Herausforderer patzt

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Bei Schalke 04 hatte Ralf Fährmann als Vertreter von Manuel Neuer drei Einsätze im Bundesligateam. In Frankfurt will sich der 20-jährige Torhüter jetzt als Nummer eins etablieren.

Frankfurt - Es war irgendwann im letzten Winter, als die Verantwortlichen bei der Frankfurter Eintracht ein Torwartproblem ausgemacht hatten. Dieses Problem hatte vor allem damit zu tun, dass Markus Pröll und Oka Nikolov abwechselnd verletzt waren und deshalb keiner von beiden zu einer konstant sicheren Leistung finden konnte. Von Peppi Schmitt

Die Eintracht hat reagiert und im Januar den vielumworbenen Schalker Ralf Fährmann verpflichtet.

Seit Trainingsbeginn vor zehn Tagen tobt nun der Konkurrenzkampf. Hier die Platzhirsche Pröll und Nikolov, da der Herausforderer Fährmann. Die Nummer vier in der Torwartriege, der 24 Jahre alte Jan Zimmermann, ist wegen einer komplizierten Verletzung vorerst aus dem Rennen ausgeschieden.

Ralf Fährmann hat am Dienstagabend zum ersten Mal für die Eintracht im Tor gestanden. Beim 1:2 gegen Dynamo Kiew hat der Juniorennationalspieler das erste Gegentor mit verschuldet. Trainer Michael Skibbe wollte den Patzer nicht überbewerten. Zum einen habe die gesamte Abwehr nicht besonders gut ausgesehen, zum anderen strahle der 20 Jahre alte Fährmann trotz seiner Jugend beim Training „Ruhe und Gelassenheit“ aus.

Die Knochen tun weh und die Beine sind schwer“, sagt er selbst, „aber sonst geht es mir super.“ Die Umstellung vom Training beim ehemaligen Schalker Torwarttrainer Oliver Reck zum Frankfurter Andreas Menger scheint gelungen. Jeder Trainer habe eine „unterschiedliche Philosophie“, wie ein Torwart zu spielen hat, sagt Fährmann, „deshalb unterscheiden sich auch die Übungen.“

Fährmann will schnell heimisch werden am Main

Viel arbeiten will Ralf Fährmann unter anderem an seinen fußballerischen Fähigkeiten. Den linken und den rechten Fuß will er „gleichmäßig“ ausbilden, „das ist für die Mitspieler am besten.“ Beim ehemaligen Schalker Kollegen Manuel Neuer, inzwischen auf dem Weg zu Deutschlands Nummer eins, hat Fährmann vor allem beim Abwurf „Perfektion“ festgestellt. Neuer wirft den Ball präzise weit bis über die Mittellinie. Auch Fährmann wirft weit, „aber so weit wie Neuer noch nicht“.

Ralf Fährmann will schnell heimisch werden am Main. Gemeinsam mit seiner Freundin hat er in Dreieich-Götzenhain eine Wohnung gefunden. Auch die Identifikation mit dem neuen Arbeitgeber ist schon weit fortgeschritten. „Ich freue mich riesig, den Adler auf der Brust zu tragen.“ Gemeint hat er den Frankfurter Adler, den Bundesadler hat er bei seinen Länderspielen für die U 21 getragen. Beim Titelgewinn in Schweden war er nicht dabei, aber in Zukunft will er unter dem neuen Trainer Rainer Adrion um einen Stammplatz kämpfen.

Sein Vorgänger bei der U 21 war Manuel Neuer, der auch auf Schalke vor ihm gestanden hat. Eine Perspektive hat er hinter dem Nationalspieler nicht mehr gesehen. Deshalb hat Ralf Fährmann Schalke verlassen, „obwohl die mich halten wollten“. Mit dem ehemaligen Eintracht-Kapitän Jermaine Jones hat er über Frankfurt gesprochen und nur Gutes gehört. „Ich wollte den nächsten Schritt machen und da ist Frankfurt nur logisch“, sagt er.

Den Konkurrenzkampf mit Pröll und Nikolov scheut er nicht. Ärger befürchtet er ebenfalls nicht. „Wir verstehen uns gut, und wir pushen uns gegenseitig.“ Bis zur Entscheidung, wer die Nummer 1 sein wird.

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