Frankfurt feiert Derby-Sieg ohne Krawalle

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Der Frankfurter Theofanis Gekas (l) bejubelt seinen Treffer zum 0:1. Links sein Teamkollege Georgios Tzavellas.

Kaiserslautern - Dank Torjäger Theofanis Gekas hat Eintracht Frankfurt im 77. Südwest-Derby den Betzenberg erfolgreich gestürmt.

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Mit dem verdienten 3:0 (1:0) beim 1. FC Kaiserslautern feierten die Hessen am Sonntag bereits den dritten Erfolg nacheinander in der Fußball-Bundesliga und verlängerten zugleich die Negativserie der „roten Teufel“, die seit nunmehr sechs Spielen sieglos sind. Vor 49.780 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion ebnete der Grieche Gekas mit seinen Saisontoren sechs (45.) und sieben (67.) den Weg zum dritten Auswärtssieg dieser Saison. Der eingewechselte Alexander Meier steuerte das 3:0 (83.) bei. Lauterns Torjäger Srdjan Lakic war mit einem Elfmeter an Eintracht Keeper Oka Nikolov (26.) gescheitert.

Nach der Krawall-Androhung von Frankfurter Ultras im Internet („Pfalz-Überfall 2010 - Schlachtfest in Kaiserslautern“) sollte ein Großaufgebot von knapp 1000 Sicherheitsbeamten Szenen wie beim abgebrochenen EM-Qualifikationsspiel Italien gegen Serbien verhindern. Und zumindest im Stadion blieb es bei diesem intensiv geführten Risikospiel ruhig. Beide Teams neutralisierten sich im ersten Durchgang mit diszipliniertem Raumverhalten und aggressiver Zweikampfführung. Brisante Torraumszenen blieben eine Rarität.

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Von Verunsicherung nach der jüngsten Negativserie war bei den Gastgebern nichts zu sehen - eher schon die oft bemängelte Abschlusssouveränität. In der 19. Minute verstolperte Clemens Walch aus aussichtsreicher Position, in der 26. Minute vergab Lakic sogar einen zu schwach geschossenen Elfmeter - Nikolov hatte wenig Mühe. Der Grieche Georgios Tzavellas hatte Lakic gelegt. Kaiserslautern investierte jetzt noch mehr und gab den Frankfurtern kaum noch Möglichkeiten zur Entfaltung.

Immerhin stimmte die defensive Ordnung bei der Eintracht, offensiv fanden die konterstarken Hessen nicht statt - bis zur 45. Minute. Nach einem Ballverlust von Ivo Ilicevic im Mittelfeld veredelte Gekas nach einem Bilderbuch-Konter die zentimetergenaue Flanke von Patrick Ochs. Es war der erste und einzige Schuss auf das Tor von Lauterns Schlussmann Tobias Sippel in Durchgang eins.

Kontertaktik der Frankfurter

Derart böse überrascht aufgeschreckt, kamen die Lauterer mental sichtlich angeschlagen aus der Kabine. Ganz anders die Eintracht. Ähnlich wie beim 2:1 in Stuttgart ergaben sich durch die Führung die gewünschten Räume, und ähnlich wie beim Triumph im Schwabenland spielten die Frankfurter ihre Kontertaktik eiskalt aus. Bei den Großchancen durch Marco Russ und Gekas (48.) rettete Sippel noch mit Weltklasseparaden, beim 0:2 durch Gekas war er machtlos. Der zweite Auswärtssieg in Folge war perfekt. Gekas führt jetzt gemeinsam mit dem Freiburger Papiss Demba Cissé die Torschützenliste der deutschen Eliteklasse mit sieben Treffern an.

Fast wäre dem Tschechen Jan Moravek noch der Anschlusstreffer geglückt, doch Benjamin Köhler rettete mit dem Knie auf der Linie. Für die Entscheidung sorgte dann Meier, in der 79. Minute für Gekas gekommen - der starke Sebastian Jung hatte von der Torauslinie mustergültig zurückgelegt.

dpa

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