Mit fürchterlichem Fußball

Frankfurter besiegen den Fluch

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„Fantastisch gemacht“: Sogar Berlins Trainer Jos Luhukay lobte Alexander Meier (links), der nach Russ’ Befreiungsschlag die Abwehrspieler (von links) Johannes van den Bergh, Sebastian Langkamp und Fabian Lustenberger abhängte und überlegt einschoss.

Frankfurt - Es war ein Spiel zum Fürchten, aber ein Sieg zum Feiern: Die Frankfurter Eintracht ist mit dem 1:0 (1:0) gegen Hertha BSC Berlin erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Von Peppi Schmitt

„Das war nicht der Fußball, den ich liebe und den ich sehen will“, sagte ein sichtlich geschaffter Trainer Armin Veh, „aber das interessiert mich überhaupt nicht, wichtig ist alleine, dass wir die Punkte geholt haben.“ Durch die Erfolge der Konkurrenz ein paar Stunden zuvor war der Druck auf die Frankfurter angewachsen. „Meine Spieler waren sehr nervös“, gab Veh zu: „Aber das ist einfach der Situation geschuldet.“

Der Jubel nach dem Abpfiff war groß, die Erleichterung noch größer. Der Sturz auf den Relegationsplatz hatte gedroht, nun befindet sich die Eintracht mitten drin in einem ganzen Pulk von abstiegsgefährdeten Mannschaften. Es war der erste Heimsieg für die Eintracht in dieser Saison, der erste Heimsieg seit dem 4. Mai, damals gegen Düsseldorf. Es war auch der erste Sieg für Veh gegen Berlin in seiner langen Karriere. Wichtig auch: Die Frankfurter hatten die Schlussoffensive der Berliner ohne Gegentor überstanden.

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„Der Fluch ist besiegt“, sagte Torwart Kevin Trapp, der nicht einen einzigen schwierigen Ball halten musste. Das spricht für die Defensivleistung. Und das spricht auch für die Taktik des Trainers. Im Gegensatz zum Hinspiel, als die Eintracht agierte und 1:6 verlor, hat sie diesmal reagiert und 1:0 gewonnen. „Wir haben sie spielen lassen, das wollte ich so“, sagte Veh. Die Frankfurter hatten mit Ausnahme einer Gelegenheit von Sami Allagui in der 15. Minute nichts zugelassen. Weil Marco Russ überragend spielte, „so gut wie er noch nie war“, wie der Trainer lobte. Weil Carlos Zambrano bis auf seinen Aussetzer gegen Ramos nahezu jeden Zweikampf gewann. Weil Sebastian Rode mit 12,3 Kilometern der laufstärkste Spieler auf dem Platz war. Weil Veh genau im richtigen Moment Alexander Madlung eingewechselt hat und der Neuzugang die Erwartungen mit zwei, drei Rettungstaten erfüllte. Und weil Alexander Meier wieder traf.

Es war die 36. Minute, die die schwache Partie entschied. Nach einem Befreiungsschlag von Russ ließ Per Skjelbred den Ball durchrutschen und Meier hatte freie Bahn. Der 31 Jahre alte Angreifer behielt die Nerven, gewann den Sprint gegen die Berliner Abwehrspieler und ließ beim Abschluss Torwart Thomas Kraft keine Chance. „Meier hat es fantastisch gemacht“, gab sogar der Berliner Trainer Jos Luhukay zu. Gut für die Eintracht, dass Meier das Geschenk nutzte. Andere, wie Rode oder Takashi Inui hatten nach der Pause ähnliche Möglichkeiten, ließen aber jeden Zug zum Tor vermissen.

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Es gab also Grund zum Feiern. Doch es gab auch viele Gründe zum Fürchten vor der nächsten Wochen. Denn die Frankfurter haben ganz offenbar das Fußballspielen verlernt. „Wir hatten keine Kombinationen und keine Torchancen“, gab der Trainer zu. Was auch an der Form und Nervenschwäche einzelner Spieler lag. So gut Russ, Zambrano, Rode oder Meier spielten, so schlecht waren andere. Allen voran Inui, der zudem jedes Engagement vermissen ließ und in der 56. Minute viel zu spät ausgewechselt wurde. Stefan Aigner war kaum besser, zeigte aber zumindest Einsatz. Jan Rosenthal lief viel, brachte aber wenig zustande. Veh war mit seiner Doppelspitze dennoch zufrieden. „Alex und Rosi haben nach hinten gut gearbeitet“, sagte er: „Das war unser Ansatz.“

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