Harmlose Eintracht im freien Fall

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Der abwanderungswillige Caio (Mitte) war noch der gefährlichste Frankfurter. Hier stoppen Igor de Camargo (rechts) und Roman Neustädter den Brasilianer.

Frankfurt ‐ Für die Frankfurter Eintracht ist eine turbulente Woche mit einer bitteren Heimniederlage zu Ende gegangen. Das 0:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach war die dritte Niederlage in Folge in der Rückrunde ohne ein einziges Tor. Von Peppi Schmitt

Damit nähern sich die Frankfurter im freien Fall der Abstiegszone, die sie schon weit hinter sich geglaubt hatten. „So weit würde ich noch nicht gehen“, sagte der konsternierte Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „aber wir müssen das im Auge behalten.“

Frankfurt gelang in den letzten fünf Spielen nur ein mageres Tor - dieser Treffer reichte immerhin für drei Punkte gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund. Gegen den Tabellenletzten blamierten sich die Frankfurter. 43 700 Zuschauer sahen eine über weite Strecken feldüberlegene Eintracht, die allerdings kaum zu Torchancen kam.

Je länger das Spiel dauerte, desto gefährlicher wurden die Konter der Gladbacher. Schließlich gelang es Igor de Camargo in der 84. Minute, den Ball nach einer Flanke von Matmour durch die Beine von Oka Nikolov zum entscheidenden Treffer ins Netz zu bugsieren.

Erst nach diesem Rückstand wechselte Trainer Skibbe aus, brachte mit Halil Altintop und Ioannis Amanatidis weitere Angreifer, nachdem er in der 70. Minute schon Theofanis Gekas für Fenin aufs Feld geschickt hatte. Das Spiel der Eintracht aber blieb nachher so einfallslos wie vorher, es war erschreckend, mit welcher Harmlosigkeit die Mannschaft zu Werke ging.

Eintracht mit vielen einfachen Fehlpässen

„Es waren alles nur Kombinationen in die Breite, ohne Überraschungseffekt“, kritisierte Bruchhagen. Alleine der Brasilianer Caio, der nach seinem geplatzten Wechsel nach Moskau überraschend in der Anfangself stand, vermochte es, das Gladbacher Tor in Gefahr zu bringen. Mit seinem besten Schuss scheiterte Caio in der 33. Minute am Innenpfosten. Eine Minute vor der Pause verfehlte er mit einem Freistoß knapp das Tor.

In der zweiten Halbzeit war die Partie wenigstens spannend, dennoch gab es bald Pfiffe für die Eintracht, die keinen Plan hatte, wie sie vors gegnerische Tor kommen könnte. Dafür sind die Gladbacher aufgewacht. Nach einer ersten Halbzeit ohne Feuer spürten sie nun ihre große Chance, etwas für den Klassenerhalt zu tun.

Und die Eintracht half ihnen mit vielen einfachen Fehlpässen. Spielmacher Pirmin Schwegler war im Grunde unsichtbar, spielte die meisten seiner Pässe nach hinten. Alex Meier und Benjamin Köhler finden ihre Form nicht und die einzige Spitze, egal ob Fenin oder Gekas, hing wie schon seit Wochen total in der Luft. „Wir haben ganz guten Fußball gespielt“, sagte Skibbe, „aber wir haben ganz vorne nicht genug Power, spielen da einfach zu drucklos.“

„Wir haben den Anschluss geschafft“, freute sich Gladbachs Trainer Michael Frontzeck. Drei Punkte sind es noch für die Borussia bis auf den Relegationsplatz, den die Kölner belegen. Die Eintracht liegt noch sieben Punkte vor Rang 16.

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