Teil drei der Serie

Eintracht-Geschichte im Vereinsmuseum: die Kanone

+
Die Torjägerkanone der Saison von 2014/2015.

Frankfurt - Im Eintracht-Museum gibt es seit zehn Jahren alles rund um die Adlerträger zu entdecken. Pünktlich zum zehnjährigen Bestehen erstrahlt das Museum in neuem Glanz. Wir haben uns dort umgeschaut und stellen in fußballfreien Zeit kuriose und besonders schöne Exemplare vor. Von Patrick Eickhoff

Jörn Andersen, Anthony Yeboah, Alex Meier. Es war der 23. Mai 2015 als sich der Frankfurter "Fußballgott" endgültig in der Geschichte der Eintracht verewigte. Als erst dritter Frankfurter gewann er die berühmte Torjägerkanone. 19 Tore erzielte in der Spielzeit und das obwohl er die letzten sieben Spiele in der Saison verletzungsbedingt nicht mehr spielen konnte. Meier verwies Arjen Robben und Robert Lewandowski auf die Plätze hinter sich.

Nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen bekam er die Kanone überreicht. Das Stadion bebte. Die Mannschaft entrollte ein Transparent "What if God was one of us? AM14" (Was, wenn Gott einer von uns wäre) stand darauf in Anlehnung an einen Song von Joan Osborne. Meier sprach von "einer Gänsehaut" und präsentierte die Kanone später auch am Fancontainer außerhalb des Stadions. Museumsleiter Matthias Thoma berichtet, dass es einiges an Überzeugungsarbeit brauchte, um die Kanone dahin zu holen, wo sie jetzt steht. "Alex wollte sie behalten und hat auch schon gesagt, dass er sie irgendwann wieder bei sich haben will - aber das ist ja auch verständlich", sagt Thoma.

Und dennoch ist die Säule im Museum ein echter Hingucker. Mittendrin in rotes Licht getaucht steht sie und zieht die Blicke auf sich. "Ich habe es selten erlebt, dass ein Stadion und die Fans den Gewinn der Torjägerkanone so feiern wie diese hier", sagt Thoma. Die Eintracht beendete die Saison unter Trainer Thomas Schaaf auf dem neunten Tabellenplatz. Doch was sich am letzten Spieltag der Saison beziehungsweise an den Spieltagen davor in den Fanblöcken der Eintracht abspielte, hörte sich eher an wie der vorzeitige Gewinn des Meistertitels. Über Wochen hinweg schallte das Lied "Er trifft mit dem Fuß, er trifft mit dem Kopf, er trifft wie er will - sogar mit dem Zopf!" durch Deutschlands Stadien. "Eintracht-Fans sind eben was ganz besonderes", sagt Thoma. Und wer weiß, vielleicht reiht sich ja bald schon der nächste Adler in die Reihe von Andersen, Yeboah, und dem Fußballgott ein.

Seit diesem Jahr strahlt das Museum in neuem Glanz.

Das Eintracht-Museum mitten im Stadion öffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Das Team bietet Führungen für Jung und Alt an, aber auch Feiern wie beispielsweise zum Geburtstag sind möglich. Der Eintritt beträgt fünf Euro. An Spieltagen öffnet das Museum etwas später und bietet zwei Führungen, auch zum jeweiligen Gegner, an. Das Team des Museums wird zusätzlich durch Spenden und einen Förderverein unterstützt.

Die Geschichte von Eintracht Frankfurt im Museum: Fotos

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare