Verletzung noch nicht ausgeheilt

In Zukunft und gegen Hannover: Eintracht ohne Omar Mascarell

+
Wird der Eintracht wohl künftig den Rücken kehren (müssen): Real Madrid möchte Omar Mascarell zurück holen.

Frankfurt - Auch am Samstag beim Heimspiel gegen Hannover 96 wird die Frankfurter Eintracht - wie schon zuletzt gegen Leipzig und Stuttgart - weiter auf Omar Mascarell verzichten müssen. Von Peppi Schmitt

Dem spanischen Mittelfeldspieler geht es nach seiner schweren Fußprellung zwar besser, aber noch nicht gut genug. Drei Tage hatte Mascarell einen Spezialschuh getragen, um den Fuß zu entlasten. Die Schwellung auf dem Spann des rechten Fußes ist zurückgegangen. "Die Hoffnung ist nicht groß, dass er spielen kann, auch wenn ich mir das wünschen würde", sagt Trainer Niko Kovac, "aber nicht nur die Ärzte sondern auch wir Trainer tragen ja eine Verantwortung für die Gesundheit der Spieler." Mascarell wird in diesen Tagen mit Lauftraining beginnen, vielmehr geht noch nicht. Erst fürs nächste Auswärtsspiel in Dortmund ist er wieder eingeplant.

Die Eintracht kann gegen Hannover also schon mal üben, wie es in der nächsten Saison sein wird ohne Mascarell. Denn selbst Kovac rechnet mit dem Wechsel des Spielers zurück zu Real Madrid. "Omar ist glücklich hier und wir würden ihn gerne behalten", sagt er, "aber die Entscheidung liegt bei Real, uns sind da die Hände gebunden." Die Madrilenen haben sich beim Verkauf von Mascarell an die Eintracht im Sommer 2016 eine Rückkaufoption in Höhe von vier Millionen Euro gesichert. Nun deutet vieles darauf hin, dass sie diese Option auch ziehen werden.

Die Eintracht sitzt am kürzeren Hebel, auch wenn die Kontakte von Sportvorstand Fredi Bobic zu Real gut sind. "Doch Real ist Real, die kann man nicht unter Druck setzen", schmunzelt Kovac und hat die Hoffnung doch noch nicht ganz aufgegeben. Bobic und Manager Bruno Hübner würden "sehr kreativ" an Lösungen arbeiten. Zum einen geht es darum, auszuloten, ob es vielleicht doch Chancen gibt, den 25 Jahre alten Mittelfeldspieler zu halten. Zum anderen schauen sich die Bosse schon nach Ersatz um. Über den von der spanischen Zeitung "AS" ins Spiel gebrachte Marcos Llorente habe die Eintracht bislang "nicht nachgedacht". Für die Eintracht spricht bei all den Gesprächen hinter den Kulissen, dass sie in den letzten Jahren mit Jesus Vallejo und eben Mascarell zwei Spieler von Real deutlich weiterentwickelt haben.

Trainer Kovac grübelt derweil, wie er Mascarell gegen Hannover ersetzen soll. Gegen Leipzig und in Stuttgart hatte Makoto Hasebe die Rolle eingenommen. "Gegen Leipzig war es ein Volltreffer, gegen Stuttgart nicht", sagt Kovac. Was im letzteren Fall nicht unbedingt an Hasebe selbst gelegen habe. Ein Spieler sei schließlich auch immer nur so gut, wie das Umfeld in der Mannschaft. Gegen Hannover wird Kevin-Prince Boateng nach Sperre zurückkehren und mutmaßlich das Niveau anheben. Mit ihm könnte auch Hasebe wieder besser spielen. Entschieden aber hat sich Kovac noch nicht.

Von Boateng bis Arnautovic: Die irrsten Fußballer-Verletzungen

"Mir gehen viele Dinge durch den Kopf", sagt er. Auch einige weitere Wechsel. Beim Training habe er beim einen oder anderen, der zuletzt nicht im Kader gestanden hatte, "ein bisschen Resignation" bemerkt. Kovac war lange genug Profi, um dafür durchaus ein wenig Verständnis aufzubringen. Spieler wie Branimir Hrgota, den die Eintracht nicht ausleihen, sondern höchstens verkaufen würde, Marc Stendera , Taleb Tawatha oder Jetro Willems sind ziemlich weit abgestürzt in der internen Hierarchie. Der Eintracht-Coach will darauf mit einem "Durchmischen" im Kader reagieren und "neue Akzente" setzen. Soll heißen: Auf der Bank wird es Veränderungen geben.

Mut macht dem Trainer, dass die Eintracht in dieser Saison einer Niederlage bislang immer einen Sieg hat folgen lassen. Kovac: "Ich erwartete auch gegen Hannover eine Reaktion". Er habe schon "eine Idee entwickelt" wie die Niedersachsen zu schlagen sein werden. Grundvoraussetzung dafür sei eine deutliche Steigerung der ganzen Mannschaft. Daran werde im Training gearbeitet, deshalb sei er auch ziemlich laut gewesen bei den ersten Einheiten. "Die Mannschaft braucht den Input von draußen", glaubt Kovac, "ich sorge dafür, dass hier kein Einheitstrott reinkommt."

Real Madrid feiert "La Undécima" - Trauer bei Atlético

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare