Eintracht spielt 1:1 in Leipzig

Glücklicher, aber goldener Punkt

Ausgleich in Leipzig. Der bis dahin eher glücklose Daichi Kamada (links) trifft zum 1:1, Leipzigs Torwart Peter Gulacsi hat das Nachsehen.
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Ausgleich in Leipzig. Der bis dahin eher glücklose Daichi Kamada (links) trifft zum 1:1, Leipzigs Torwart Peter Gulacsi hat das Nachsehen.

Mit dem 1:1 im Topspiel beim Tabellenzweiten RB Leipzig hat die Frankfurter Eintracht den vierten Platz verteidigt und bleibt weiter im Rennen um einen Champions-League-Rang.

Frankfurt – „Wir wollen, vielleicht können wir auch, die anderen müssen“, fasste Eintracht-Trainer Adi Hütter die Gemütslage zusammen, „wenn man hier gegen einen solch starken Gegner einen Punkt holt, dann ist das ein tolles Ergebnis.“ Das sich im Zusammenhang mit den Resultaten der Konkurrenz noch besser anfühlt. „Nachdem Leverkusen gegen Bielefeld verloren hat, ist der Punkt gold wert“, so Hütter.

Zumal vor dem Spiel und zu Beginn jeder Hälfte vieles gegen die Gäste gesprochen hatte. Die kurzfristigen Ausfälle von Martin Hinteregger und Erik Durm hatten die Defensivabteilung gehörig durcheinandergewirbelt.

Mit großem Kampfgeist trotze die Mannschaft den personellen Widrigkeiten. Die spielerische Überlegenheit der Sachsen wurde mit viel Leidenschaft wettgemacht, die Moral in der Mannschaft stimmte einmal mehr. „Wir haben einen großen Fight geliefert“, sagte Torwart Kevin Trapp. Und wieder einmal holten die Frankfurter einen Rückstand auf. Emil Forsbergs 1:0 (47.) konnte Daichi Kamada mit dem Ausgleich kontern. „Der Punkt war auf Grund des letzten Drittels hochverdient“, sagte Manager Bruno Hübner, „am Ende waren wir dem Siegtreffer sogar näher.“

Nach katastrophalen zehn Minuten fängt sich die Eintracht

Freilich, drei Punkte wären „nicht verdient“ gewesen, räumte der Trainer ein. Denn Leipzig hatte die größere Anzahl von Chancen. Vor allem in der ersten halben Stunde war die Eintracht klar unterlegen und konnte sich bei ihrem großartig reagierenden Torwart bedanken, dass sie nicht in Rückstand geriet. „Die ersten zehn Minuten waren katastrophal, da haben wir unglaublich viele Fehlpässe gespielt, dann haben wir uns gefangen“, fasste Stefan Ilsanker zusammen, „je länger es gedauert hat, je mehr haben wir uns getraut.“

Gerade Ilsanker hatte viel zum Teilerfolg beigetragen (siehe weiterer Artikel). Aber auch die anderen Defensivkräfte bestanden in neuer Formation ihre Feuertaufe. Kevin Trapp war ein glänzender Rückhalt, der sich auch durch das Gegentor nicht verunsichern ließ. Nach Justin Kluiverts 18-Meter-Schuss Schuss wehrte er den Ball zur Seite ab, aber nicht weit genug. Forsberg staubte mühelos ab. „Das war ein ekliger Schuss, der Ball hat sich noch kurz vorher gesenkt“, sagte der Nationalspieler.

Doch nach dem Rückstand zeigte die Eintracht ihre Klasse. Es ging ein Ruck durchs Team. Amin Younes hatte eine Chance, da konnte Leipzigs Keeper Peter Gulacsi noch abwehren (59.). Zwei Minuten später fiel der Ausgleich. Sebastian Rode steckte den Ball in den Strafraum zu André Silva durch, dessen Hereingabe verwertete Daichi Kamada. Es war der vierte Saisontreffer des Japaners, der zuvor große Mühe hatte, wirklich ins Spiel zu finden.

Dünne Personaldecke für Spiel gegen Union Berlin

Er sollte die rechte Seite beackern, dabei auch noch Defensivarbeit leisten. Das war zu viel für ihn. Doch Kamada ließ sich nicht hängen und wurde mit dem ganzen Team besser. Man habe nach dem Ausfall der rechten Flügelspieler Durm und Almamy Touré (Sehnenriss) mit drei zentralen Mittelfeldspielern überraschen wollen, sagte Hütter später. Darum habe Kamada auf der rechten Seite aushelfen müssen. „Das hat teilweise nicht gut funktioniert“, gab Hütter zu, „das war meine Schuld und nicht seine.“

Für das Spiel nächste Woche gegen Union Berlin ist die Personaldecke noch dünner geworden. Durm wird wohl länger pausieren müssen. Hinteregger wird heute in Frankfurt untersucht. „Ich hoffe, es ist nicht so schlimm“, sagte der Trainer. Zudem fehlen Tuta und Amin Younes nach ihrer fünften Gelben Karte. Hütter gelassen: „Wir werden auch nächste Woche eine Mannschaft auf den Platz bringen, die gewinnen kann.“ Es ist genau dieses Selbstvertrauen, das den Frankfurtern fast noch zum „Dreier“ in Leipzig geführt hätte. Der eingewechselte Luka Jovic hatte die Siegchance, traf aber nur das Außennetz. Am Ende sei die Eintracht „nicht mehr leicht zu verteidigen“ gewesen, urteilte selbst Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann.

Von Peppi Schmitt

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