Heilfroh über einen Punkt

Karim Matmour
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Karim Matmour erzielt in letzter Sekunde den 1:1-Ausgleich in Ingolstadt. Links Sascha Kirschstein, rechts Tobias Fink.

Ingolstadt (sp) - Das war knapp: Genau fünf Sekunden haben gefehlt und die Frankfurter Eintracht hätte die erste Niederlage in der Zweiten Liga hinnehmen müssen.

In der sechsten Minute der berechtigten Nachspielzeit rettete Karim Matmour mit einem Kopfballtor das überaus glückliche 1:1 (0:0) beim FC Ingolstadt und den Frankfurtern den Nimbus der Unbesiegbarkeit. Knapp 10.000 Zuschauer, darunter mehr als 3000 aus Frankfurt, hatten sich schon mit dem Sieg des Tabellenletzten abgefunden, als die Eintracht doch noch zum Ausgleich kam.

„Ich habe vorher schon gewusst, dass das ein ganz schweres Spiel wird“, sagte Torwart Oka Nikolov, „ich bin heilfroh, dass wir den einen Punkt noch mitnehmen.“

Eintracht hatte einfach keine Mittel gefunden

Die Offensivleistung der Frankfurter war diesmal unterirdisch schlecht. Es gab genau zwei Torgelegenheiten, in der zweiten Minute und in der letzten. Zu Beginn war es Theofanis Gekas, der mit einem Kopfballlupfer an Torwart Kirschstein scheiterte, in der letzten Minute war es Matmour, der den Torwart mit einem Kopfballlupfer überwand. „Ich gebe zu, zu diesem Zeitpunkt habe ich daran nicht mehr geglaubt“, sagte Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen.

Der Ausgleich war auch nicht verdient, denn die Eintracht hatte einfach keine Mittel gefunden gegen die einfachste aller Spielweisen. Ingolstadts Trainer Benno Möhlmann hatte seiner Mannschaft knallharte Manndeckung verordnet, schon im Mittelfeld stand jedem Frankfurter ein Ingolstädter auf den Füßen. Das behagte der Eintracht überhaupt nicht, machte den Spielaufbau zugegeben auch schwierig.

Äußerst langweiliges Mittelfeldduell

Das lag auch an den beiden Sturmspitzen Idrissou und Gekas, die wenige Bälle bekamen und sie dann nicht halten oder bearbeiten konnten. Da auch die Gastgeber bei ihrer taktischen Einstellung kaum einmal vors Tor kamen, entwickelte sich ein äußerst langweiliges Mittelfeldduell.

Als die Ingolstädter dann aus heiterem Himmel durch einen 25-Meter-Schuss von Stefan Leitl in Führung gingen, sah es nach der ersten Frankfurter Niederlage in dieser Saison aus.

Frankfurts Trainer Veh brachte nacheinander mit Matmour, Hoffer und Korkmaz frische Angreifer. Ohne großen Erfolg. Dann fielen die Frankfurter Fans wieder einmal unangenehm auf, als sie bei einer Behandlungspause für Ingolstadts Torwart Gegenstände aufs Spielfeld warfen. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie zweimal, ließ sechs Minuten nachspielen.

Und die letzte Flanke, ein weiter Schlag von Pirmin Schwegler, führte dann durch Matmour zum Ausgleich. „Der Punktgewinn ist glücklich, aber bei 64 Prozent Ballbesitz natürlich verdient“, sagte Trainer Veh.

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