Sportdirektor verhandelt

Hängepartie um Stürmer de Camargo

+
Bruno Hübner hat in diesen Tagen einen ausgesprochen schweren Job.

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht hat Stürmer Rob Friend an 1860 München verliehen und Dorge Kouemaha in die Türkei transferiert. Die Verpflichtung eines neuen Stürmers ist aber immer noch nicht gelungen. Von Peppi Schmitt

Ein paar Tage war Bruno Hübner in Deckung geblieben. Das ist ungewöhnlich für den in aller Regel offenen und kommunikativen Sportdirektor der Frankfurter Eintracht. Doch Hübner hat in diesen Tagen einen ausgesprochen schweren Job. Er muss Spieler abgeben, was ihm gelungen ist, er soll aber auch noch einen Spieler holen, was sich als äußerst schwierig herausstellt. Hübner muss den Spagat schaffen zwischen sportlicher Notwendigkeit, die Trainer Armin Veh deutlich angemahnt hat, und den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Klubs, die aus vielerlei Gründen eingeschränkt sind.

Die Gespräche mit möglichen neuen Stürmern seien „kompliziert“, gibt Hübner zu, „aber ich bin optimistisch, dass wir es noch hinkriegen“. Wie der Kölner „Express“ berichtet, verhandelte der Sportdirektor gestern im Borussia-Park mit Gladbachs Manager Max Eberl über einen möglichen Transfer von Stürmer Igor de Camargo. „Es ist noch nichts endgültig entschieden“, wird Gladbachs Präsident Rainer Bonhof zitiert. Borussia will de Camargo nicht verscherbeln – erst recht nicht an einen Konkurrenten.

Geld für einen neuen offensiven Mittelfeldspieler

Auf der anderen Seite könnte Gladbach das Gehalt des Belgiers einsparen und hätte Geld für einen neuen offensiven Mittelfeldspieler.

Bis nächsten Donnerstag hat Hübner noch Zeit, den Deal zum Abschluss zu bringen, dann endet die winterliche Transferperiode. Die von Vorstand und Aufsichtsrat festgelegten Grundvoraussetzungen hat er mit der Abgabe von vier Spielern in diesem Winter erfüllt. Vadim Demidov wurde an Celta de Vigo ausgeliehen, Benjamin Köhler an den 1.FC Kaiserslautern verkauft, gestern wurde Rob Friend an 1860 München abgegeben und Dorge Kouemaha an den türkischen Erstligisten Gaziantepspor. Ablösesummen erhält die Eintracht für die beiden Stürmer nicht, doch die Einsparung von Gehältern entlastet den Etat spürbar. Gerade Friend, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 gelaufen wäre und der jetzt bis zu diesem Datum an die Münchner „Löwen“ ausgeliehen wird, gehörte zu den Großverdienern.

Mit Stürmerwunsch unter Druck gesetzt

Für den Trainer ist es nach den jüngsten Entwicklungen logisch, dass noch ein Stürmer geholt wird. Veh wundert sich, dass der eine oder andere im Klub sich von seinem Stürmerwunsch unter Druck gesetzt fühlt. So hatte Vorstandschef Heribert Bruchhagen davon gesprochen, „dass die Spontaneität des Trainers nicht immer hilfreich ist“. Veh schüttelt darüber nur den Kopf. „Das hört sich an, als wenn ich ein Geschenk bekäme, wenn wir einen Stürmer holen“, sagt er, „dabei ist es meine Aufgabe, klarzumachen, dass Bedarf besteht.“

Bis zum Spiel am Samstag gegen Hoffenheim wird kein neuer Stürmer da sein. Das größte aktuelle Problem des Trainers ist die Krankheit von Rechtsverteidiger Sebastian Jung, der gestern noch mit einer schweren Erkältung und Fieber im Bett lag. „Das wird eng“, sagt Veh, hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der am Knöchel verletzte Carlos Zambrano hat wieder trainiert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare