Eintracht wechselt gegen Berlin

Carlos Salcedo soll für mehr Stabilität sorgen

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Carlos Salcedo kehrt in die Startelf zurück.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt will am Samstag gegen Berlin wieder zurück in die Erfolgsspur kehren. Dabei soll Carlos Salcedo helfen. Von Peppi Schmitt

Adi Hütter will erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. Seine Mannschaft werde auch in den letzten fünf Spielen des Jahres in der Lage sein, gute Leistungen abzuliefern. „Der Tank ist vielleicht nicht mehr bis ganz oben voll“, sagt der Trainer der Frankfurter Eintracht, „aber wir sind grundsätzlich physisch und mental noch immer in einem guten Zustand.“

Ihm sei vor dem Auswärtsspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) bei Hertha BSC überhaupt nicht bange. Die Mannschaft habe die erste Niederlage nach zuvor elf erfolgreichen Spielen gut weggesteckt und eine gute Trainingswoche hinter sich. „Wir haben das Spiel gegen Wolfsburg analysiert und die Spieler haben die Kritiken gut angenommen“, sagt er. Das Ziel für die Rückkehr ins Olympiastadion, der Stätte des größten Triumphes (Pokalsieg im Mai gegen Bayern), sei klar abgesteckt: Mit einem Sieg wollen die Frankfurter in die Erfolgsspur zurückkehren. Wohl wissend, dass sie einem starken Gegner gegenüberstehen.

„Die Hertha hat viel Selbstvertrauen nach dem letzten Auswärtssieg“, glaubt Hütter, „wir brauchen eine Topleistung.“ Der Eintracht-Coach hat keine fundamentalen Mankos feststellen können. Lediglich „ein paar Sachen“ habe man nicht gut gemacht im letzten Spiel, die Abstände seien in Breite und Tiefe einfach „zu groß gewesen“. Im Klartext: Die nötige Kompaktheit habe gefehlt.

„Die taktische Disziplin war nicht so wie in den Spielen zuvor“, sagt der Frankfurter Trainer. In diese Richtung habe er unter der Woche die Sinne geschärft. Und so ist in Berlin mit einer konzentrierten Eintracht zu rechnen, die freilich auch das Spielsystem ändern könnte. Er habe zwar „keinerlei Gedanken nach einem Spiel alles auf den Kopf zu stellen“, sagt der 48 Jahre alte Österreicher, „aber es ist möglich, dass wir etwas tiefer stehen.“

In der Defensive soll Carlos Salcedo für noch mehr Stabilität sorgen. Der mexikanische Nationalspieler wird zum ersten Mal seit dem 1. September wieder spielen. Damals hatte er sich im Heimspiel gegen Werder Bremen einen Riss des Syndesmosebandes zugezogen. Jetzt ist er wieder fit. „Es wird von Tag zu Tag besser bei ihm“, sagt der Trainer. Salcedo kommt für Marco Russ ins Team.

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Kapitän David Abraham fehlt weiter wegen einer Wadenverletzung. An der grundsätzlich offensiven Ausrichtung soll sich freilich nichts ändern. Auch nicht die personelle Auswahl. Hütter ließ am Freitag noch offen, ob er wieder mit den drei Stürmern Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic beginnen werde, oder doch mit Mijat Gacinovic einen gelernten Mittelfeldspieler mehr einbaut.

Der Spielstil, also die Fokussierung auf Angriffsfußball bleibe davon unbeeindruckt. „Die Mannschaft muss daran glauben, was wir spielen wollen“, sagt er. Längst haben die Spieler die Ideen des Trainers verinnerlicht. Vom Tag seines Amtsantritts im Juli an habe er daran gearbeitet, „eine andere Art von Fußball zu spielen“.

Die Zuschauer mitnehmen mit begeisternden Angriffsfußball gehört zu seiner Philosophie. Hütter übt auch verbal sanften Druck auf seine Spieler aus. Die Erwartungshaltung habe sich durch die lange Erfolgsserie verschoben, stellt er fest, „wir haben uns nach oben orientiert.“ Dass viele Spieler inzwischen nach sportlichen Sternen greifen und einen Platz unter den ersten Vier, also die Qualifikation für die Champions-League, anstreben, findet er ausgesprochen gut.

„Wer keine hohen Ziele hat, kommt schnell in eine Komfortzone“, sagt er. Und dies möchte der Trainer unbedingt vermeiden. Die Spannung soll hoch bleiben. Die Eintracht würde in der Liga längst „anders wahrgenommen und respektiert“. Hütter: „Es ist sehr unangenehm gegen uns zu spielen. Diese Rolle tut uns gut.“

Voraussichtliche Aufstellung von Eintracht Frankfurt: Trapp – Salcedo, Hasebe, Ndicka – Da Costa, De Guzman, Fernandes, Kostic – Rebic – Jovic, Haller.- Bank:  Rönnow, Russ, Falette, Willems, Stendera, Gacinovic, Müller.

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