Personelle Sorgen vorm Rückrundenstart gegen Schalke

Die „Gretchenfrage“ bei der Eintracht: Wohin mit Hasebe?

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Hasebe (links) beim Spiel der Eintracht gegen Darmstadt 98.

Frankfurt - Auf Schalke haben sie sich schnell nochmal verstärkt in den letzten Tagen und Wochen. Aus München mit Abwehrspieler Holger Badstuber, aus Nürnberg mit Stürmer Guido Burgstaller und nun aus Wolfsburg mit Mittelfeldspieler Daniel Caligiuri. Für jeden Mannschaftsteil also einen Neuen. Da kann Niko Kovac nur neidisch werden. Von Peppi Schmitt

„Wir können nichts mehr machen“, sagte der Trainer der Frankfurter Eintracht, „da bräuchten wir schon ein Darlehen:“ Es fehlt der Eintracht also schlicht an Geld, um sich in dieser winterlichen Transferperiode noch einmal zu verstärken. Dabei wäre der eine oder andere neue Spieler in Anbetracht der vielen Ausfälle durchaus eine Überlegung wert. Doch Kovac muss mit dem auskommen, was er hat. Auch und gerade beim Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) beim FC Schalke 04. „Der Kollege hat Wechselmöglichkeiten“, sagt er. Er selbst hat (fast) keine. Neben den vielen verletzten Spielern wie unter anderen Szabolcs Huszti, Marco Fabián, Guillermo Varela und Danny Blum, stehen ja auch die beiden gesperrten Profis Lukas Hradecky und Ante Rebic nicht zur Verfügung.

„Es ist die Aufgabe des Trainers, diese Probleme zu lösen“, nimmt sich der Eintracht-Coach selbst in die Pflicht. Bange machen lässt er sich nicht. „Ich rede jene Spieler stark, die mir zur Verfügung stehen“, sagt er, „sie haben ja auch schon bewiesen, dass sie Impulse setzen können.“ Das Spiel auf Schalke sei eine „interessante Aufgabe“ für alle Beteiligten. „Ich bin selbst gespannt“, sagt Kovac. So ganz viel wollte er über seine taktischen und personellen Überlegungen noch nicht verraten. Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt: Lässt er Makoto Hasebe aus der personellen Not heraus im Mittelfeld spielen, obwohl der Japaner zum Ende des letzten Jahres als „Libero“ seine besten Leistungen gezeigt hat? Und mit wem wird er angreifen? Die Frage nach Hasebes Position sei die „Gretchenfrage“, gibt Kovac zu.

Mit Omar Mascarell steht ihm außer dem Japaner nur ein einziger „gelernter“ defensiver Mittelfeldspieler zur Verfügung. Alle anderen Kandidaten wie Neuzugang Max Besuschkow, Aymen Barkok oder Mijat Gacinovic, hätten eben nicht die „defensiven Qualitäten wie Hasebe“. Es spricht also einiges dafür, dass der Frankfurter Trainer sich ähnlich wie in Leipzig entscheidet, für den reinen Zerstörter Michael Hector in der Abwehrmitte und Hasebe im Mittelfeld. Über seine Sturmbesetzung hat Kovac zumindest schon ein paar Andeutungen gemacht. Danach wird er ziemlich sicher auf das Duo Branimir Hrgota und Alexander Meier setzen. Anders sind seine Aussagen nicht zu verstehen. Hrgota, der in Leipzig nach Hradeckys Platzverweis bereits nach drei Minuten geopfert werden musste, habe „gute Chancen“ zu spielen. Und Meier, der in Leipzig den kalten Abend komplett auf der Bank verbracht hatte, sei „auf jeden Fall eine Alternative.“

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In Leipzig habe er auf Konterspiel gesetzt, erklärt Kovac, auf Schalke werde die Spielanlage etwas anders ausfallen. „Es ist ein anderer Gegner, der uns mehr Räume geben wird“, glaubt er, „und Alex hat sich unter der Woche angeboten.“ Bei allen Überlegungen bleiben dem Frankfurter Coach aber nicht wirklich Variationsmöglichkeiten. Schon beim Rückrundenspiel wird es knapp mit der Besetzung der Auswechselbank. Vermutlich wird der A-Jugendliche Miguel Blanco-Lopez wieder einmal dabei sein. Kovac hofft, dass die personelle Situation sich aber bald verbessern wird.

Nächste Woche im Derby gegen Darmstadt werden die gesperrten Hradecky und Rebic zurückkehren, bei Huszti und Fabián besteht zumindest Hoffnung. Und auch Blum und Varela sollen in den nächsten Tagen näher an die Mannschaft gerückt sein. Was auf Schalke aber noch nicht wirklich weiterhilft.

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