Hoeneß pöbelt wieder

Frankfurt (sp) ‐  Kaum ist Christoph Daum wieder in der Bundesliga, lebt die alte Feindschaft zu Uli Hoeneß wieder auf. Der Präsident des FC Bayern München hat Heribert Bruchhagen wegen der Verpflichtung Daums kritisiert und indirekt damit Daums Vergangenheit wieder aufgewärmt.

„Ich schätze Heribert Bruchhagen als einen sehr behutsamen und bedächtigen Manager mit konservativen und nachhaltigen Neigungen“, hat Hoeneß im Rahmen einer Fußball-Diskussion in Düsseldorf gesagt, nun habe er sich „sehr gewundert“, dass Bruchhagen Daum geholt habe. „Da muss wohl irgendein Pulver im Kaffee gewesen sein, das es momentan in der Bundesliga allgemein gibt“, polterte Hoeneß, „und er muss wohl auch was davon gehabt haben.“

Natürlich eine Anspielung auf die Koks-Affäre, die Hoeneß im Jahr 2000 angestoßen und die Daum damals den Job als Bundestrainer gekostet hatte.

„Der DFB kann doch keine Aktion ,Keine Macht den Drogen' starten und Herr Daum hat vielleicht damit etwas zu tun“, so Hoeneß damals wörtlich. In diesem Zusammenhang fielen auch die Worte vom „verschnupften Daum“. Dem Trainer wurde Ende Oktober 2000 Kokainkonsum nachgewiesen, was zur Entlassung bei Bayer Leverkusen führte.

Bruchhagen nicht amüsiert

Der große Streit mit Hoeneß schien in den letzten Jahren beigelegt, dachte Daum. „Nach den Begegnungen, die wir gehabt haben, ist es einfach enttäuschend, dass er wieder damit anfängt“, sagte Daum. Er werde sich zurückhalten und „nicht sagen, was ich gerne sagen möchte.“ Gerne würde er auch „anderen den Spiegel vorhalten“, aber er verzichte auch im Sinne seines neuen Arbeitgebers darauf. „Meine Aufgabe ist die Eintracht, darauf verwende ich alle Kraft“, sagt der Trainer.

Nicht wirklich amüsiert war auch Heribert Bruchhagen über die Attacke des Bayern-Präsidenten. „Uli sitzt in seiner Villa am Tegernsee und kann sich nicht mehr vorstellen, wie groß die Nöte und Sorgen eines Bundesligamanagers sind.“ Er habe mit der Verpflichtung von Christoph Daum als Nachfolger von Michael Skibbe jedenfalls „keineswegs leichtfertig gehandelt“, versichert Bruchhagen. Die Freundschaft möchte er Hoeneß dennoch nicht kündigen. „Wir hatten 15 Jahre ein schlechtes Verhältnis und haben seit fünf Jahren ein gutes“, sagt Bruchhagen, „und das wird so bleiben.“

Rubriklistenbild: © dpa

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