Eintracht von Wolfsburg ausgekontert

Das Ende der Partywochen

+
Wolfsburgs Elvis Rexhbecaj wird von den Frankfurtern Jonathan de Guzman (links) und Marco Russ gestoppt.

Frankfurt - Nach elf Pflichtspielen ohne Niederlage hat es die Frankfurter Eintracht wieder einmal erwischt. Von Peppi Schmitt

Der DFB-Pokalsieger unterlag dem VfL Wolfsburg am Sonntagabend vor 48.000 Zuschauern mit 1:2 (0:1) und verpasste dadurch den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga.

Kämpferisch war der Eintracht nichts vorzuwerfen, die Spieler scheiterten diesmal aber an sehr körperlich spielenden Wolfsburger Mannschaft, die nie zurücksteckte und die Eintracht-Spitzen weitgehend unter Kontrolle hatte. „Ich habe sicher kein schlechtes Spiel von uns gesehen“, sagte Trainer Adi Hütter, „Der Rückstand war aber etwas ungewohnt nach den letzten Monaten. Es hat heute nicht sollen sein. Wir haben zu viele gegnerische Konter zugelassen, weil wir etwas zu schlampig gespielt haben. Trotzdem wäre aufgrund des Spielverlaufs mindestens ein Unentschieden drin gewesen.“ Die Frankfurter, die letztmals am 26. September beim 1:3 in Mönchengladbach verloren hatten, rutschten mit 23 Zählern auf Platz fünf ab.

Das Selbstvertrauen hat (noch) nicht gelitten. „Wolfsburg war sicher nicht besser als wir“, sagte Jetro Willems, „wir haben eine große Chance in dieser Saison, das müssen wir realisieren.“ Schon beim Auswärtsspiel am Samstag in Berlin soll eine neue Serie gestartet werden.

Zehn Minuten lang wussten die „Wölfe“ nicht, wie ihnen geschah. Rebic hatte in der 7. Minute eine erste Chance, wurde im letzten Moment abgedrängt. Angriff auf Angriff rollte aufs Tor des VfL. In der 9. Minute pfiff Schiedsrichter Stegemann nach einem Foul von William an Rebic Elfmeter. Doch der Video-Referee wies ihn darauf hin, dass das Foul außerhalb des Strafraums war. Also nur Freistoß. Der verpuffte wirkungslos. Kurz darauf traf de Guzman nach Vorarbeit von Kostic nur den Pfosten. Und damit hatte die Eintracht ihr Pulver verschossen.

Wolfsburg wurde mutiger, spielte mit und erarbeitete sich Chancen. In der 27. Minute traf Weghorst mit einem 16-Meter-Schuss nur die Latte. Und drei Minuten darauf gingen die Gäste in Führung. Rebic verlor im Mittelfeld den Ball, Russ verlor Mehmedi aus den Augen und der hatte freie Bahn. Mit einem Flachschuss ließ er Torwart Trapp keine Chance. Zum ersten Mal seit dem Spiel in Nürnberg am 28. Oktober mussten die Frankfurter einem Rückstand hinterherlaufen. Die Wolfsburger Deckung stand nun sehr sicher, das gefürchtete Frankfurter Angriffstrio kam im Strafraum kaum an den Ball.

Wolfsburg war bis zur 60. Minute dem zweiten Treffer näher als die Eintracht dem Ausgleich. Dann brachte Trainer Hütter mit Gacinovic und Willems zwei frische Mittelfeldspieler für Fernandes und de Guzman. Es gab Druck, ein Abseitstor von Haller und die kalte Dusche in der 68. Minute. Ginczek schloss einen der vielen Konter erfolgreich ab.

Bilder: Eintracht verliert gegen Wolfsburg

Die Frankfurter kämpften und rannten, wurden aber immer hektischer und ließen die Klarheit vermissen, die sie zuletzt ausgezeichnet hatte. Als Luka Jovic in der 87. Minute den Ball dann doch im Wolfsburger Tor unterbrachte, keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch diesmal sollte es nicht sein.

Der Unmut der pfeifenden Fans richtete sich gegen Schiedsrichter Sascha Stegemann. Auch Torwart Kevin Trapp schimpfte über den Unparteiischen. „Es gibt Schiedsrichter, die sollen einfach ihren Pass abgeben und es sein lassen“, motzte der Nationaltorhüter: „Das ist ein Witz. Ich bekomme eine Gelbe Karte, weil ich zu ihm sage, dass er respektvoll mit uns reden soll.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare