Positive Corona-Tests bei Torwart und bestem Vorlagengeber / Trainer Glasner kritisiert Regeln

Eintracht Frankfurt muss in Augsburg ohne Trapp und Kostic auskommen

Eintracht-Torwart Kevin Trapp (oben) darf wegen eines positiven Corona-Tests vorerst nicht mehr spielen.
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Eintracht-Torwart Kevin Trapp (oben) darf wegen eines positiven Corona-Tests vorerst nicht mehr spielen.

Schreck am Freitagabend: Filip Kostic und Kevin Trapp fallen für das Auswärtsspiel der Frankfurter Eintracht am Sonntag beim FC Augsburg aus. Eine PCR-Corona-Testung am Abend ergab bei beiden ein grenzwertig positives Ergebnis bei einer milden Symptomatik. Beiden Spielern geht es „gesundheitlich gut“ meldete der Klub.

Frankfurt - Bei der offiziellen Pressekonferenz am Mittag hatte Cheftrainer Oliver Glasner noch abgewiegelt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ergebnisse noch nicht eindeutig. Nun aber muss er auf den Torwart und seinen besten Vorbereiter verzichten.

Schon da war Glasner hörbar genervt über das Durcheinander, das rund um negative oder positive Tests herrscht. Vor einer Woche hatte er zwei Tage vor dem Spiel gegen Dortmund den Ausfall von Jesper Lindström wegen einer Corona-Infektion bekannt gegeben, doch am Ende durfte der Däne doch spielen. Die festgestellte Viruslast war so gering, dass das Gesundheitsamt keine Einwände gegen einen Einsatz erhoben hatte. Auf einen ähnlichen Effekt hatte er auch diesmal gehofft. Aber nun ist es anders gekommen.

Das ganze Corona-Thema zerrt an den Nerven des Frankfurter Fußballtrainers. Längst wisse er auch nicht mehr, wie lange ein Spieler bei einem positiven Test ausfallen würde. „Zehn Tage, sieben Tage, fünf Tage, ein Tag oder gar nicht, ich kenne mich da nicht mehr aus“, sprach Glasner durchaus vielen Menschen in diesen unsicheren Zeiten aus dem Herzen. Und dass zum Beispiel in Hamburg bei kulturellen Veranstaltungen in Sälen und Hallen Zuschauer zugelassen sind, in Stadien wie in Augsburg oder auch in Frankfurt aber nicht, bringt ihn gänzlich aus der Fassung. „Ich habe kein Verständnis für Geisterspiele“, sagte er deutlich, „die Zuschauerregelungen sind ein Volldesaster.“ Es handele sich dabei „um eine politische Entscheidung, weniger eine virologische oder epidemiologische.“

Das Spiel beim FC Augsburg war über die Covid- und Quarantäne-Fragen fast schon in den Hintergrund getreten. Grundsätzlich habe sich die personelle Lage seit dem Dortmund-Spiel vor einer Woche eigentlich „entspannt“, sagte Glasner. Djibril Sow und Almamy Touré waren seit Wochenbeginn wieder im Training, Erik Durm seit Freitag. Alleine Danny da Costa befinde sich noch in häuslicher Quarantäne, „aber es geht ihm gut.“

Von Entspannung ist nun keine Rede mehr. Nationaltorwart Trapp wird er durch den Bundesliga-Debütanten Diant Ramaj ersetzen. Für Kostic wird wohl Timmy Chandler links spielen und Touré auf rechts in die Mannschaft kommen.

Der Respekt vor dem Gegner ist bei den Frankfurtern groß, die Erinnerung an das 0:0 im Hinspiel noch nicht verblasst. Damals habe man „megadominant gespielt“, erinnert der Trainer, aber es trotz 20:4 Torschüssen verpasst, einen Treffer zu erzielen. Auch jetzt erwartet er wieder eine kompakte Augsburger Verteidigung am Sonntag.

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Augsburg: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago - Dorsch, Maier - Hahn, Vargas - Niederlechner, Gregoritsch

Eintracht: Ramaj - Hinteregger, Hasebe, Ndicka - Touré, Sow, Jakic, Chandler - Lindström, Kamada - Borré.- Bank: Grahl, Hrustic, Tuta, Rode, Ache, Lammers, Paciencia

Von Peppi Schmitt

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