Eintracht viel zu passiv

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Der Anfang vom Ende in Hannover: Schiedsrichter Gagelmann zeigt dem Frankfurter Selim Teber nach einem Handspiel Gelb-Rot, da helfen auch die Proteste seiner Mitspieler Patrick Ochs und Halil Altintop nichts. Die Eintracht verlor 1:2.

Hannover ‐ Selim Teber wusste, was er angerichtet hatte. „Es tut mir leid für die Mannschaft“, sagte der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht, der in der 54. Minute Gelb-Rot gesehen hatte. Von Peppi Schmitt

„Mit elf Mann hätten wir nie verloren.“ Doch die Einsicht kam zu spät, die Eintracht verlor bei Hannover 96 1:2 (1:1). Die Gastgeber hatten das vorübergehende Frankfurter Durcheinander nach dem Platzverweis zum zweiten Tor genutzt und die Schlussoffensive der dezimierten Gäste mit Glück überstanden. „Ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen“, so die etwas überraschende Aussage von Eintracht-Trainer Michael Skibbe. Er beklagte lediglich, „dass wir in den ersten zwanzig Minuten viel zu passiv waren“.

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Dreimal in Folge hat die Eintracht zuletzt verloren, jetzt auch bei einem Abstiegskandidaten, der trotz schneller Führung total verunsichert war. Von Platz sieben ist die Eintracht auf Platz zehn abgestürzt, aber der Trainer gibt sich kämpferisch: „Wir werden nicht durchgereicht.“ Dabei steckt die Eintracht schon mitten drin in der Abwärtsspirale. Eine geschlossen gute Leistung über 90 Minuten hat die Eintracht schon lange nicht mehr gezeigt. Die Spieler sind offenbar an ihre Leistungsgrenzen gestoßen sind.

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Heribert Bruchhagen, der Vorstands-Chef der Eintracht, kann sich durchaus bestätigt fühlen, dass er vor ein paar Wochen in die Lobeshymnen nicht mit eingestimmt hatte. Und die kommenden Wochen könnten bei Spielen gegen München, Bochum und Leverkusen durchaus zu weiteren Niederlagen führen. Vor allem dann, wenn es nicht gelingt, die Konzentration für die Defensivarbeit zu schärfen. Zwei Gegentore in Stuttgart, vier gegen Schalke und nun zwei in Hannover, wo es auch fünf hätten sein können, selbst beim Sieg im besten Saisonspiel in Dortmund zwei. Das sind eindeutig zu viele. Die „Null“ steht bei der Eintracht viel zu selten.

„Das ist einfach nur schade“

Die ganze Woche über hatte Skibbe davon geredet, dass er von den Spielern eine „Reaktion“ erwarte nach der schwachen ersten Hälfte gegen den FC Schalke 04. Die kam dann auch, aber wieder mit dreißig Minuten Verspätung. „Wir haben den Anfang wieder verpennt“, sagte Abwehrspieler Marco Russ. Warum? Die Antwort war ein Schulterzucken. Diese Mentalität seiner Spieler scheint dem Trainer auch nach mehr als acht Monaten im Amt noch ein Rätsel. „Das ist einfach nur schade“, sagte Skibbe. Wie viel mehr in Hannover drin gewesen wäre, hat die letzte Stunde des Spiels gezeigt. Selbst in Unterzahl war die Eintracht „dominant“, wie Skibbe feststellte.

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