Der Eintracht geht es wie dem Rest

Frankfurt (sp) - Armin Veh hält die Systemfrage für überbewertet. Diese Meinung vertritt der Trainer der Frankfurter Eintracht aus gutem Grund.

Denn: Seine Mannschaft sei in der Lage, „verschiedene Systeme“ zu spielen, sagt Veh, das eine, das ultimativ richtige System für die Eintracht gibt es folglich nicht. Die Bilanz gibt dem Trainer Recht, in allen Varianten hat die Eintracht erfolgreiche Spiele absolviert und weniger erfolgreiche, insgesamt aber bisher eine außergewöhnlich gute Saison gespielt. 49 Punkte nach 24 Spieltagen hätten in der Vergangenheit der 2. Liga zu einem Vorsprung an der Tabellenspitze geführt, in dieser Saison reicht es nur zu einer guten Ausgangslage.

Obwohl gut zwei Drittel der Spielzeit absolviert sind, ist der Frankfurter Trainer aber auch noch immer ein Suchender - speziell in der Abwehr. Die einzige Konstante ist rechts hinten U21-Nationalspieler Sebastian Jung, der bei alle 24 Partien zu Beginn auf dem Platz gestanden hat. Die Abwehrzentrale dagegen ist bis heute ein Experimentierfeld. Inzwischen hat Veh, freiwillig oder gezwungen, sieben unterschiedliche Zusammensetzungen ausprobiert. Zuletzt hieß das Innenverteidigerduo Heiko Butscher und Bamba Anderson.

Sportdirektor Bruno Hübner glaubt, dass das Abwehrzentrum in der gesamten Liga die Problemzone ist: „Vielen Spielern fehlt die Schnelligkeit. Wer schnelle Manndecker sucht, wird kaum einen finden.“ Das gelte für Topteams ebenso wie für Abstiegskandidaten.

In der Offensive haben die häufigen Wechsel bei der Eintracht ihren Ursprung in der individuellen Klasse der Spieler. Veh ist in der komfortablen Lage, viele Spieler mit Torjägerqualitäten im Aufgebot zu haben. Alexander Meier führt die interne Rangliste mit zwölf Treffern an. Es folgen Mohamdou Idrissou, Benjamin Köhler und Jimmy Hoffer (je sieben) und Karim Matmour (sechs). Bei dieser geballten Treffsicherheit hängt die Offensivstärke offenbar nicht von einem System ab, sondern eher von der Form einzelner Spieler. Bestes Beispiel dafür ist Meier, der sowohl im offensiven Mittelfeld als auch als zweite Spitze in der Lage ist, sein Gefährlichkeit auszuspielen.

Beim Testspiel gegen den Hessenligisten RW Frankfurt wird Veh heute Nachmittag (15.30 Uhr, Platz an der Wintersporthalle) alle Spieler des Aufgebotes einsetzen.

Rubriklistenbild: © Hübner

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