Eintracht-Vorstand einigt sich mit Funkel auf Vertragsverlängerung

Frankfurt - Zustimmung des Aufsichtsrates gilt als sicher / Dem Trainer werden einige Wünsche erfüllt

Es hat länger gedauert als in den Vorjahren. Und es hat einige heftige Irritationen gegeben. Seit gestern - rechtzeitig vor dem Rückrundenstart am Samstag bei Hertha BSC - aber ist klar: Friedhelm Funkel bleibt Trainer von Eintracht Frankfurt, der im Sommer auslaufende Vertrag wird um ein weiteres, (das sechste) Jahr verlängert. Der 55 Jahre alte Fußball-Lehrer wird damit Erich Ribbeck als Rekordtrainer der Eintracht in der Bundesliga ablösen. Ribbeck hatte es zwischen 1968 und 1973 auf eine fünfjährige Amtszeit gebracht.

In einer kurzen Presseerklärung gab die Eintracht gestern Mittag bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen die Gespräche mit dem Trainer erfolgreich abgeschlossen habe. „Der Vorstand hat den einstimmigen Beschluss der Verlängerung des Trainervertrages bis zum 30. Juni 2010 am heutigen Morgen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Becker in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.“

Der Aufsichtsrat muss nun auf seiner nächsten Sitzung, die offiziell für den 6. Februar angesetzt ist, darüber befinden, ob er die Entscheidung des Vorstandes mitträgt. In dem Gremium herrscht inzwischen die Meinung vor, so schnell wie möglich einen Beschluss herbeizuführen und nicht weiter auf Zeit zu spielen. Eine Ablehnung der Vertragsverlängerung durch den Aufsichtsrat gilt trotz einiger kritischer Stimmen als ausgeschlossen, würde dies doch zu einer tiefen Vereinskrise führen. Bruchhagen jedenfalls geht fest davon aus, dass der Aufsichtsrat zustimmen wird. Schließlich habe dieser in den vergangenen fünf Jahren nie einen Beschluss des Vorstandes gekippt. „Warum sollte der Aufsichtsrat es diesmal tun?“, stellt Bruchhagen

eine aus seiner Sicht lediglich rhetorische Frage.

Funkel hatte in den Gesprächen Forderungen für den sportlichen Bereich gestellt. Er habe Vorstellungen vorgetragen“, sagte der Trainer, „die eine oder andere wird nun realisiert“. Konkreter wollte er nicht werden, gab aber zu, „dass manches, was ich gewünscht habe, auch nicht umzusetzen ist“. Es gebe immer Dinge, „die verbessert oder vergrößert“ werden könnten. Ob sich dies auch auf einen größeren Trainerstab bezieht, ließ er offen. Auf jeden Fall will Funkel mit dem bisherigen Trainerteam weiterarbeiten. Die Gespräche über die Vertragsverlängerung mit Assistent Armin Reutershahn und Torwarttrainer Andreas Menger würden in Kürze aufgenommen.

Noch am Dienstag hatte der Vorstand der Eintracht nach einer weiteren Sitzung jeden Kommentar zu Funkels Zukunft verweigert, um zuerst die Aufsichtsräte persönlich zu informieren. Er wolle die Räte „nicht düpieren“, hatte Bruchhagen bereits ein paar Tage vorher gesagt.

Funkel ist seit 2004 bei der Eintracht im Amt und führte den Traditionsclub auf Anhieb zurück in die Erstklassigkeit. Danach steuerte er den früher von Skandalen und Affären erschütterten Verein im Zusammenspiel mit Bruchhagen in ein ruhiges Fahrwasser und etablierte ihn wieder in der Bundesliga. Nach dem Fehlstart in die laufende Saison stand Funkel kurz vor der Entlassung. Doch er schaffte die Wende und kletterte mit seiner Mannschaft bis zur Winterpause ins Tabellenmittelfeld. Trotz seiner unbestrittenen Verdienste hat er am Main viele Kritiker. Fans und Sponsoren werfen ihm vor, unattraktiven Fußball spielen zu lassen. Auch trauen sie ihm nicht zu, die Eintracht dauerhaft ins obere Tabellendrittel zu führen.

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