Eintracht hofft wieder auf Fenin-Gala

Offenbach - Der tschechische Nationalspieler hat beste Erinnerungen an Berlin: Drei Tore in seinem ersten Bundesligaspiel 2008

Berlin, Olympiastadion, 2. Februar 2008. Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt. Das Debüt von Martin Fenin, dem damals 20 Jahre alten Zugang vom tschechischen Erstligisten FK Teplice, für 3,5 Millionen Euro verpflichtet, der an diesem Tag die Bundesliga im Sturm eroberte. Dreimal traf in seinem ersten Bundesligaspiel beim 3:0 für die Eintracht. In der 39., in der 60. und in der 90. Minute. Zweimal mit dem rechten Fuß, einmal mit links.

Nur vier Spielern waren zuvor in 45 Jahren Bundesliga drei Tore zum Auftakt für ihren neuen Klub gelungen. 1963 Engelbert Kraus (1860 München, zuvor Kickers Offenbach), 1973 Hermann Ohlicher (VfB Stuttgart), 1993 Olaf Marschall (Dynamo Dresden) und 2001 Adhemar (VfB Stuttgart).

„Das war wirklich ein traumhafter Einstand, nach dem sehr viel auf mich eingestürzt ist. Das Medieninteresse war riesig. Später wurde es aber wieder ruhiger. Nur kaufen kann ich mir dafür heute nichts mehr“, sagt Fenin ein Jahr später nach 34 Spielen und zehn Treffern für die Eintracht, die zum Rückrundenauftakt wie im vergangenen Jahr in Berlin antreten muss. Fenin hält sich trotz der guten Erinnerungen vor der Reise in die Hauptstadt bedeckt. „Ich hoffe, dass wir bei der Hertha wieder punkten und dann gleich unser Heimspiel eine Woche später gegen den 1. FC Köln gewinnen, damit wir nicht wieder so lange auf unseren ersten Sieg warten müssen wie zu Beginn der Hinrunde.“ In der Tat: Die Eintracht war in dieser Saison schlecht aus den Startlöchern gekommen. Sie unterlag zum Auftakt der Berliner Hertha mit 0:2 und lag zwischenzeitlich sogar auf einem Abstiegsplatz, ehe am 22. Oktober der erste Sieg gegen den Karlsruher SC (2:1) gelang.

Auch Martin Fenin hat wohl nie mehr so gut gespielt wie bei seinem Debüt vor einem Jahr in Berlin. Auch wenn er als Stürmer weite Wege geht und viel für die Mannschaft arbeitet. Zwischenzeitlich stand er mehr in den Schlagzeilen aufgrund von Vorfällen außerhalb des Spielfelds (Autounfall nachts in seinem Wohnort Neu-Isenburg, Grillunfall auf dem Balkon). Dennoch ist er mit seinem ersten Jahr in der Bundesliga zufrieden. „Sie ist nunmal eine der stärksten Ligen der Welt. Du musst in jedem Spiel 110 Prozent geben, um erfolgreich zu sein. Ich habe sehr viel dazugelernt, im menschlichen und im sportlichen Bereich. Ich bin froh, diesen Schritt nach Deutschland gewagt zu haben und fühle mich bei der Eintracht pudelwohl. Die Fans, das Stadion, die Teamkollegen – alles passt.“

Mit der Eintracht, an die er sich bis 2012 gebunden hat, habe er noch viel vor, sagt der achtmalige Nationalspieler Tschechiens, der bei der EM im Sommer 2008 aber nur einen Stammplatz auf der Ersatzbank hatte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in dieser Saison nicht mehr hinten reinrutschen und am Ende auf einem sicheren Mittelfeldplatz stehen. Wenn das ein einstelliger Tabellenplatz wäre, umso besser.“ Mit dem einen oder anderen Tor in Berlin könnte er die Eintracht, zurzeit mit 19 Punkten Zwölfter, für diese Vorgabe auf Kurs bringen. Wie man im Olympiastadion trifft, weiß er ja bereits. Allerdings fehlt ihm dieses Mal der verletzte Sturmpartner Ioannis Amanatidis, der ihm im vergangenen Jahr alle drei Tore aufgelegt hatte.

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