Eintracht Frankfurt

Eintracht-Trainer Hütter als Beifahrer auf die Zielgeraden

Fußspitze voraus: Amin Younes (Mitte, gegen Mönchengladbach) steht als Ersatz für den angeschlagenen Daichi Kamada bereit.
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Fußspitze voraus: Amin Younes (Mitte, gegen Mönchengladbach) steht als Ersatz für den angeschlagenen Daichi Kamada bereit.

Das Europa-Ticket ist gelöst. Um dem großen Ziel, der Königsklasse, noch näher zu kommen, sollte Eintracht Frankfurt in Leverkusen bestehen. An die Auftritte dort hat man keine guten Erinnerungen.

Frankfurt – Die Frankfurter Eintracht spielt in der kommenden Saison wieder in Europa. Wenigstens in der Conference League, wahrscheinlicher in der Europa League, vielleicht in der Champions League. Der sechste Platz ist sicher, die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb erreicht. Das steht nach dem 30. Spieltag fest. Es ist die beste Platzierung für die Frankfurter seit 2013.

„Aber wir wollen mehr, wir haben ein ganz großes Ziel“, sagt Trainer Adi Hütter vor dem Spiel am Samstag (18.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen. Frankfurt träumt vom Einzug in die Champions League. Dafür müsste an den letzten vier Spieltagen der vierte Platz gegen Borussia Dortmund verteidigt werden. Der Vorsprung beträgt vier Punkte, das Restprogramm ist für die Frankfurter mit den Spielen gegen Leverkusen, Mainz, Schalke und Freiburg nicht einfach, aber machbar. „Nur auf dem Papier“ sei das Programm leichter als das der Konkurrenz, hebt Hütter mahnend den Zeigefinger. Schon das Spiel in Leverkusen hält für die Eintracht viele Tücken bereit. Die letzten drei Begegnungen in Liga und Pokal bei der Werkself wurden mit 1:6, 1:4 und 0:4 verloren. „Wir haben dort bittere Nachmittage und Abende erlebt“, sagt der Eintracht-Trainer, „aber diesmal fahren wir mit einem ganz positiven Gefühl dahin.“

Der Sieg gegen Augsburg, mag er auch noch so mühsam gewesen sein, hat bei der Eintracht nach der Pleite von Mönchengladbach gerade zum richtigen Zeitpunkt wieder für Ruhe gesorgt. Die Mannschaft habe nach dem Rückschlag die erhoffte Reaktion gezeigt, sagt der Trainer, „wir können unserem Ziel jetzt von Spieltag zu Spieltag näherkommen.“

Dafür freilich müsse sein Team wieder besser spielen als zuletzt in Gladbach und gegen Augsburg. Dem Samstag kommt eine ganz besondere Bedeutung im Kampf um die Königsklasse zu, weil die direkten Konkurrenten der Eintracht, der VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund, gegeneinander spielen. Natürlich blicke er in dieser Phase der Saison auch ganz genau auf die Konkurrenz, sagt Hütter, „aber letztlich kommt es doch darauf an, dass wir selbst unsere Hausaufgaben machen.“ Mit drei Siegen an den letzten vier Spieltagen wäre die Eintracht sicher dabei.

Dementsprechend bereitet Hütter sein Team auf die Aufgabe in Leverkusen vor. Der Gegner stehe „enorm unter Druck“, weil er unbedingt wenigstens die Europa League erreichen will. Unter dem neuen Trainer Hannes Wolf spielt die „Werkself“ deutlich defensiver als unter dessen Vorgänger Peter Bosz. Hütter: „Sie haben viel Speed und eine gute Technik. Aber sie sind auch anfällig.“ Das will die Eintracht nutzen.

Dabei haben die Frankfurter auch das eine oder andere Personalproblem. In Leverkusen wird auch Sebastian Rode gelbgesperrt fehlen, zum zweiten Mal schon in dieser Saison. Zudem steht hinter Daichi Kamadas Einsatz ein Fragezeichen. Der Japaner hat sich bei einem häuslichen Missgeschick einen Finger eingequetscht. „Sehr schmerzhaft“, sei diese Verletzung, sagt Hütter, „er hatte beim Spiel gegen Augsburg echte Probleme.“ Noch aber sei Zeit, um vielleicht eine Linderung der Schmerzen herbeizuführen.

Fällt Kamada aus, spielt auf jeden Fall Amin Younes. Der wuselige Nationalspieler war zuletzt, auch wegen leichter Adduktorenprobleme, die er von der Nationalmannschaft mitgebracht hatte, zweimal zunächst auf der Bank geblieben, was womöglich seine Chancen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft mindert. Für Hütter ist dies allerdings kein Kriterium für die Aufstellung. „Ich kann keine Rücksicht nehmen auf individuelle Interessen“, sagt er knallhart, „es geht um den gemeinsamen Erfolg, da muss sich jeder hinten anstellen.“

Hinten anstellen muss sich Hütter auch persönlich - beim Autofahren. Er war zu schnell unterwegs, „vor einem Jahr“, wie er erzählt, und musste jetzt für drei Monate seinen Führerschein abgeben. „Ich bin aktuell nur als Beifahrer unterwegs“, trägt er es mit Humor. Im Auto ist sein Assistent Christian Peintinger jetzt der Chef. (Von Peppi Schmitt)

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