Frankfurter Notelf einmal unachtsam

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Die Entscheidung in Hamburg. Mladen Petric bugsiert den Ball über die Torlinie. Torwart Oka Nikolov und Sebastian Jung kommen zu spät.

Hamburg ‐ Das letzte Aufgebot der Frankfurter Eintracht, die insgesamt ohne sieben Stammspieler antreten musste und während der Partie noch Alex Meier mit Verletzung verlor, hat es immerhin geschafft, sich beim Hamburger SV teuer zu verkaufen. Von Peppi Schmitt

Am Ende aber hatten die Frankfurter dennoch die zweite Niederlage der Rückrunde bezogen, unterlagen 0:1 (0:0). Vor 50.200 Zuschauern war zweifellos mehr drin gewesen für die Eintracht gegen einen durchweg enttäuschend aufspielenden HSV. Letztlich war es eine einzige Unaufmerksamkeit, die es Petric erlaubte, die Partie zu entscheiden.

Die Personalien der Eintracht waren zunächst wichtiger und auch spannender als das Spiel selbst. Unmittelbar vor dem Anpfiff sickerte durch, dass Trainer Michael Skibbe seinen Vertrag nun endgültig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2012 verlängert hat. Skibbe und Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatten dies per Handschlag im Mannschaftshotel besiegelt. Dort hatte sich kurz vor der Abfahrt ins Stadion ein weiterer Profi krank gemeldet. Ioannis Amanatidis lag mit Fieber im Bett, die Eintracht konnte nur noch 17 Spieler aufbieten.

Starkes Debüt von Sebastian Rode

Der Trainer entschied sich für die durchaus überraschende Variante und stellte neben Ricardo Clark Bundesligadebütant Sebastian Rode in die Innenverteidigung. Und der ehemalige Offenbacher machte seine Sache nach langer Verletzungspause ziemlich gut gegen Ruud van Nistelrooy, war letztendlich stärkster Frankfurter in Hamburg. Er sagte nach dem Spiel: „Das war schon ein ganz besonderer Abend beim Debüt gegen jemanden wie van Nistelrooy zu spielen. Ich persönlich kann zufrieden sein, denn die Knochen haben gehalten. Insgesamt bin ich aber enttäuscht, da wir verloren haben.“

Nikola Petkovic verteidigte links, zudem versuchten die Frankfurter, durch ein massiertes Fünf-Mann-Mittelfeld die Räume eng zu machen. Doch der Eintracht bleibt in diesen Tagen wirklich nichts erspart. In der 33. Minute musste Alexander Meier mit einer Augenbrauenverletzung den Platz verlassen, nachdem er mit Gojko Kacar zusammengeprallt war. Zwei Minute später ging auch Kacar.

Halil Altintop verlor viele Bälle

Die erste Halbzeit war kaum der Rede wert. Nur ein einziges Mal musste Oka Nikolov gegen Ben Hatira retten, der Rest war langweiliges Ballgeschiebe der Hamburger und dilettantische Konterversuche der Frankfurter.

Wieder einmal war es Halil Altintop , der viele Bälle verlor, auch der für Meier eingewechselte Caio verschluderte leichtfertig eine Konterchance. Die beste Frankfurter Möglichkeit hatte Martin Fenin, als er mit einem Flachschuss in der 17. Minute am unterbeschäftigten Frank Rost scheiterte.

HSV-Trainer Armin Veh brachte nach dem Wechsel Mladen Petric nach langer Verletzungspause für den ebenfalls angeschlagenen Jonathan Pitroipa. Die erste Chance hatte dann Elia, der den Ball aus spitzem Winkel aber genau ins Gesicht von Oka Nikolov schoss. Die Schrecksekunde für die Frankfurter wehrte nicht lange, nach kurzer Behandlung konnte er weiterspielen. Es sah nicht danach aus, als sollte der HSV ein Tor erzielen. Doch dann fiel es völlig unerwartet. Petkovic ließ in der 65. Minute Ben-Hatira vom rechten Flügel flanken, Jung kam gegen Petric einen Schritt zu spät und der Hamburger „Joker“ drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Eintracht-Trainer Skibbe zog seine letzten verbliebenen Optionen, wechselte für den schwachen Fenin Marcel Heller ein und für Petkovic Sonny Kittel. Doch zu einer wirklichen Chance kamen die Frankfurter bis zum Ende nicht mehr. Der HSV hatte dagegen einige Kontermöglichkeiten.

Hamburger SV:Rost - Demel, Kacar (35. Rincón), Westermann, Aogo - Trochowski, Zé Roberto - Pitroipa (46. Petric), Elia (88. Tesche) - van Nistelrooy, Ben-Hatira

Eintracht Frankfurt:Nikolov (Note 3) - Jung (4), Rode (2), Clark (2), Petkovic (5(81. Kittel) - Ochs (3,5), Meier (3,5/33. Caio/4)), Köhler (3,5), Altintop (5) - Gekas (5), Fenin (5/73. Heller)

SR: Stark (Ergolding) 

Zuschauer:50.239

Tor: 1:0 Petric (65.)

Gelb:- /

Beste Spieler: Westermann / Rode

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