Emotionen spielen große Rolle

Revanche für Supercup-Debakel: Eintracht will Bayerns Meisterfete vermiesen 

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Ante Rebic (Eintracht Frankfurt) weiß, wie man den FC Bayern München schlägt. 

Eintracht Frankfurt hat nach dem Supercup-Debakel jetzt die große Chance, es Bayern München heimzuzahlen: Die SGE will dem FCB die Meisterfeier vermiesen.

Frankfurt -  Die Frankfurter Eintracht weiß wie man Bayern München schlägt. Das hat sie fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 19. Mai, im Pokalendspiel bewiesen. Niko Kovac aber weiß nicht nur, wie er die Bayern schlägt mit der Eintracht, sondern auch die Eintracht mit den Bayern.

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Das hat er schon zweimal in dieser Saison bewiesen, im Supercup (5:0) und in der Vorrunde (3:0). Was heißt das für das Saisonfinale am Samstag in München? Vermutlich nicht viel, denn am letzten Tag des Fußball-Jahres spielen Emotionen eine größere Rolle als Taktik, Statistik und Marktwerte.

Eintracht Frankfurt: Statistik spricht gegen SGE

Geht es nach den harten Fakten wie Heimvorteil, Personal, Form oder Tabellenplatz dürften die Frankfurter eigentlich keine Chance haben. Und doch fährt die Eintracht nicht ganz chancenlos nach München. „Überall heißt es, die Eintracht hat sehr viel zu verlieren, aber für mich hat sie alles zu gewinnen“, sagt Eintracht-Legende Jan-Aage Fjörtoft, der beim letzten Sieg in München vor 19 Jahren als Torschütze dabei war, „die Bayern müssen Meister werden, das ist ein Riesenvorteil für die Eintracht."

Aber wie könnte die Eintracht tatsächlich zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 ein Sieg in München gelingen? Der Erfolg im Pokalfinale von Berlin dient nur bedingt als gutes Beispiel. Denn bei der Eintracht sind ja fünf Pokalhelden schon lange nicht mehr dabei (Lukas Hradecky, Carlos Salcedo, Omar Mascarell, Marius Wolf und Kevin-Prince Boateng), die Bayern dagegen könnten mit genau der gleichen Aufstellung beginnen wie damals.

Eintracht Frankfurt spielt anders als im Pokalfinale

Zu erwarten ist freilich, dass anstelle von Franck Ribery Kingsley Coman und anstelle von James Rodriguez Serge Gnabry spielen werden. Die Münchner Mannschaft hat sich nicht wirklich verändert, die Eintracht aber ist eine völlig andere. Das betrifft auch den Spielstil. Unter Niko Kovac wurde betont vorsichtig gespielt, gerade im Finale. Die Taktik war einfach und klar und wurde von Boateng später in einem Kultsatz zusammengefasst: „Bruda, schlag den Ball lang“. Und zwar auf Ante Rebic. Das hat damals vorzüglich geklappt.

In den Spielen dieser Saison hat bei der Eintracht gegen die Bayern dagegen nichts geklappt. Und in den letzten Wochen hat in der Liga auch nichts mehr geklappt. Die Hoffnungen ruhen nun auf den Trainingstagen in dieser Woche.

Hütter hat genug Zeit für die Vorbereitung 

Zum ersten Mal seit langer Zeit kann sich die Eintracht auf ein Spiel wirklich intensiv vorbereiten. Trainer Hütter kann eine Taktik ausklügeln und dabei personell mit einer Ausnahme aus den Vollen schöpfen. Der gerade am Knie operierte Sebastian Rode wird als einziger fehlen. Wer ihn ersetzt? Da soll Ex-Trainer Niko Kovac noch ein bisschen rätseln.

Zum Stil des Kovac-Nachfolgers Hütter würde passen, die Bayern im eigenen Stadion anzugreifen. Die besten Leistungen hat die Eintracht mit der kompletten „Büffelherde“ gezeigt, also mit den drei Stürmern Luka Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller. Dieses Trio könnte auch die Nationalspieler-Abwehr des Rekordmeisters vor Herausforderungen stellen. Die „Büffelherde“ auf die Bayern zu hetzen wäre die aufregendste und mutigste Variante. Aber auch eine risikoreiche.

SGE: Spielt Makoto Hasebe wieder als Libero?

Eine andere wäre, einen der drei Angreifer draußen zu lassen und Mijat Gacinovic als laufstarke Absicherung zu bringen. In der abwehrenden Abteilung sollte Makoto Hasebe auf seine Position als „Libero“ zurückkehren, da ist er für die Mannschaft am wertvollsten. Die beiden Außenbahnspieler Danny da Costa und Filip Kostic müssen die letzten Kräfte mobilisieren.

Bleiben die Positionen im hinteren Mittelfeld. Das Duo Johnny de Guzman und Gelson Fernandes ist da die wahrscheinlichste Variante. „Die Jungs haben bewiesen, dass sie zu einer besonderen Energieleistung fähig sind, wenn keiner mehr damit rechnet“, sagt Sportboss Fredi Bobic. Mehr als 7000 Fans begleiten die Eintracht nach München und hoffen, dass die Mannschaft dazu noch einmal in er Lage ist.

Von Peppi Schmitt

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