Frankfurter schwächen sich selbst

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Der Hannoveraner Constant Djakpa (links) und der Frankfurter Halil Altintop kämpfen um den Ball

Hannover (sp) ‐ Gelb-Rot für Selim Teber und Maik Franz, dazu zum fünften Mal Gelb für Patrick Ochs - die Frankfurter Eintracht hat sich beim 1:2 in Hannover selbst dezimiert und muss darunter auch nächste Woche beim Heimspiel gegen den FC Bayern München leiden. Alle drei Spieler sind gesperrt.

„Das ist eine tolle Herausforderung für die anderen“, versuchte Trainer Michael Skibbe cool zu bleiben. Während der Partie war ihm das nicht gelungen, denn Peter Gagelmann pfiff nicht immer im Sinne der Eintracht. „Das Spiel war sehr emotional“, sagte Ochs. „Der Schiedsrichter hätte zur Beruhigung beitragen können, wenn er etwas anständiger gepfiffen hätte.“

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Doch Gagelmann zog seine Linie durch, rigoros bei der Eintracht, ein bisschen milder bei Hannover. In Kleinigkeiten war der Referee ganz genau, zog schnell Gelb. „Wenn so gepfiffen wird, darf man in keinen Zweikampf mehr gehen“, schimpfte Innenverteidiger Marco Russ, „aber vielleicht will der Schiedsrichter ja nicht, dass Hannover absteigt.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen hielt nach der Frage nach dem Unparteiischen kurz die Luft an und riet dann diplomatisch, „man sollte nicht nur kritisch dem Schiedsrichter gegenüberstehen, sondern das Ganze auch selbstkritisch sehen.“

Skibbe tat dies, nachdem der erste Ärger verraucht war. Gleich nach Spielende hatte er die Schiedsrichter-Kabine aufgesucht und lange mit Gagelmann diskutiert. Später sprach er von „unglücklichen Entscheidungen“, Gagelmann habe „zur Hektik beigetragen“. Die Platzverweise aber waren sicher vertretbar. Auf der Gegenseite hatte Gagelmann bei ziemlich üblen Fouls gegen Schwegler und Köhler freilich nicht mit der gleichen Konsequenz gehandelt. „Trainer haben schlechte Tage, Spieler haben schlechte Tage“, sagte Skibbe. „Und dann kann der Schiedsrichter ja auch nicht kommen und sagen, ihr wart schlecht.“

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