Eintracht ohne Spycher nach Bochum

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Christoph Spycher (rechts) beim Zweikampf mit Arjen Robben. Der Eintracht-Kapitän, der gegen den Bayern-Star eine starke Leistung zeigte, muss am Freitag pausieren.

Frankfurt (sp) ‐ Zwei Tage hat Eintracht Frankfurts Trainer Michael Skibbe gegrübelt und klare Antworten auf Fragen zur Aufstellung umdribbelt.

Soll er in der Auswärtspartie der Fußball-Bundesliga beim VfL Bochum am Freitagabend (20.30 Uhr) den Siegern des Bayern-Spiels komplett vertrauen oder die zuletzt gesperrten Stammkräfte Patrick Ochs, Maik Franz und Selim Teber zurück in die Mannschaft holen? Die Frage hat sich teilweise von selbst beantwortet. Seit gestern steht fest, dass Verteidiger Christoph Spycher nicht spielen kann. Ein Platz in der Anfangself ist also frei geworden.

Der bald 32 Jahre alte Eintracht-Kapitän plagt sich seit Wochen mit Schmerzen über dem Knie. Jetzt wurde bei einer Kernspintomografie eine „leichte Einblutung“ festgestellt. „Es ist nicht so schlimm, aber wir wollen nicht, dass es schlimm wird“, sagte Skibbe. Das im Herbst 2008 wegen eines Knorpelschadens operierte Knie soll nicht betroffen sein.

Bruchhagen sorgt sich um Auftreten der Eintracht-Fans

Der Ausfall des Schweizer Nationalspielers beschert dem Trainer ein Problem. Denn im eigentlich üppig besetzten Kader gibt es neben Spycher nur noch einen weiteren gelernten linken Verteidiger, nämlich Nikola Petkovic. Doch der serbische U 21- Nationalspieler gilt mangels ordentlicher Trainingsleistungen in den vergangenen Monaten nicht wirklich als Alternative. Und so bieten sich Skibbe nicht mehr allzu viele Möglichkeiten. Benjamin Köhler könnte linker Verteidiger spielen, so wie er es in der Vorrunde beim 1:1 in Hoffenheim schon einmal mit gutem Erfolg getan hat. Die zweite Möglichkeit wäre eine Verschiebung von rechts nach links, da auf der rechten Seite in Sebastian Jung, Maik Franz und theoretisch auch Patrick Ochs mehr Kandidaten als Plätze zur Verfügung stehen.

Skibbe will die beste Lösung für die Mannschaft in den letzten Trainingseinheiten „erarbeiten“. Sorgen, seine Spieler könnten nach dem 2:1-Coup gegen den FC Bayern die abstiegsbedrohten Bochumer unterschätzen, hat der Frankfurter Trainer nicht. „Wir fühlen uns nicht größer als der VfL Bochum.“

Derweil sorgt sich Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen um das Auftreten der Eintracht-Fans. Die harten Strafen, die gegen andere Vereine verhängt wurden, haben die Eintracht-Verantwortlichen aufgeschreckt. Angesichts der Vorstrafen, die die Eintracht in der jüngeren Vergangenheit wegen pyrotechnischer Versuche ihrer „Ultras“ erhalten hat, ist absehbar, dass beim nächsten Vergehen auch gegen die Eintracht ein hartes Urteil gesprochen werden wird. „Um solche Urteile gegen uns und unsere Fans zu vermeiden, haben wir uns mit den Vertretern der Fans zusammengesetzt und die Vorgänge analysiert“, berichtete Bruchhagen, der hofft, dass die Strafen gegen andere Klubs abschreckend und aufrüttelnd auf die eigenen Anhänger wirken. „Wir dürfen der jüngsten Entwicklung in unseren Stadien nicht tatenlos zusehen“, sagte der Eintracht-Chef.

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