Lob für Torwart und Defensive

Nach den Torfesten: Zufrieden mit 0:0 in Hamburg

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Keine Tore fielen in Hamburg, dafür gab es viele intensive Zweikämpfe.

Hamburg - So richtig glücklich war die Eintracht nicht nach dem 0:0 beim Hamburger SV, aber zufrieden trotzdem: Mit dem Punkt aus Hamburg sind die Frankfurter nun seit vier Spieltagen ungeschlagen, haben bewiesen, dass sie nicht nur erfolgreich nach vorne spielen, sondern auch mal hinten dicht halten können. Von Peppi Schmitt

Nach zehn Treffern bei den letzten beiden Siegen gegen Stuttgart und Köln, sei es diesmal „angenehm“ gewesen, „dass hinten mal die Null steht“, sagte Marco Russ. Auch der Trainer war einverstanden mit dem Teilerfolg bei seinem ehemaligen Club. „Es war ein ausgeglichenes, schnelles Spiel mit Chancen auf beiden Seiten“, sagte Armin Veh, „die wurden nicht genutzt, auch weil beide Torhüter gut gehalten haben.“ Jaroslav Drobny hatte Alexander Meiers viertes Saisontor mit einer prächtigen Parade verhindert. „Das war Weltklasse“, anerkannte der Frankfurter Toräger. Eine solche Glanztat musste der Eintracht-Torwart nicht vollbringen. Bis auf einen Lattenschuss von Johann Djourou ließ die Abwehr nicht viel zu. Lukas Hradecky glänzte auf andere Art und Weise. „Ich bin total happy, dass es mit gelungen ist, zu Null zu spielen“, sagte er, „das ist eine große Erleichterung für mich.“

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Seine eindrucksvollste Szene hatte er, als er im Stile von Manuel Neuer weit außerhalb seines Strafraum den Ball technisch sauber verarbeitete und den Hamburger Pierre-Michale Lasogga ins Leere laufen ließ. „Das ist mein Spiel“, sagte der finnische Nationalkeeper, „ich bin ein moderner Torwart.“ Genau dafür hat ihn die Eintracht als Nachfolger von Kevin Trapp verpflichtet. „Die Abstimmung zwischen Torwart und Innenverteidiger war sehr gut“, lobte der Trainer, „auch die Außenverteidiger haben nach hinten gut gearbeitet.“ Nach den häufig vogelwilden Auftritten in der letzten Saison, ist nun auch wieder Verlass auf die Frankfurter Defensive. Und dies ist zweifellos der nächste Schritt nach vorne. „Natürlich sind wir da besser geworden“, sagte Kapitän Alexander Meier trocken, „aber schlechter ging’s ja auch nicht mehr.“ Dem Abwehrverbund war es gelungen, dem Torwart so viel Arbeit wie möglich abzunehmen.

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Der Trainer hatte dabei auf Kontinuität und damit weiter auf Marco Russ und David Abraham als zentrales Abwehrpaar gesetzt. Carlos Zambrano war überraschend auf der Bank geblieben. „Er hatte ja nicht ganz so viele Trainingseinheiten letzte Woche“, sagte der Coach. Zambrano plagt sich mit angebrochenen Rippen, hätte aber spielen können. Doch Russ und Abraham machten ihre Sache wirklich gut. Und so hielten die Hessen dem stürmischen Auftakt der Hamburger mit Glück und Geschick stand. „Der HSV ist deutlich besser als letzte Saison“, sagte Veh. „Wir sind am Anfang nicht richtig ins Spiel gekommen“, stellte Stefan Reinartz sachlich fest, „aber wir haben uns dann reingekämpft.“ Das führte zu einer leichten Überlegenheit im zweiten Abschnitt. Nun schien ein Frankfurter Treffer näher zu liegen als ein Hamburger. Aber Drobny konnte ihn verhindern. „Wir hatten den Eindruck, dass der HSV am Ende ein bisschen abgebaut hat“, sagte Marco Russ, „aber wir waren auch nicht zwingend genug.“

Bilder: Eintracht holt einen Punkt in Hamburg

Schnell herrschte Einigkeit darüber, dass das Resultat in Ordnung geht. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt, da fehlte die Präzision“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „in der zweiten Halbzeit haben wir es viel besser gemacht, deshalb bin ich zufrieden.“ Der Trainer versicherte, mit dem einen Punkt „gut leben“ zu können und machte sich wegen seiner ausgeprägten Flugangst im Gegensatz zur Mannschaft erst am Sonntag mit dem Zug auf den Heimweg. Zu Hause hat er sich dann in Ruhe das Spiel des nächsten Gegners Schalke 04 in Stuttgart angesehen. Seine Spieler hoffen, dass der eine Tag längere Pause bis zum Spiel am Mittwoch auf Schalke zu einem kleinen Vorteil werden könnte. „Die Schalker haben auch Europa-League gespielt, das zehrt an den Kräften“, sagte Marco Russ, „wir wissen wie das ist.“

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