Eintracht Frankfurt

Eintracht: Hütter fordert Reaktion gegen Augsburg

Amin Younes (rechts), der hier Gladbachs Valentin Lazaro stehen lässt, ist wieder ein Kandidat für die Startelf.
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Amin Younes (rechts), der hier Gladbachs Valentin Lazaro stehen lässt, ist wieder ein Kandidat für die Startelf.

Eintracht Frankfurt steht auf einem Champions-League-Platz. Doch das 0:4 in Mönchengladbach und der angekündigte Abschied von Trainer Hütter haben Spuren hinterlassen. Eine Pleite gegen Augsburg würde das große Ziel arg gefährden.

Frankfurt – Zwei Tage nach dem, so Adi Hütter, „fürchterlichen“ 0:4 bei Borussia Mönchengladbach ist es dem Frankfurter Trainer dann doch irgendwie gedämmert, dass der Zeitpunkt der Vermeldung seines Abschieds von der Eintracht doch nicht so clever gewählt war. „Es ist vielleicht auch zu viel passiert in der Woche“, sagte er am Montag, „vielleicht war der Fokus nicht zu hundert Prozent da, weil bei den Spielern eine Enttäuschung da war.“ Umso bedeutungsvoller ist nun das Heimspiel heute Abend (20.30 Uhr) gegen den FC Augsburg. Mit einem Sieg wäre die Eintracht wieder in der Spur und würde im Kampf um die Champions-League-Plätze ihren Vier-Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund zumindest verteidigen. Bei einer erneuten Niederlage aber würde der Absturz drohen, den Hütter dann durchaus auf seine Kappe nehmen müsste. „Es ist unumstritten ein sehr wichtiges Spiel, wir müssen eine Reaktion zeigen“, sagt der Frankfurter Trainer, „wir werden alles reinwerfen, um zu erreichen, was wir noch nie erreicht haben.“

Hütter hat die letzten beiden Tage dazu genutzt, viele Einzelgespräche zu führen. Das sei nichts Besonderes, betont er, es gehöre grundsätzlich zu seiner Arbeitsweise. „Es macht keinen Sinn, in Aktionismus zu verfallen und alles anders zu machen“, sagt er. Jetzt würden sich Charakter und Mentalität der Spieler zeigen, „und das haben sie.“ Hütter will sich nach einer bislang hervorragenden Saison die gemeinsame Arbeit nicht schlechtreden lassen. Er könne zwar „jegliche Enttäuschung“ verstehen, „aber es ist gefährlich, was jetzt in jedes Wort reininterpretiert wird.“ Die Fans der Eintracht haben in den sozialen Netzwerken ziemlich heftig auf Hütters Abgang, auf die Leistung von Gladbach und die eine oder andere Aussage in Interviews („Das Gladbacher Stadion ist genauso schön wie das Frankfurter“) reagiert. Das will der 51 Jahre alte österreichische Fußball-Lehrer nicht auf sich sitzen lassen. „Ich habe meine Leidenschaft, meine Emotionen und meine Liebe diesen Menschen hier gegeben“, wurde er in der offiziellen Pressekonferenz am Montag kurzzeitig emotional, „viele Leute wissen nicht, was ich für diesen Verein in den letzten drei Jahren getan habe.“ Die sportlichen Erfolge sprechen sicher für Hütter, dennoch dürfte er froh sein, dass heute keine Zuschauer in der Arena zugelassen sind. Negative Reaktionen wären programmiert.

Da Sportvorstand Fredi Bobic kaum ein Fettnäpfchen auslässt und via Bild nun seinen neuen Arbeitgeber Hertha BSC in den höchsten Tönen lobt, wird es an der Mannschaft ganz alleine liegen, wieder für etwas Ruhe in Frankfurt zu sorgen.

Hütter vertraut seinen Spielern. Bleibt die Frage, ob alle Spieler noch dem Trainer vertrauen. Den Beweis muss die Mannschaft gegen Augsburg führen. Die schlechte Leistung von Mönchengladbach haben Trainer und Team gemeinsam aufgearbeitet. „Vielleicht war es ja eine Niederlage zum richtigen Zeitpunkt, vielleicht haben einige geglaubt, es geht alles von selbst“, sagt der Trainer, „aber wir müssen immer an unsere Leistungsgrenze gehen, wenn wir nachlassen, wird es ganz, ganz schwer.“

Die beste Nachricht für Hütter: Gestern hat sich Martin Hinteregger nach fünf Spielen Pause wegen einer Oberschenkelzerrung endlich uneingeschränkt zurückgemeldet. „Er ist eine Option für die Anfangself“, sagt Hütter. Genau wie Makoto Hasebe und Amin Younes, die in Gladbach erst in der zweiten Halbzeit, als alles schon verloren war, eingewechselt worden waren.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Eintracht: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Durm, Hasebe, Sow, Kostic - Younes - Jovic, Silva

Bank: Schubert, Chandler, Ilsanker, Rode, Zuber, Hrustic, Barkok, Kamada

FC Augsburg: Gikiewicz - Framberger, Oxford, Uduokhai, Gumny - Strobl, Gruezo - Richter, Benes, Vargas - Niederlechner

Von Peppi Schmitt

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