Anhänger verehren Trainer 

Fans feiern Adi Hütter: Eintracht auf dem Weg zum Spitzenteam

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Adi Hütter ist bei den Eintracht-Fans beliebt.

Frankfurt - Die Fans von Eintracht Frankfurt haben Trainer Adi Hütter nach dem 3:2-Sieg bei Apollon Limassol gefeiert. Sie verehrten ihn, denn dank ihm ist die Eintracht auf dem Weg zur Spitzenmannschaft. Von Peppi Schmitt

Es hat ein wenig an 2013 erinnert. Damals im November, die Frankfurter Eintracht hatte durch ein 1:0 bei Girondins Bordeaux die K.o.-Runde in der Europa-League erreicht, war Trainer Armin Veh von der begeisterten Fankurve die Europa-Fahne schwingend gefeiert worden. Nun, fünf Jahre später, stand Trainer Adi Hütter vor den Fans und wurde bejubelt. Mit dem 3:2 (1:0) bei Apollon Limassol hatten die Frankfurter einen nie erwarteten Durchmarsch mit dem Weiterkommen schon zwei Spiele vor Schluss der Gruppenspiele gekrönt.

Hütter wollte den „tollen und unglaublichen Moment“ mit den rund 5000 Fans gemeinsam genießen. „Die Fans haben darauf gewartet, dass ich mal in die Kurve gehe, heute hat das gepasst“, sagte der 48 Jahre alte Österreicher, „ich merke, dass ich mehr und mehr in Frankfurt ankomme und mich die Fans schätzen."

Das ist noch untertrieben. Hütter wird verehrt, weil er mit seiner unaufgeregten Art die Eintracht-Mannschaft auf ein neues Niveau gehoben hat. Acht Pflichtspiele sind die Frankfurter nun schon ungeschlagen, sieben Begegnungen davon wurden gewonnen. Da spielt es keine Rolle, dass die Leistung auf Zypern nicht immer und durchgehend gut war. Zu Beginn und am Ende hatten die Frankfurter sichtlich geschwächelt. Doch längst hat sich eine Siegermentalität eingebrannt, die über Schwächephasen hinweghilft.

Eintracht-Zeugnis gegen Apollon Limassol

Das zeichnet normalerweise Spitzenmannschaften aus. Die Eintracht ist auf dem Weg dahin. Deutlich macht dies Torhüter Kevin Trapp, der den Hunger nach Erfolg auch immer wieder einfordert. „Jetzt wollen wir auch gegen Schalke gewinnen“, war einer der ersten Sätze, den der Nationalspieler nach dem Sieg in Nikosia in die Mikrofone sprach. Sollte heißen: Bloß nicht mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern die nächsten Ziele anpeilen. Dazu passt auch Trapps Ansage, dass nun den Gruppensieg in der Europa-League angepeilt werden soll. Der wird zwischen den Frankfurtern und Lazio Rom ausgemacht.

Die Eintracht ist gereift in den letzten Monaten, aber sie ist noch lange nicht am Ende der Entwicklung angekommen. Die Mannschaft kann sich auf Mechanismen verlassen, auch auf die Qualitäten einzelner Spieler. Die Stürmer treffen konstant, diesmal wieder Luka Jovic und Sébastien Haller. Der Trainer kann es sich leisten, Stammkräften wie Johnny de Guzman, Filip Kostic oder Ante Rebic auch mal eine Pause zu gönnen, ohne dass ein großer Substanzverlust erkennbar würde.

Die Fortschritte sind deutlich erkennbar, der Aufwärtstrend auch in allen Parametern, nicht nur in Toren und Punkten, messbar. Die Eintracht ist „in“, das zeigt sich nicht nur bei den wirtschaftlichen Zuwächsen in allen relevanten Bereichen oder in der Unterstützung in der gesamten Region. Dass rund 5000 Fans an einem Donnerstag auf teilweise abenteuerlichen Wegen den Weg nach Zypern auf sich genommen haben, ist phänomenal.

Sogar DFB-Präsident Reinhard Grindel, der seinen zyprischen Kollegen besuchte und sich das Spiel im Stadion angesehen hatte, war voll des Lobes. Er habe sich „sehr gefreut“ über den Erfolg der Eintracht, ließ er verlauten.

Bilder zum Auswärtssieg der Eintracht gegen Limassol

Die Entschlossenheit im Klub, die Europa-League anders als andere Vereine in den letzten Jahren vom ersten Tag an anzunehmen, hat sich in jeder Beziehung ausgezahlt. „Wir wollen durch die Gruppenphase marschieren“, hatte Sportvorstand Fredi Bobic noch vor der Auslosung gesagt. Das ist gelungen trotz der denkbar schwersten Gruppe mit Spitzenmannschaften aus Italien und Frankreich. Selbst Bobic dürfte über die Souveränität des Auftretens überrascht gewesen sein. Frankfurt lebt Europa, die Eintracht genießt die internationalen Spiele. Und wird dafür reichlich entlohnt.

Mit Zuneigung der Fans, mit Respekt im ganzen Land. Und mit viel Geld. 5,7 Millionen Euro sind mit Start – und Siegprämien schon eingespielt. 2,92 Millionen Euro erhält jeder Starter, 570.000 Euro gibt es pro Sieg, dazu 500.000 Euro für die Qualifikation fürs Sechzehntelfinale. Zwei weitere Siegmöglichkeiten hat die Eintracht noch gegen Marseille und Rom, der Gruppensieg würde eine Million Euro zusätzlich in die Kasse spülen, der zweite Platz eine halbe Million. Oben drauf kommen noch die Einnahmen der bislang allesamt ausverkauften Heimspiele. Die Siege lassen also die Kasse klingeln.

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