1:2 - Serie reißt in Bremen

Eintracht verzweifelt an „grüner Mauer“

Dreikampf in Bremen: Milot Rashica (Mitte) bereitete den Frankfurtern um Filip Kostic (links) und Makoto Hasebe (rechts) einige Probleme.
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Dreikampf in Bremen: Milot Rashica (Mitte) bereitete den Frankfurtern um Filip Kostic (links) und Makoto Hasebe (rechts) einige Probleme.

Die Serie von Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga ist gerissen. Bei Werder Bremen setzte es am Freitagabend mit 1:2 (1:0) die erste Pleite nach zuvor elf Ligaspielen in Folge ohne Niederlage. Frankfurt verpasste den vorübergehenden Sprung auf den dritten Platz.

Bremen – Am Ende waren sie bei Eintracht Frankfurt richtig sauer. Im Kabinengang kam es zu einem Gerangel zwischen Martin Hinteregger und Niclas Füllkrug, auch Manager Bruno Hübner war im heftigen Austausch mit Werder-Trainer Florian Kohfeldt. „Hier wird immer zu viel geredet, auch von draußen“, sagte Kapitän Makoto Hasebe, „auf dem Platz haben wir uns sehr schwer getan, weil Werder gut gestanden hat.“

Der Frankfurter Trainer Adi Hütter hatte sich für die erwartete Aufstellung entschieden. Djibril Sow kehrte ins Team zurück, ersetzte den gesperrten Evan Ndicka. Makoto Hasebe spielte „Libero“, im Angriff war André Silva nach kurzer Pause wieder dabei. Und die Eintracht begann so, wie sie zuletzt aufgehört hatte: Ballsicher, dominant, überlegen. Und wieder klappte die frühe Führung nach dem üblichen Muster. Filip Kostic flankte hoch nach innen, André Silva stieg höher als Toprak und köpfte in den Torwinkel (9.). Ein tolles Tor, aber in der Entstehung glücklich, denn die Entscheidung des Schiedsrichters, zuvor einen Eckball zu geben, war falsch. Das war zwar schwer zu erkennen, doch Sow war zuletzt am Ball.

Die Führung spielte der Eintracht in die Karten. Bis zur 25. Minute agierte Werder nur defensiv. Silva hatte noch eine gute Gelegenheit, scheiterte aber an Torhüter Pavlenka (18.). Und Younes hätte sogar ein Kopfballtor erzielen können (30.). Doch das ist nun mal nicht die Kernkompetenz des Spielmachers. Dann kamen die Bremer besser ins Spiel. Vor allem Milot Rashica machte der Eintracht nun Probleme. Zunächst scheiterte er mit einem Freistoß an Torwart Trapp, dann traf er per Schrägschuss die Latte (34.).

Und Rashica war auch der Mann, der nach der Halbzeit das Spiel drehte. In der 47. Minute gelang ihm ein wunderbarer Pass auf Gebre Selassie, der frei im Strafraum auftauchte uns ins lange Eck traf. Der Video-Schiedsrichter überprüfte eine Abseitsstellung, doch der Treffer zählte. Genauso wie in der 62. Minute. Diesmal stand Sargent hautnah an der Abseitslinie, wieder frei im Strafraum, wieder war der Ball drin. Da merkte man das Fehlen des gelbgesperrten linken Innenverteidigers Evan Ndicka.

Die Eintracht hatte damit das Spiel aus der Hand gegeben. Und kam diesmal nicht zurück. Alleine Filip Kostic mit einem Weitschuss und Silva mit einem Schuss von der Strafraumgrenze kamen dem Ausgleich nahe. Doch Pavlenka reagierte beide Male glänzend. Den Bremern war es nach unsicherem Beginn zunehmend besser gelungen, das Spiel der Eintracht zu stören. Mit einer lange Zeit ultradefensiven Leistung hielten sie vor allem Younes und Kamada quasi aus dem Spiel.

Die Eintracht bemühte sich, das konnte keiner den Spielern vorwerfen. Aber spielerisch passte es diesmal nicht. Und vor allem fanden sie keine Lösung gegen die „grüne Abwehrmauer“ der Bremer. Auch als der Trainer eine Viertelstunde vor dem Ende in Aymen Barkok, Ajdin Hrustic und Luka Jovic drei frische Kräfte brachte, änderte sich nicht mehr viel an der Ungefährlichkeit im Angriffsspiel. Zwar drückten die Gäste Bremen in deren Strafraum, aber die Flanken waren unpräzise, Werder stand einfach zu dicht. Da half es auch nichts, dass Abwehrspieler Hinteregger quasi nur noch im Sturm spielte. Diesmal war es zu wenig gegen biedere, aber kampfstarke und disziplinierte Bremer. (Von Peppi Schmitt)

Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - Gebre Selassie, Möhwald (90.+5 Groß), Agu - M. Eggestein, Schmid (79. Bittencourt) - Rashica (86. Mbom), Sargent (79. Füllkrug)

Eintracht Frankfurt: Trapp (3) - Tuta (3,5), Hasebe (3,5), Hinteregger (3,5) - Durm (4; 65. Barkok), Sow (4), Rode (4; 65. Hrustic), Kostic (4) - Kamada (4,5; 65. Jovic), Younes (4) - A. Silva (2,5)

SR: Robert Hartmann (Wangen/Allgäu) - Tore: 0:1 A. Silva (9.), 1:1 Gebre Selassie (47.), 2:1 Sargent (62.) - Gelb: Gebre Selassie (2), Schmid (2), Friedl (4), Möhwald (1) / Rode (7), Younes (4), Tuta (4)

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