Gewinnt Eintracht auch in Bremen?

Das „Wunder von 1999“: Fjörtoft, Berger und die Rettung der Titanic

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Mit seinem Tor in letzter Minute zum 5:1-Endstand gegen Kaiserslautern sicherte Jan-Aage Fjörtoft der Eintracht 1999 den Klassenerhalt.

Frankfurt - Vor drei Wochen haben sich Niko Kovac und seine Spieler im Eintracht-Museum einen zwanzigminütigen Film über das „Wunder von 1999“ angeschaut, der dort in Dauerschleife läuft. Für viele der aktuellen Profis war es die erste Begegnung mit der neben der Deutschen Meisterschaft von 1959 legendärsten Saisonendspurt in der Geschichte des Klubs.

„Danach haben wir uns dran gemacht, ein eigenes Wunder zu vollbringen“, erzählt der Frankfurter Trainer, „Teil eins, zwei und drei haben wir abgearbeitet, Teil vier wollen wir jetzt schaffen.“ Gegen Mainz (2:1), Darmstadt (2:1) und Dortmund (1:0) haben die Frankfurter tatsächlich gewonnen, nun müssen sie in Bremen punkten.

Das „Wunder von 1999“ ist jedem Frankfurter Fußballfreund in Erinnerung. Die sportlichen Leistungen der damaligen Mannschaft mit ihrem inzwischen verstorbenen Trainer Jörg Berger und dem norwegischen Stürmer Jan-Aage Fjörtoft, sind in die Geschichte eingegangen wie vier Pokalsiege und ein Europapokalsieg. Damals hatte die Aufholjagd mit einem 2:1 dort begonnen, wo sie diesmal enden soll, in Bremen. Borussia Dortmund hatte die Eintracht 2:0 geschlagen, dann am 33.Spieltag auf Schalke 3:2 gewonnen.

Mit 34 Punkten hatten die Frankfurter vor dem letzten Spiel gegen Kaiserslautern als Sechzehnter dennoch die schlechteste Ausgangsposition gegenüber Hansa Rostock (35), dem SC Freiburg (36), dem VfB Stuttgart (36) und dem 1.FC Nürnberg (37). Als zur Halbzeit gepfiffen wurde, sah es nicht viel besser aus, es stand 0:0, zwanzig Minuten später 1:1. Dann startete das „Finale furioso“, das es so in der Liga bisher nicht mehr gegeben hat. Thomas Sobotzik, Marco Gebhard, Bernd Schneider und eben Fjörtift in der 89. Minute erzielten vier Treffer zum 5:1. Das reichte, um mit Nürnberg punkt- und torgleich zu ziehen und durch die mehr geschossenen Treffer in der Klasse zu bleiben.

Wie dramatisch die Situation war, beschrieb später Fjörtoft. „Wir führten 4:1 und von der Bak schrien sie, dass wir noch ein Tor brauchen“, erzählte der Norweger, „da habe ich halt noch eins geschossen.“ Mit einem Übersteiger, aufreizend lässig. Seitdem werden und wurden Fjörtoft und Trainer Berger in Frankfurt wie Helden verehrt. „Jörg Berger hätte auch die Titanic gerettet“, sagte Fjörtoft, der danach auf der Tribüne mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth ein Tänzchen wagte. Ein Satz, der sich eingeprägt wie das Tor.

sp

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