Fans feiern ihren „ewigen Oka“

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Oka Nikolov.

Frankfurt - Oka Nikolov geht bald in sein 21. Jahr bei der Frankfurter Eintracht. Und nach der gerade vereinbarten Vertragsverlängerung wird noch das eine oder andere Jährchen hinzukommen. 37 Jahre alt ist der Torwart und selten wurde er so gefeiert wie in diesen Tagen. Von Peppi Schmitt

Seit Nikolov am dritten Spieltag der Saison seinen Platz zwischen den Pfosten von Thomas Kessler zurückerkämpft hat, spielt er ohne Fehl und Tadel.

Für die Fans ist der „ewige Oka“ längst eine Kultfigur. Während der zweiten Halbzeit gegen den MSV Duisburg (3:0) wurde Nikolov begeistert mit Sprechchören gefeiert. Jede Ballberührung wurde von Jubel begleitet. „Es ist schön, gefeiert zu werden“, sagte Nikolov später in seiner unnachahmlichen Art, „jedenfalls besser als ausgepfiffen zu werden.“

Hätte es einen Elfmeter gegeben, hätte Nikolov nicht selbst geschossen

Die Wünsche der Fans nach einem Torschützen Nikolov aber wird er nicht erfüllen. „Oka in den Sturm“ lautete eine der lautstark vorgetragenen Forderungen. Doch für solche Späßchen ist er nicht zu haben. Hätte es beim 3:0 gegen Duisburg noch einen Elfmeter gegeben, Nikolov hätte sicher nicht geschossen. „Ich wäre nicht nach vorne“, sagt er, „dafür haben wir andere Spieler.“ Nikolov steht lieber im Tor und genießt die Spiele. „Kompliment an die Mannschaft“, sagt er, „wir haben vorne Geduld bewahrt und hinten ist es gegen uns sowieso schwer durchzukommen.“ Dass neben Bamba Anderson, dem womöglich besten Zweikämpfer der Liga, nun auch Gordon Schildenfeld stabil spielt, überrascht den Torwart nicht. „Ich habe ihn nie so schlecht gesehen wie manch Kritiker.“

Nikolov und Veh sind Brüder im Geiste

Zweimal musste der Frankfurter Torwart gegen Duisburg in höchster Not eingreifen. Beide Male reagierte er prächtig. Die Jubelstürme registrierte Trainer Armin Veh mit einem Schmunzeln. „Die muss er halten“, sagte Veh trocken, um dann aber doch das gesamte Torwartspiel Nikolovs zu loben. „Es ist schwierig, auf den Punkt konzentriert zu sein, wenn man lange Zeit nichts zu tun hat“, sagt der Trainer, „darüber reden wir, daran arbeitet Oka.“

Nikolov und Veh sind auch sonst Brüder im Geiste. Beide bewerten das Schaugeschäft „Bundesliga“ nicht über, können nichts anfangen mit übertriebenen Schlagzeilen oder Überhöhungen von Spielen und Spielern. So ist für Nikolov das Pokalspiel morgen Abend gegen den 1.FC Kaiserslautern „keine Standortbestimmung“, ganz einfach weil der Standort der Eintracht die Zweite Liga ist. „Wir freuen uns darauf, gegen einen Erstligisten zu spielen“, sagt der Eintracht-Torwart, der gegen den FCK wegen des Fehlens von Pirmin Schwegler (gesperrt) auch wieder Kapitän sein wird, „wenn wir so spielen wie gegen Duisburg, haben wir eine Chance.“ Auch ohne Theofanis Gekas, der nach seiner Muskelverletzung für das nächste Zweitligaspiel am Sonntag in Ingolstadt geschont wird.

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