Kommentar: Veh fehlt Souveränität

Die Frankfurter Eintracht hat in Düsseldorf nicht verloren. Aber die Frankfurter fühlen sich als Verlierer und benehmen sich wie schlechte Verlierer. Der Frust, die Wut über das späte 1:1 durch einen Elfmeter gilt Sascha Rösler. Von Jochen Koch

Dabei hat der Düsseldorfer Profi weder den Elfmeter „geschunden“ noch sonst maßgeblich ins Spiel eingegriffen. Aber Rösler taugt für Armin Veh ideal als Sündenbock. Bereits eine Woche vor dem Spitzenspiel hat der Eintracht-Trainer völlig unnötig seine Verschwörungstheorie über den Provokateur und Elfmeterschinder kund getan und damit das Spiel nur negativ aufgeheizt. Dass ein Mann mit dieser Erfahrung so wenig Souveränität vor und nach dem Spiel zeigt, überrascht, und beweist, wie enorm groß der Druck sein muss.

Vielleicht erinnert man sich bei der Eintracht noch an einen gewissen Maik Franz. Wenn Franz in seinen zwei Jahren in Frankfurter Diensten wieder einmal einen Gegenspieler, Trainer oder Publikum provoziert hatte, war ihm der Schutz von Mitspielern und Verantwortlichen gewiss. „Seine Aggressivität hat uns weitergeholfen“, lobte einst Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen den damaligen Publikumsliebling Franz und schimpft nun über Rösler.

Und wenn am Ende der Saison der Eintracht ein oder zwei Punkte zum Aufstieg fehlen sollten, wissen wir jetzt schon, wer schuld ist. Nicht der Trainer, nicht die Spieler, sondern: Sascha Rösler.

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