Eintracht verliert ihren Kapitän Spycher

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Christoph Spycher hält das Trikot seines neuen Vereins Young Boys Bern in Händen. Der ehemalige Eintracht-Kapitän wird einen Vierjahresvertrag unterzeichnen.

Frankfurt (sp) ‐ Der Kapitän geht von Bord. Christoph Spycher hat der Frankfurter Eintracht mitgeteilt, dass er den angebotenen Einjahresvertrag plus Option für ein weiteres Jahr nicht annehmen und zurück in seine Heimat gehen wird.

Vermutlich wird der 32 Jahre alte Schweizer Nationalspieler beim aktuellen Tabellenführer Young Boys Bern einen Vierjahresvertrag unterzeichnen.

„Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Eintrachts Trainer Michael Skibbe, „wir verlieren nicht nur einen absoluten Leistungsträger, sondern auch einen der führenden Köpfe der Mannschaft.“ Bis zuletzt hatte Skibbe versucht, Spycher zum Bleiben zu bewegen. Der linke Verteidiger habe mit einer guten Abwehrorganisation „maßgeblich zum Aufschwung beigetragen“. Vorstandschef Heribert Bruchhagen lobte Christoph Spycher als einen „absolut vorbildlichen Spieler, der in den vergangenen fünf Jahren entscheidend an der Entwicklung von Eintracht Frankfurt mitgewirkt hat.“

Eintracht muss sich nach adäquatem Ersatz umschauen

Christoph Spycher war im Sommer 2005 von Grashoppers Zürich zur Eintracht gewechselt und hat bis heute 129 Pflichtspiele absolviert. Vor dieser Saison hatte Trainer Skibbe ihn zum Mannschaftskapitän befördert. Aktuell muss Spycher wegen einer Knieverletzung pausieren.

Die Eintracht muss sich nun nach einem adäquaten Ersatz umschauen. „Selbst wenn wir einen Spieler finden, der ein ähnliches sportliches Niveau hat, kann er sicher nicht das leisten, was Christoph als Kapitän geleistet hat“, sagt Skibbe. Der Neue müsse ein „erfahrener Spieler“ sein. Nach dem Kassensturz im Sommer hofft der Trainer, dass genügend Geld für eine gute sportliche Lösung da sein wird. „Wir haben ja eine gute Einnahmesituation“, glaubt Michael Skibbe, „ich denke, die Mannschaft hat so gut gespielt, dass die Zuschauer in allen Bereichen wieder kommen werden.“ In den letzten beiden Begegnungen gegen Hoffenheim und Wolfsburg wird Spycher weiter von Benjamin Köhler vertreten. Dies sei allerdings „keine Dauerlösung“, stellt Skibbe klar.

Köhler wird sich wie die anderen am Samstag auf einen neuen Torwart einstellen müssen. Ralf Fährmann (21) wird die Chance bekommen, sein Leistungsniveau unter Bundesligabedingungen zu zeigen. „Ich wünsche mir, dass er sein Talent zeigt“, sagt der Trainer und hofft, „dass dies der Startschuss für Ralf ist, in der nächsten Saison Oka Nikolov angreifen zu können.“ Bisher stand Fährmann erst einmal im Tor, beim 0:4 in Leverkusen.

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