Eintracht Frankfurt

Glückliche Adler-Familie

Pure Freude. Die Frankfurter (von links) Daichi Kamada, Luka Jovic, Andrè Silva und Filip Kostioc feiern den Siegtreffer von Silva in Dortmund, der die Eintracht der Champions League ganz nahe bringt.
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Pure Freude. Die Frankfurter (von links) Daichi Kamada, Luka Jovic, Andrè Silva und Filip Kostioc feiern den Siegtreffer von Silva in Dortmund, der die Eintracht der Champions League ganz nahe bringt.

Sieben Spiele, sieben Punkte Vorsprung: Für Eintracht Frankfurt ist die erste Teilnahme an der Champions League nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund zum Greifen nah.

Frankfurt – Der Sieg war historisch. Nach elf Jahren ohne ein einziges Pünktchen und neun Niederlagen in Folge in Dortmund hat die Frankfurter Eintracht sich mit dem 2:1-Sieg selbst drei richtig bunte Ostereier ins Nest gelegt. „Wir hätten mit einem Unentschieden leben können“, sagte Trainer Adi Hütter, „dass wir dann noch gewonnen haben, ist natürlich gewaltig.“ Aus vier Punkten Vorsprung im Kampf um die Champions-League-Plätze sind sieben Spieltage vor Schluss sieben Punkte geworden. „Wir dürfen jetzt weiter träumen - und wir arbeiten daran, dass wir irgendwann aufwachen und sagen können, der Traum ist Wirklichkeit geworden“, sagte Torhüter Kevin Trapp.

Längst sprechen Zahlen und Leistungen für die Frankfurter und nicht mehr für die eigentlichen Favoriten wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach. Seit Mitte Februar hat die Eintracht die Bayern geschlagen, in Leipzig einen Punkt geholt und nun in Dortmund gewonnen, also sieben von neun Punkten gegen die Crème de la Crème geholt. Das sind keine Ausreißer mehr nach oben, das ist pure Konstanz, das ist das Bild einer echten Spitzenmannschaft.

Jetzt habe man eine „historische Chance“, äußerte Hütter und ging schon einmal die nächsten Hürden auf dem Weg ins Millionenspiel Champions League durch: „Es kommt Wolfsburg, die sind unglaublich schwer zu bespielen, dann müssen wir zu Gladbach, wir haben Augsburg und Leverkusen. Wenn wir diesen Monat überstehen, dann sind die Chancen sehr, sehr groß.“

Bei den „Adlern“ stimmt in diesen Tagen und Wochen auf dem Platz alles. Der Beweis wurde nun auch in Dortmund geführt. „Es ist ein mehr als verdienter Sieg“, sagte Stefan Ilsanker, „Wir haben eine gute Chance, die Adler-Familie sehr glücklich zu machen.“ Am Ende hatte die Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr wollte, die bis zur letzten Minute die Chance auf den Sieg gesucht hatte. Er sei über die „Art und Weise“, wie die Mannschaft aufgetreten ist, „sehr stolz“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, „so habe ich die Jungs in Dortmund noch nie spielen sehen.“

Es hat alles gepasst für die Eintracht in Dortmund, von vorne bis hinten war es eine geschlossene und gute Leistung. Im Tor hatte Kevin Trapp seine seit Wochen herausragende Form einmal mehr bestätigt. Tuta, Stefan Ilsanker und Evan Ndicka gestatteten dem BVB und ihrem „Wunderstürmer“ Haaland nur drei, vier Chancen.

Das Mittelfeld hatte es geschafft, die Dortmunder ein ums andere Mal in Zweikämpfe zu verwickeln. Erik Durm, Djibril Sow, Kapitän Sebastian Rode und Amin Younes hatten um jeden Zentimeter Boden gekämpft. Die Offensive hatte sich einmal mehr als die Kirsche auf der Torte erwiesen. Filip Kostic hatte Nationalspieler Emre Can wie einen Anfänger aussehen lassen, beide Treffer vorbereitet. André Silva hatte beim 1:0 Nico Schultz so bedrängt, dass der den Ball ins eigene Tor geköpft hatte. Und beim 2:1 hatte Silva selbst perfekt eingeköpft. Es war das 22. Saisontor des Portugiesen. Passend dazu zeigte Luka Jovic die beste Leistung seit seiner Rückkehr aus Madrid, obwohl ihm kein Tor gelungen war. „Luka ist ein intelligenter Spieler, der sieht, dass er auch mal auf der Zehnerposition die Bälle abholen muss“, sagte Trainer Hütter „das hat mir sehr gut gefallen, er war bei vielen guten Aktionen beteiligt.“ Vor allem hatte er mit einem tollen Sprint den Siegtreffer eingeleitet. Und so hatte sich alles zusammengefügt zu einem „ganz großen Sieg“ (Bobic). (Von Peppi Schmitt)

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