4:1 im Elfmeterschießen gegen Ingolstadt

Eintracht zittert sich vor Minuskulisse ins Pokal-Achtelfinale

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Fast menschenleere Tribüne in Frankfurt. Wegen der schweren Ausschreitungen einiger Eintracht-Anhänger beim Erstrundenspiel in Magdeburg waren für die Begegnung gegen Ingolstadt nur Sitzplatz-Dauerkarteninhaber und Gäste-Fans zugelassen.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat seinen sportlichen Aufwärtstrend auch im DFB-Pokal fortgesetzt. Im Elfmeterschießen setzte sich das Team von Trainer Niko Kovac mit 4:1 gegen den FC Ingolstadt durch und steht damit erstmals seit der Saison 2013/14 wieder im Achtelfinale. Von Peppi Schmitt

Es war ein schlechtes Pokalspiel, fast ohne Chancen auf beiden Seiten. Genau deshalb konnte die Partie zwischen der Frankfurter Eintracht und dem FC Ingolstadt nur durch einen Zufall oder durch das Elfmeterschießen entschieden werden. So kam es dann auch. In Magdeburg war die Eintracht durch Elfmeterschießen (5:4) weitergekommen. Und sie schaffte es wieder. 4:1 stand es diesmal nach Elfmeterschießen. Huszti, Oczipka, Mascarell und Hasebe trafen vom Punkt, für Ingolstadt verschossen Bregerie und Hartmann. „Das Spiel hat sich dem Rahmen angepasst, das war ein zähes Pokalspiel“, sagte Eintracht-Sportdirektor Fredi Bobic. „Am Ende der Verlängerung hatten wir das Glück auf unserer Seite, aber es zählt nur das Weiterkommen.“

Trainer Kovac hatte die angekündigte Rotation tatsächlich wahr gemacht. Erstaunlich, dass mit Yanni Regäsel und Taleb Tawatha zwei Außenverteidiger aufgeboten wurden, die schon seit Wochen keine Spielpraxis hatten. Erstaunlich, dass Kovac auf Spielmacher Marco Fabián verzichtete. Erstaunlich auch, dass Branimir Hrgota, der zuletzt in Hamburg zum ersten Mal seit Wochen gespielt hatte, schon wieder zur Schonung auf die Bank musste. Das abermalige Fehlen von Alexander Meier hatte dagegen einen einfachen Grund: Der Kapitän plagt sich seit dem Wochenende mit einer Gesäßmuskelzerrung.

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Der Trainer gab sich auch taktisch innovativ. Im Grunde spielte die Eintracht mit Libero, Makoto Hasebe ließ sich immer wieder zwischen die beiden Innenverteidiger David Abraham und Jesus Vallejo zurückfallen und versuchte von dort das Spiel anzukurbeln. Da auch die Ingolstädter ihre Mannschaft auf vielen Positionen gegenüber dem Heimspiel gegen Dortmund verändert hatten, kam fast schon logischerweise kein Spielfluss auf.

Die 6300 Zuschauer hatten deshalb viel Zeit sich selbst zu feiern. Und auch hier gab es Erstaunliches: Auf der Gegengeraden fanden sich kurz vor Spielbeginn einige hundert der fanatischen Eintracht-Fans ein. Genau jene offenbar, die ja eigentlich per DFB-Sportgerichtsurteil ausgesperrt sein sollten. So herrschte gar nicht einmal eine so maue Stimmung in der Arena wie vorher befürchtet. Das Spiel allerdings war mau. Bis zur Pause gab es auf beiden Seiten keine einzige wirkliche Torchance. Für die Eintracht verfehlte einmal Gacinovic mit einem Weitschuss ganz knapp. Für Ingolstadt setzte Leckie einen Kopfball übers Tor.

Bilder: Eintracht siegt nach Elfmeterschießen

Nach dem Wechsel bewegte sich die Partie dann unter dem Nullpunkt. Kein Tempo, keine Ideen, keine Chancen. Den Gästen kam dann eine Unbedachtheit von Fabián entgegen: Der Mexikaner hatte bereits in der 78. Minute die gelbe Karte gesehen, leistete sich zehn Minuten darauf ein weiteres Foul und wurde vom Platz geschickt. In der Verlängerung hatte Leckie die große Chance für die Gäste. Er war schon an Torwart Hradecky vorbei, schoss dann aber auch am Tor vorbei. Fast im Gegenzug traf Eintracht-Stürmer Seferovic mit einem Kopfball nur die Latte. Im Elfmeterschießen hatten die Gastgeber das bessere Ende für sich.

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