel des Hinspiels noch zu tief. Schon damals war die Eintracht die deutlich überlegene Mannschaft, machte aber aus ihren wenigen Chancen nichts und unterlag durch einen Glückstreffer der Darmstädter. „Da haben wir noch eine Rechnung offen“, sagt Mittelfeldspieler Omar Mascarell. Der Spanier gehört zu jenen Profis, die seit Wochen und Monaten gute bis sehr gute Leistungen zeigen. Neben seinem Landsmann Jesus Vallejo ist er auch als einziger der vielen Neuzugänge fest verankert in der Stammelf. Dem 23 Jahre alte Mascarell gehörten nach dem Schalke-Spiel viele Schlagzeilen, unter anderem fand sich das „Real-Juwel“ auf dem Titel des „Kicker“ wieder.

Auch Alex Meier war natürlich in aller Munde und bekam von seinem alten Freund Oka Nikolov, der aktuell als Co-Trainer in Philadelphia arbeitet, den guten Rat, noch weiter in der Bundesliga für die Eintracht zu spielen und eventuelle Amerika-Pläne zu verschieben. „In zwei, drei Jahren kann er immer noch nach Amerika gehen“, sagte Nikolov als „Insider“ des US-amerikanischen Fußballs. Meier machte gegenüber dieser Zeitung noch einmal deutlich, „dass die USA für mich jetzt kein Thema sind.“ Er konzentriere sich weiter alleine auf die Eintracht. Mit sechs Toren ist der 34 Jahre alte Kapitän aktuell auch wieder der beste Torschütze seines Klubs.

Eintracht-Zeugnis gegen Schalke 04 

Dass Alter nicht vor Leistung schützt, zeigt auch Makoto Hasebe. Der 33 Jahre alte Kapitän der japanischen Nationalmannschaft hat im Herbst seiner Karriere eine neue Rolle gefunden, die ihm auf den Leib geschrieben ist. Mit Hasebe feiert der „Libero“ ein Comeback im modernen Fußball. Trainer Kovac hat diese Rolle für Hasebe ausgesucht und er wird daran wohl so schnell nichts mehr ändern, nachdem eine Versetzung ins Mittelfeld beim Jahresauftakt in Leipzig nicht wirklich der Weisheit letzter Schluss war. „Wir haben gesehen, wie wichtig Hase hinten ist“, sagt Kovac. Die Achse des Eintracht-Spiels mit Hasebe in der Abwehr, Mascarell im Mittelfeld und Meier im Angriff wird gegen Darmstadt durch die Rückkehr von Torwart Lukas Hradecky wieder vervollständigt.

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