Härtefall für die Fußballfamilie

Ingolstadt gegen Frankfurt: Das Duell der Hübners

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Alle drei Söhne von Bruno Hübner spielen in höheren Klassen Fußball. Einer, Benjamin Hübner, spielt beim FC Ingolstadt, dem nächsten Gegner.

Frankfurt - Sohn gegen den Vater! Gab’s dieses Duell schon mal in der Bundesliga? Am Samstag ist es jedenfalls so weit. Natürlich treffen Benjamin Hübner und Bruno Hübner nicht auf dem Platz aufeinander. Aber dennoch heißt es beim Spiel FC Ingolstadt gegen Eintracht Frankfurt: Sohn gegen Vater. Von Peppi Schmitt

Der 26 Jahre alte Benjamin Hübner ist einer der Garanten für den tollen Saisonstart des Aufsteigers, wichtiges Glied in der Viererabwehrkette. Der 54 Jahre alte Vater zieht bei der Eintracht als Manager seit fünf Jahren die Fäden. In diesem Sommer hatte Hübner Senior sich auch Gedanken darüber gemacht, den Junior vielleicht zur Eintracht zu holen. Denn Benjamin gehörte schon in der letzten Saison in der Zweiten Liga zu den besten Abwehrspielern überhaupt. Seine Klasse hat er in dieser Spielzeit bislang auch in der Erstklassigkeit nachweisen können. Doch die Eintracht blieb bei einem möglichen Transfer in der Defensive. „Ich glaube, dass er in Ingolstadt besser aufgehoben ist“, sagt der Frankfurter Manager. Vater und Sohn in einem Club hätte durchaus eine gewisse Brisanz gehabt Zudem hat die Eintracht ja in der Innenverteidigung die geringsten Probleme.

Die Familie Hübner ist eine echte Fußballer-Familie. Alle drei Söhne von Karin und Bruno, der ja selbst von 1981 bis 1986 Profi beim 1.FC Kaiserslautern war, spielen in höheren Klassen, verdienen Geld mit dem Fußball. Benjamin in Ingolstadt, Florian (24) beim Zweitligisten SV Sandhausen und Christopher (28) beim hessischen Oberligisten SV Wiesbaden. „Bei uns wird immer über Fußball geredet“, sagt der Vater und das ist in dieser Konstellation keine wirkliche Überraschung. Direkte Aufeinandertreffen der Söhne gab es schon häufiger, so haben Benjamin und Florian in der letzten Saison zweimal mit Ingolstadt und Sandhausen gegeneinander gespielt. Auch der Vater hatte schon einmal ein „Duell“ vor Augen, als die Eintracht vor zwei Jahren im Pokal gegen Sandhausen ausgelost wurde. Doch zum Familienglück war Florian damals verletzt, konnte nicht spielen. Die Eintracht siegte mühsam mit 4:2.

Vater und Sohn behalten Internas für sich

Am Samstag geht’s nun erstmals erstklassig gegeneinander. Benjamin will mit Ingolstadt den ersten Heimsieg, Bruno mit der Eintracht einen weiteren Auswärtssieg. Natürlich werden sie auch in dieser Woche miteinander reden, aber wohl nicht so viel über das Spiel. „Wir haben über das Spiel der Ingolstädter in Köln gesprochen und über unser Spiel gegen Hertha“, sagt der Vater. Die Internas vor dem Aufeinandertreffen am Samstag wollen Vater und Sohn für sich behalten. Eintracht-Trainer Armin Veh macht sich schon Sorgen, wie stark die zwei Herzen in der Brust bei seinem Manager schlagen werden. „Ich lasse ihn daheim“, sagte Veh mit einem Augenzwinkern, „auf der Bank brauche ich Leute die hundertprozentig dabei sind.“ Und nicht auch Sympathien für den Gegner haben. Vor einem schwierigen Samstag stehe vor allem seine Frau. „Da schlagen wirklich zwei Herzen in einer Brust“, sagt Bruno Hübner, „sie wird nicht ins Stadion kommen und sich das Spiel lieber zu Hause vorm Fernsehschirm anschauen.“

Eintracht mit Punkteteilung gegen Hertha BSC Berlin: Fotos

Rein sportlich stehen die Frankfurter vor einer ausgesprochen schweren Aufgabe. Die Ingolstädter Abwehr wird schwer zu knacken sein. Auch und gerade wegen Benjamin Hübner. Alle sieben Spiele hat der in Wiesbaden geborene und beim SV Wehen ausgebildete Profi von Beginn an gemacht, mit 64,7 Prozent weist er die beste Zweikampfquote der Ingolstädter (Quelle: Kicker) auf. Gemeinsam mit seinem Partner Marvin Matip ist die Innenverteidigung des Aufsteigers ein echtes Bollwerk, hat erst sechs Gegentore in sieben Spielen hinnehmen müssen. Nur Bayern München (3) und Schalke 04 (5) haben weniger Tore bekommen. „Wir wollen trotzdem gewinnen“, sagt der Frankfurter Manager.

Das Eintracht-Zeugnis gegen Hertha BSC

Darauf ist wohl auch die ganze Mannschaft nach der Enttäuschung gegen Berlin eingeschworen. „Wir haben Grundvertrauen in unsere Spielweise “, sagt Mittelfeldspieler Stefan Reinartz, „wenn wir unseren Fußball spielen, funktioniert es auch.“ Ziel der Eintracht sei es, in Ingolstadt „noch ein bisschen mutiger aufzutreten“. Personelle Probleme gibt es mit Ausnahme des Ausfalls von Haris Seferovic nicht. Zwar fehlten am Dienstag beim Training mit Marco Russ, Alexander Meier, Makoto Hasebe und David Abraham ein Quartett aus der Stammformation, doch der Trainer gab gleich Entwarnung. „Alles harmlose Blessuren, am Mittwoch sind sie wieder dabei“, sagte Armin Veh.

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