Eintracht 20 Punkte vor Abstiegsplätzen

„Guter Junge“ Trapp hält Sieg fest

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Der Frankfurter Bastian Oczipka (rechts) und der Hoffenheimer Luis Advincula Castrillon kämpfen um den Ball.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt spielt schwach, holt aber einen wichtigen Sieg. Und die diesmal friedlichen Anhänger zeigen eine wichtige Reaktion. Von Peppi Schmitt

Nach dem Abpfiff beginnt im Gedränge der „Mixed-Zone“, das Spiel der Medien. Da wird viel geredet, viel erklärt, viel analysiert. Aus dem einfachen Spiel wird eine komplizierte Angelegenheit. Dabei sind es manchmal ganz einfache Dinge, die Spiele entschieden haben. So wie beim 2:1 (1:0) der Frankfurter Eintracht gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Da hatten die Frankfurter einfach den besseren Torwart. Kevin Trapp hat die besten Chancen der Gäste vereitelt. Tim Wiese hat das nicht geschafft.

Wiese war unsicher bei nahezu jeder Flanke und er hatte Pech bei den beiden Eintracht-Toren durch Martin Lanig (35. Minute) und Stefan Aigner (68.), als er jeweils knapp zu spät kam. Auf der anderen Seite wehrte Trapp im Duell „eins gegen eins“ gegen Kevin Volland ab, da stand es noch 0:0, und gegen Firmino, da stand es 1:0. „Er ist ein guter Junge“, sagte sein Trainer Armin Veh kurz, das war untertrieben.

Veh hatte wieder vieles richtig gemacht

Der erste Sieg der Frankfurter im neuen Jahr ist gerade rechtzeitig gekommen nach den Negativschlagzeilen der letzten Woche. „Wir hatten vorher ein mulmiges Gefühl“, gab Sportdirektor Bruno Hübner zu, „gerade deshalb ist das ein ganz wichtiger Sieg.“ 20 Punkte Vorsprung hat die Eintracht nun auf die Abstiegsränge, dieses Thema ist also erledigt. Und so können die Verhandlungen mit dem Trainer über eine Vertragsverlängerung früher angegangen werden als erwartet.

Veh hatte wieder vieles richtig gemacht. Statt Marco Russ vertraute er Bamba Anderson im Abwehrzentrum. „Eine Bauchentscheidung“, sagte Veh. Anderson war der beste Feldspieler. Für den erkrankten Pirmin Schwegler durfte Martin Lanig spielen, machte seine Sache wie der Vertreter des ebenfalls erkrankten Sebastian Jung, Stefano Celozzi, ordentlich.

Der Ball war lange nicht so flüssig wie gewohnt gelaufen, trotzdem waren die Frankfurter die verdienten Sieger. Alex Meier bezeichnete die 90 Minuten als „Kampfspiel“, gerade deshalb sei es ein „schöner Sieg“. Auffallend freilich, dass gerade Sebastian Rode ohne Schwegler orientierungslos wirkte. Rode machte sein schwächstes Spiel in dieser Saison. Was in den festgefahrenen Verhandlungen über eine mögliche Vertragsverlängerung über 2014 hinaus ein Denkanstoß für den 22 Jahre alten Mittelfeldspieler sein könnte.

Bilder vom Spiel gegen Hoffenheim

Eintracht siegt gegen Hoffenheim

Dass die in der Vorwoche unangenehm aufgefallenen Fans diesmal brav geblieben sind, war keine große Überraschung. Dass sie aber klare Signale an die Störer ausgesendet haben, macht Hoffnung auf eine dauerhafte Befriedung. Es hingen Plakate mit eindeutigen Ansagen im weiten Rund. „Keine Macht den Chaoten. Ihr nervt!“ oder „Pyromanen aussortieren“ stand zu lesen. Vorstandschef Heribert Bruchhagen zeigte sich erleichtert, hatte er doch im Stadion eine „aggressive Gegenbewegung“ ausgemacht. „Es wird diese Dinge bei uns nicht mehr geben“, glaubt er. Finanzvorstand Axel Hellmann sprich von einer „Zäsur“ nach dem üblen Feuerwerk von Leverkusen.

Eintracht-Zeugnis gegen Hoffenheim

Eintracht-Zeugnis gegen Hoffenheim

Gleichzeitig appellierte Bruchhagen an den Deutschen Fußball-Bund (DFB): „Jetzt ist der Punkt gekommen, wo wir Unterstützung und Hilfe brauchen, auch Hilfe des DFB. Da nutzt es nichts, dass man uns drakonisch bestraft. Das löst das Problem nicht. Wir haben gute Hoffnung, aus dem Leverkusen-Spiel konkrete Einzeltäter zu liefern.“ Der erste hat sich nach dem Spiel schon freiwillig bei der Eintracht gemeldet. „Ich hoffe, dass das Nachahmer findet“, sagte Hellmann. Mit der Benennung einzelner Täter will die Eintracht die Strafe abmildern.

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